
FRANKFURT. Die Commerzbank rechnet weiter mit kräftigen Belastungen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise. "Insgesamt dürfte es im vierten Quartal sehr schwierig werden, ein positives operatives Ergebnis zu erzielen", erklärte Vorstandschef Martin Blessing. Auch wenn die Rezession beendet sei, bleibe das Umfeld schwierig. Damit ist klar: Das operative Plus der teilverstaatlichten Bank von Juli bis September war nur eine Eintagsfliege. Unter dem Strich steht, wie bereits am Montag bekannt gegeben, ohnehin ein Verlust von 1,05 Mrd. Euro.
Weit gravierender aber noch ist der Umstand, dass die Commerzbank einräumen musste, stärker als geplant von drohenden Kreditausfällen getroffen zu werden. Statt wie noch im August angekündigt mit 3,6 Mrd. Euro rechnet Finanzchef Eric Strutz für 2009 nun mit einer Risikovorsorge von rund 4,2 Mrd. Euro. Nach den ersten neun Monaten waren es erst 2,7 Mrd. Euro gewesen. "Wir erleben jetzt das, was angesichts der schieren Größe bei einem solchen Kreditbuch passieren musste", kommentierte Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler. Konrad Becker von Merck Finck ergänzte: "Die Probleme der Commerzbank sind noch lange nicht vorbei."
Strutz begründete die Anhebung der Risikovorsorge unter anderem mit wachsenden Kreditausfällen in Osteuropa, im Gewerbeimmobiliengeschäft in den USA und in Spanien sowie mit Belastungen durch Engagements bei einzelnen Finanzkonzernen.
"Das Management hat an Glaubwürdigkeit eingebüßt"
Als Reaktion verlor die Aktie am Donnerstag bis zu sechs Prozent und war damit das Schlusslicht im Dax. Mehrfach schon hat die Commerzbank in den vergangenen Jahren durch überraschende, zusätzliche Rückstellungen für faule Kredite enttäuscht. Die erneute Erhöhung der Risikovorsorge führte dazu, dass der Markt die positiven Seiten des Zahlenwerks etwa die Fortschritte bei der Integration der Dresdner Bank - ignorierte. "Das Management hat an Glaubwürdigkeit eingebüßt", kritisierte ein Analyst.
Dabei hat sich beispielsweise die Strategie Blessings, trotz allem Drängen der Politik auf eine Teilnahme am Bad-Bank-Konzept zu verzichten, bislang ausgezahlt. Die Commerzbank hat rund 24 Mrd. Euro an mehr oder weniger toxischen Wertpapieren in einer eigenen Abwicklungseinheit mit Namen "Portfolio Restructuring Unit" gebündelt. Diese verbuchte im Quartal dank der Erholung der Märkte einen operativen Gewinn von fast 500 Mio. Euro. 2008 waren dort noch - rechnerisch - Verluste von 6,3 Mrd. Euro aufgelaufen.
Von den vier Kernbereichen reichte es hingegen nur in der Mittelstandsbank und im Privatkundengeschäft für relativ magere schwarze Zahlen. Letzteres verbuchte einen Gewinn von 46 Mio. Euro - ein Viertel des Vorjahreswerts. Hier dämpfte unter anderem die Zurückhaltung der Anleger bei Wertpapiergeschäften die Erträge. Der Quartalsgewinn der Mittelstandsbank brach gar um vier Fünftel auf 64 Mio. Euro ein.
Spezialfinanzierer schwächeln
In beiden Segmenten stieg die Risikovorsorge dramatisch. Das Osteuropa-Geschäft schrieb ebenso wie die Investmentbank rote Zahlen. Mit 137 Mio. Euro fiel das kräftigste Minus bei den Spezialfinanzierern Eurohypo und Deutsche Schiffsbank an, die neuerdings im Bereich "Asset Based Finance" gebündelt sind.
Bei der Verringerung der Risikopositionen und bei den Umbaumaßnahmen im Zuge der Dresdner-Integration kam die Commerzbank deutlich voran. Seit Jahresbeginn ist die Bilanz um 15 Prozent geschrumpft. Fast genauso stark verringerten sich die risikogewichteten Aktiva: sie lagen Ende September bei 293 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten schrumpfte die Zahl der Vollzeit-Beschäftigten um gut 4 200 auf 55 137. Bis Ende 2012 will die Bank nur noch 50 000 Mitarbeiter beschäftigen.
Eurohypo: Die Co-Bank lässt sich Zeit
Beim Verkauf ihres Immobilienfinanzierers Eurohypo lässt sich die Commerzbank. Derzeit hätten der Umbau des Spezialinstituts und ihr Rückzug aus Randgeschäften klare Priorität, sagte Commerzbank-Finanzchef Eric Strutz. Es gebe keine Managementteams, die bereits den Verkauf vorbereiteten. "Wir haben Zeit", stellte Strutz klar.
Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus muss sich auf Druck der EU von der vor vier Jahren für 4,5 Mrd. Euro erworbenen Eurohypo bis Ende 2014 trennen. Die Wettbewerbshüter hatten die Abspaltung des Instituts zur Auflage gemacht, nachdem der Bund die Commerzbank mit 18,2 Mrd. Euro retten musste. Im dritten Quartal hatte die Commerzbank 650 Mio. Euro auf Firmenwerte abgeschrieben. Der Großteil davon entfiel auf die Eurohypo, die nun praktisch ohne jeglichen "Goodwill" in der Bilanz steht. In der Folge wurde spekuliert, die Commerzbank mache beim Verkauf Druck und habe die Position in der Bilanz im Vorfeld bereinigt.
Strutz hingegen verwies darauf, dass mit der EU gewisse Mindesterlöse für einen Verkauf vereinbart wurden. Diese seien über den Zeitverlauf gestaffelt. Zunächst sei aber vorgesehen, dass die Eurohypo nicht unterhalb des Buchwerts verkauft werden müsse. Wie hoch dieser liegt, ließ Strutz offen.
Der relativ großzügige Zeitrahmen der EU könnte durchaus entscheidend sein. So befinden sich demnächst voraussichtlich mehrere Immobilien- und Staatsfinanzierungstöchter auf dem Markt. Hierzu zählen Finanzkreisen zufolge die HSH Real Estate, die Düsseldorfer Hypothekenbank und die Westdeutsche Immobilienbank (West Immo). Für Letztere hat die US-Investmentbank Citigroup bereits ein Verkaufsmandat erhalten. "Es macht in diesen Tagen kaum Sinn, einen Verkauf vorzubereiten", sagte Strutz mit Blick auf das Überangebot in dem Bereich.
Hinzu kommt, dass die Eurohypo nach wie vor mit dem Markt kämpft. Zahlen für das Institut selbst wurden zwar nicht veröffentlicht. Die Bank macht aber den größten Posten des Commerzbank-Segments "Asset Backed Finance" aus. Hier lag das operative Minus von Juli bis September bei 137 Mio. Euro - immerhin eine Verringerung gegenüber dem Vorquartal. 2008 hatte die Eurohypo einen Milliardenverlust eingefahren.
Eine interessante Zahl wäre die Analyse, welcher Anteil der Wertberichtigungen für deutsche Kunden
und welcher Anteil für ausländische Kunden liegt, dann noch die Analyse, nach Privatkunden und Geschäftskunden. ich glaube wir würden uns alle
nur wundern. Der normale kleine Geschäftskunde
wird doch nicht mehr ernst genommen.
Das die Commerzbank in 2010 oder 2011 schwarze Zahlen schreibt bezweifel ich - der Vorstand hat keine glückliche Hand - sei es vor Jahren gewesen mit dem missglückten Einstieg ins Ausland (England, Spanien etc.) der dann nur den Rückzug verblieben lies.
Dann die Übernahme von der Dresdner bank wo sich die alten Kunden auf einmal im Callcenter von der ComDirect bank wieder finden und nicht wissen was mit ihren Konten passiert. Fragt sich wie viele Dresdner bank Kunden sich halten lassen.
Das die Commerzbank immer noch ihr image aus den 70er trägt hat sich bis heute auch nicht mit aufwendigen Pseudo Kampagnen ändern lassen.
Warum Kunde von Commerzbank sein - die zum unteren Lohnniveau ihre Mitarbeiter anstellen und deementsprechend Service leisten - da ist man bei den Sparkassen besser aufgehoben.
Eines ist sicher auf die Commerzbank würde selbst ein Roulette Spieler nicht mehr setzen.
Das die Commerzbank in 2010 oder 2011 schwarze Zahlen schreibt bezweifel ich - der Vorstand hat keine glückliche Hand - sei es vor Jahren gewesen mit dem missglückten Einstieg ins Ausland (England, Spanien etc.) der dann nur den Rückzug verblieben lies.
Dann die Übernahme von der Dresdner bank wo sich die alten Kunden auf einmal im Callcenter von der ComDirect bank wieder finden und nicht wissen was mit ihren Konten passiert. Fragt sich wie viele Dresdner bank Kunden sich halten lassen.
Das die Commerzbank immer noch ihr image aus den 70er trägt hat sich bis heute auch nicht mit aufwendigen Pseudo Kampagnen ändern lassen.
Warum Kunde von Commerzbank sein - die zum unteren Lohnniveau ihre Mitarbeiter anstellen und deementsprechend Service leisten - da ist man bei den Sparkassen besser aufgehoben.
Eines ist sicher auf die Commerzbank würde selbst ein Roulette Spieler nicht mehr setzen.
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