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Quartalszahlen: Ergo-Ergebnis belastet Münchener Rück

Die Münchener Rück schreibt wieder schwarze Zahlen, soweit die gute Nachricht. Allerdings läuft es nicht so gut wie von den Experten erhofft. Bislang ist der Rückversicherer mit wenig Blessuren durch die Finanzkrise gekommen. Doch nun entwickelt sich die Tochter Ergo zunehmend zum Sorgenkind.

Die Skulptur "Walking Man" vor der Zentrale der Münchener Rück. Quelle: ap
Die Skulptur "Walking Man" vor der Zentrale der Münchener Rück. Quelle: ap

HB MÜNCHEN. Die Münchener Rück hat im dritten Quartal 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben, die Markterwartungen aber deutlich verfehlt. So lag der Nachsteuergewinn bei 644 Millionen Euro (Vorjahr: minus 3 Millionen). Analysten hatten im Schnitt mit 700 Millionen Euro Gewinn gerechnet. Grund für das schlechtere Abschneiden seien höhere Steuerzahlungen gewesen, so das Unternehmen. Operativ lief es dagegen besser als gedacht.

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Die Rückversicherung profitierte von vergleichsweise niedrigen Belastungen durch Großschäden. Vor allem die Hurrikan-Saison verlief bisher glimpflich. So kletterte das operative Ergebnis der Kernsparte im dritten Quartal auf knapp eine Milliarde Euro, nach 147 Millionen im Jahr zuvor. Zudem legte das Kapitalanlageergebnis der Gruppe angesichts der Börsenerholung um mehr als das Dreifache auf 2,23 Milliarden Euro zu. Im Vorjahr musste der Konzern im Zuge des Börsen-Crashs nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers noch hohe Abschreibungen verkraften. Die Münchener Rück ist mit Kapitalanlagen von 182 Mrd. Euro einer der weltgrößten Investoren. Gut zwei Prozent davon sind in Aktien investiert, der Löwenanteil der Gelder steckt in festverzinslichen Wertpapieren.

Schlechter als erwartet lief es bei Deutschlands zweitgrößtem Erstversicherer Ergo. Finanzvorstand Jörg Schneider kassierte das mittelfristige Gewinnziel für die Düsseldorfer Tochter. Die bis 2012 angestrebten mehr als 900 Millionen Euro Jahresgewinn seien nicht mehr realistisch. In den ersten neun Monaten 2009 brach der Ergo-Gewinn um drei Viertel auf 73 Millionen Euro ein. Hohe Abschreibungen im Zuge der Finanzkrise lasteten auf dem Ergebnis.

Seit dem zweiten Quartal ist das Unternehmen, bekannt für Marken wie Victoria und Hamburg-Mannheimer, aber zumindest wieder in den schwarzen Zahlen. Die Ergo wollte vor allem durch Kosteneinsparungen und Wachstum im Ausland in den nächsten Jahren glänzen. Schneider sagte, es gebe vorerst kein neues Gewinnziel für die Tochter.

Auf Konzernebene will die Münchener Rück 2009 unter dem Strich 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro verdienen - nach 1,8 Milliarden in den ersten neun Monaten. Das wären mindestens 700 Millionen Euro mehr als 2008. Auch 2010 könnten es wieder über zwei Milliarden Euro sein, so Schneider. Allerdings gibt es Risiken: „Für die folgenden Jahre gehen wir in einem Niedrigzinsumfeld von einer Rendite von spürbar unter vier Prozent aus“, warnte Schneider. 2009 dürften es noch gut vier Prozent werden. Das werde die Erträge schmälern.

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