
bas/pk/sme DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Bilanz für das zweite Quartal zeigt Licht und Schatten bei der Deutschen Bank. Während das Investment-Banking den Konzerngewinn vor Steuern in Höhe von 1,3 Mrd. Euro fast im Alleingang bestritt, enttäuschte das Privatkundengeschäft auf ganzer Linie.
Die Investmentbank lieferte einen Gewinn von gut einer Milliarde Euro ab, der Bereich "Private Clients and Asset Management" (PCAM) verbuchte dagegen ein Minus von 30 Mio. Euro vor Steuern. Dabei schlugen vor allem Abfindungen für Mitarbeiter im Privatkundengeschäft zu Buche, die sich im zweiten Quartal auf 150 Mio. Euro summierten.
Finanzvorstand Stefan Krause erklärte, diese Belastungen würden sich in den kommenden Monaten nicht fortsetzen. In der Abwicklung von Bankdienstleistungen hatte das Geldhaus in Europa rund 1100 Arbeitsplätze gestrichen. An anderer Stelle, vor allem in der Kundenberatung, sollen dagegen etwa 2500 neue Arbeitsplätze entstehen. In den vergangenen beiden Jahren erzielte die Deutsche Bank im Geschäftsbereich Privatkunden jeweils einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro, was mit der Quartalsbilanz für das laufende Jahr in weite Ferne gerückt ist.
Negativ war auch der Geschäftsverlauf in der Vermögensverwaltung. Hier wurde ein Verlust von 85 Mio. Euro ausgewiesen gegenüber einem Gewinn von 242 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter anderem schmälerte das geringere Anlagevolumen die volumens- und erfolgsabhängigen Provisionen. Von der Schwäche vieler Konkurrenten konnte die Deutsche Bank nicht profitieren und musste Nettomittelabflüsse von drei Mrd. Euro hinnehmen. Branchenbeobachter erwarten für den Herbst eine neue Struktur im Geschäft mit Privatkunden und Konsequenzen im Management. Verantwortet werden die Bereiche von Kevin Parker und Pierre de Weck.
Einen Schub könnte auch die Übernahme der Postbank bringen. Bisher ist die Deutsche Bank offiziell mit einer Sperrminorität beteiligt, durch weitere Zukäufe von Postbank-Aktien dürfte sich die Beteiligung mittlerweile auf knapp 30 Prozent belaufen. Das Engagement bei der Postbank sorgte auch für dreistellige außerordentliche Millionengewinne aus laufenden Erträgen sowie den bestehenden Kauf- und Verkaufsoptionen für Postbank-Anteile. Diese Faktoren und der Verkauf von Anteilen am Industriegase-Hersteller Linde und dem Automobilkonzern Daimler sorgten für einen Gewinn im Konsolidierungssegment "Corporate Investments" von 377 Mio. Euro.