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Quartalsbilanz: US-Großbank JP Morgan macht kräftig Kasse

JP Morgan setzt zum Auftakt der Bilanzsaison der Bankenbranche ein dickes Ausrufezeichen: Das US-Institut hat im abgelaufenen Quartal dank eines starken Investment-Bankings 3,3 Mrd. Dollar verdient – deutlich mehr als von Analysten erwartet. Die Anleger sind allerdings nicht gerade begeistert.

Hauptquartier von JP Morgan in Manhattan. Quelle: ap
Hauptquartier von JP Morgan in Manhattan. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Jamie Dimon darf sich entspannen. Noch Anfang der Woche war der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase von einem Kongressausschuss zur Finanzkrise in die Mangel genommen worden, doch am heutigen Freitag kann er ein weiters Mal Milliardengewinne verkünden.

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Unterm Strich hat seine Bank im Schlussquartal 3,3 Mrd. Dollar oder 74 US-Cent pro Aktie verdient – deutlich mehr als die erwarteten 61 Cent und erst Recht mehr als die sieben Cent im Vorjahreszeitraum (oder 702 Mio. Dollar). Verantwortlich dafür ist allem das Investment-Banking. Nur bei den Einnahmen in Höhe von 25,2 Mrd. Dollar im vierten Quartal blieb JP Morgan unterhalb der Erwartungen (26,8 Mrd.)

Übers Jahr gesehen dürfte die nach Bilanzsumme zweitgrößte amerikanische Bank, die im Laufe der Krise in jedem Quartal schwarze Zahlen schrieb, laut Prognosen kräftig dazuverdient haben: Das Nettoergebnis hat sich nach einer Bloomberg-Umfrage unter Analysten fast verdoppelt, von 5,6 Mrd. Dollar im Krisenjahr 2008 auf 10,7 Mrd. Dollar im Jahr eins nach dem großen Crash. Damit setzt JP Morgan, die als erste US-Bank für das Schlussquartal und das abgelaufene Jahr ihre Zahlen vorlegte, die Messlatte für die anderen Großinstitute hoch an.

Die Börsen reagierten allerdings wenig euphorisch auf die Zahlen. Im vorbörslichen US-Geschäft sackte die JP-Morgan-Aktie um rund zwei Prozent ein. Die Papiere der Konkurrenten Bank of America, Wells Fargo und Citigroup gaben bis zu 2,5 Prozent nach. „JP Morgan hat die Erwartungen zwar deutlich übertroffen, aber einige hatten wohl noch mehr erwartet“, sagte ein Börsianer in Frankfurt. Auch die hohen Rückstellungen ließen die Anleger vorsichtig sein.

Eigentlich macht traditionell die Investmentbank Goldman Sachs den Anfang bei der Vorstellung der Zahlen. Doch der Wall-Street-Primus hatte den Termin um eine Woche verschoben. Beobachter glauben, dass Bankchef Lloyd Blankfein schlicht Ärger befürchtet: Mit den Jahreszahlen legen die Banken auch offen, wie viel vom Gewinn die Mitarbeiter an Boni abbekommen werden. Und für Goldman-Sachs-Banker dürfte es dieses Jahr Geld regnen. Nach Schötzungen wird jeder Angestellte für 2009 rund 717 000 Dollar erhalten haben. Das ist deutlich mehr als der bisherige Rekord aus 2007 mit 661 000 Dollar.

Warum also nicht anderen den Vortritt lassen mit solch für die Öffentlichkeit schwer verdaulichen Nachrichten? „Ich kann mir schon vorstellen, dass Goldman Sachs nicht die Prügel einstecken wollte“, sagt Experte Konrad Becker von der Privatbank Merck Finck. „Sie haben in den vergangenen Monaten ja schon genug Schelte abbekommen.“

Goldman selbst wollte die Verschiebung des Termins nicht offiziell begründen. Allerdings könnte es auch an der knappen Zeit liegen: Bei der Investmentbank hat sich wie auch bei Konkurrent Morgan Stanley das Geschäftsjahr verschoben und endet nun nicht mehr Ende November, sondern einen Monat später. Beide Institute wollen am 21. Januar berichten.

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