
DüsseldorfDie Commerzbank hat im vierten Quartal 2012 einen Verlust in Höhe von 720 Millionen Euro verbucht, meldet das Institut per Ad-hoc-Mitteilung. Analysten hatten für das vierte Quartal ein geringeres Minus von rund 560 Millionen Euro erwartet. Für das Gesamtjahr 2012 verbucht die Bank einen Gewinn in Höhe von sechs Millionen Euro – nach 638 Millionen Euro im Vorjahr.
Dennoch geht das Institut weiterhin davon aus, dass es für 2012 erstmals Zinsen auf die verbliebenen Rettungsmilliarden des Bundes in Form einer „stillen Einlage“ zahlen wird. Im ersten Quartal 2013 seien weitere Belastungen zu erwarten. Die Aktie der Bank reagierte mit heftigen Ausschlägen. Der Kurs der Commerzbank-Titel fiel zeitweilig um zwei Prozent auf 1,58 Euro.
2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.
Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro
Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.
Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro
Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.
Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro
Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.
Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro
Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.
Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro
Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.
Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro
Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.
Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro
Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.
Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro
Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.
Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro
Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.
Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro
Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.
Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro
Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.
Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro
Beigetragen zu dem Minus im Zeitraum Oktober bis Dezember hätten Abschreibungen auf Steueransprüche sowie eine Belastung in Höhe von 185 Millionen aus dem Verkauf der ukrainischen Tochter Bank Forum. Das Institut war Ende Juli mit Verlust an die ukrainische Industrie-Holding Smart Group verkauft worden.
Obendrein kommt der angekündigte massive Stellenabbau den Konzern teuer zu stehen. Die Commerzbank hatte zuletzt angekündigt, bis zum Jahr 2016 bis zu 6000 Stellen abzubauen. Für die damit verbundenen Ausgaben rechnet die Bank bereits im laufenden ersten Quartal des Jahres 2013 mit Belastungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Die detaillierten Geschäftszahlen zum Quartal und Gesamtjahr will die Commerzbank am 15. Februar veröffentlichen.
Die zweitgrößte deutsche Bank hatte im November ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Nach Gewerkschaftsangaben soll vor allem das Privatkundengeschäft stark beschnitten werden. Hier kämpft die Bank wie die Konkurrenz mit starkem Wettbewerb und geringen Margen.
An den Bankenrettungsfonds SoFFin wird die Commerzbank in den kommenden Monaten trotz des mageren Ergebnisses rund 150 Millionen Euro überweisen. Die Zinsen auf die Stille Einlage des Bundes, die inzwischen auf 1,6 Milliarden Euro geschrumpft ist, werden nur fällig, wenn die Bank nach deutschem Handelsrecht (HGB) ausreichend schwarze Zahlen schreibt.

Barclays, Großbritannien - 3700 Stellen
Die Barclays Bank hat turbulente Monate hinter sich. Die Briten sind am Libor-Skandal beteiligt, Bankchef Bob Diamond nahm seinen Hut. Der neue Vorstandschef Antony Jenkins arbeitete einen umfassenden Umbau des Unternehmens aus. Die Bank kürzt 3700 Stellen. 1900 der Stellenstreichungen entfallen auf das Filialgeschäft. 1800 Arbeitsplätze fallen im Investment-Banking weg. Das Geldhaus beschäftigt insgesamt 23.000 Investmentbanker.
Die Zahlen basieren auf einer Zusammenstellung der Agentur Bloomberg (außer Barclays und Commerzbank). Es wurden ausschließlich Zahlen aus Unternehmensangaben und von Bloomberg zusammengetragene Daten berücksichtigt. Haben Banken eine Bandbreite von Arbeitsplätzen angekündigt, wurde die Obergrenze berücksichtigt. Stand: April 2013,

Australia & New Zealand Bank, Australien – 1000 Stellen
Die Australia & New Zealand Bank baut Stellen in vierstelliger Größenordnung ab. Das Institut (im Bild eine Filiale in Sidney) mit Sitz in Melbourne ist das viertgrößte in Australien. In Neuseeland ist die Bank die mit Abstand größte Geschäftsbank.

National Australia Bank (NAB) - 1400 Stellen
Auch Down Under hat die Finanzbranche Probleme. Die größte Bank Australiens, die National Australia Bank, kündigte Ende April den Abbau von 1400 Arbeitsplätzen an.

Société Générale, Frankreich – 1580 Stellen
Die französische Großbank kündigte im Januar an, mehr als 1500 Mitarbeiter abzubauen. Die Geschäftsbank mit Sitz in Paris hat weltweit rund 150.000 Angestellte.

Morgan Stanley, USA – 1700 Stellen
Die US-Investmentbank hatte zuletzt einen Milliardenverlust hinnehmen müssen. Die Mitarbeiter sollen weniger Geld erhalten – und es werden auch Stellen abgebaut. Die Bank kündigt den Abbau von 1700 Jobs im Investment-Banking an.

Deutsche Bank – 1900 Stellen
Die neuen Co-Chefs der Bank, Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain, stellen Deutschlands größtes Kreditinstitut neu auf. Vor allem im Investment-Banking wird gespart. 1900 Stellen werden gestrichen. Vor allem Banker in London und New York müssen gehen.

Allied Irish Bank – 1900 Stellen
Die verstaatlichte Allied Irish Bank will rund ein Sechstel ihrer Stellen abbauen. In der Finanzkrise erhielt das Institut mehr als 20 Milliarden Euro Staatshilfe.

HSBC, Großbritannien - bis zu 14.000 Stellen
Europas größte Bank HSBC setzt trotz zuletzt sprunghaft gestiegener Gewinne erneut den Rotstift an. In den nächsten Jahren könnten noch einmal bis zu 14.000 Stellen wegfallen, teilte das britische Institut Mitte Mai mit. IIm Rahmen des 2011 gestarteten Konzernumbaus waren schon 46.000 Jobs gestrichen worden.
Dieser Eintrag wurde aktualisiert am 15. Mai 2013.

JP Morgan - 4000 Stellen
Auch die erfolgsverwöhnte US-Großbank JP Morgan setzt den Rotstift an. Trotz glänzender Geschäfte und eines Rekordgewinns im vergangenen Jahr kündigte das Unternehmen bei einer Investorenveranstaltung den Abbau von 4000 Stellen bis Ende kommenden Jahres an. Das entspreche in etwa 1,5 Prozent der Belegschaft. Betroffen sei das Privatkundengeschäft in den Filialen. Das soll dazu beitragen, die Kosten um rund eine Milliarde US-Dollar auf auf 59 Milliarden zu senken. Bis 2014 will die Bank mit 17.000 Mitarbeiter weniger auskommen.

Monte dei Paschi, Italien – 4600 Stellen
Der Traditionsbank geht es schlecht. Die Monte dei Paschi ist tief in die rote Zahlen gerutscht und musste den Staat um Hilfe bitten. Die Streichung von 4600 Stellen ist bisher angekündigt.
Barclays, Großbritannien - 3700 Stellen
Die Barclays Bank hat turbulente Monate hinter sich. Die Briten sind am Libor-Skandal beteiligt, Bankchef Bob Diamond nahm seinen Hut. Der neue Vorstandschef Antony Jenkins arbeitete einen umfassenden Umbau des Unternehmens aus. Die Bank kürzt 3700 Stellen. 1900 der Stellenstreichungen entfallen auf das Filialgeschäft. 1800 Arbeitsplätze fallen im Investment-Banking weg. Das Geldhaus beschäftigt insgesamt 23.000 Investmentbanker.
Die Zahlen basieren auf einer Zusammenstellung der Agentur Bloomberg (außer Barclays und Commerzbank). Es wurden ausschließlich Zahlen aus Unternehmensangaben und von Bloomberg zusammengetragene Daten berücksichtigt. Haben Banken eine Bandbreite von Arbeitsplätzen angekündigt, wurde die Obergrenze berücksichtigt. Stand: April 2013,

Sehr gut analysoert, hir sieht man wieder, was Blessing und
Müller so anstellen.

Hat damals nicht ein Finanzminister Peer S. behauptet, dies ist ein glänzendes Geschäft für den Steuerzahler ( oder so ähnlich )?????

Das wäre sicherlich eine oder mehrere Rückfragen auf der Bilanzpressekonferenz wert - oder aber später auf der HV. Es ist aber davon auszugehen, dass im Schnitt nicht eine Million gezahlt werden, darauf werden verschiedene Gremien schon achten.
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