
HB NEW YORK. Der weitgehend verstaatlichte US-Versicherer AIG steckt mit einem erneuten Milliardenverlust weiter tief in den roten Zahlen. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Verlust von knapp 4,4 Milliarden Dollar (3,3 Mrd Euro). Ein Jahr zuvor war das Minus mit 7,8 Milliarden Dollar jedoch noch weit höher ausgefallen.
Nun belasteten das Ergebnis im ersten Quartal unter anderem Milliardenkosten für den Konzernumbau und erneut hohe Abschreibungen im Zuge der Finanzkrise, wie AIG am Donnerstag nach US-Börsenschluss in New York mitteilte. Vor Abzug des Verlustanteils, der auf AIG - Vorzugsaktionäre wie den Staat entfällt, lag das Minus des Konzerns sogar bei 5,1 Milliarden Dollar.
Die US-Notenbank Fed hatte die die American International Group(AIG) Mitte September in letzter Minute vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Gegenzug erhielt der Staat knapp 80 Prozent der Anteile. Die verschiedenen Finanzhilfen summieren sich bislang auf fast 180 Milliarden Dollar. Angesichts der Unterstützung hatte der Konzern mit Millionen-Boni für zahlreiche Mitarbeiter im März einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
AIG trennt sich derzeit von großen Geschäftssegmenten, um die staatlichen Kredite und Geldspritzen zurückzuzahlen. So übernahmen unter anderem der deutsche Rückversicherer Münchener Rück und der Schweizer Versicherer Zurich Financial Services(ZFS) Teile der AIG.
Der Ausverkauf zieht sich aber länger hin als geplant. Auf der Liste steht auch die riesige Flugzeugleasing Flugzeug-Leasingsparte ILFC. Sie ist größter Kunde der beiden Flugzeugbauer Airbus und Boeing.
Im Schlussquartal 2008 hatte AIG mit einem Verlust von rund 62 Milliarden Dollar das größte Minus in der US-Geschichte eingefahren. Im Gesamtjahr waren es fast 100 Milliarden Dollar.