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Quartalszahlen: Goldman stellt Citi in den Schatten

Unterschiedlicher könnte der Zustand zweier Wall-Street-Kolosse ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzkrise kaum sein. Während bei Goldman Sachs die Gewinne nur so sprudeln, fährt die Citigroup einen Milliardenverlust ein. An der Börse allerdings strafen die Anleger die Aktien der beiden Institute gleichermaßen ab.

Goldman-Sachs-Zentrale im New Yorker Finanzdistrikt. Quelle: dpa
Goldman-Sachs-Zentrale im New Yorker Finanzdistrikt. Quelle: dpa

NEW YORK. Die Investmentbank Goldman Sachs verdiente im dritten Quartal dank eines erneut hervorragenden Handelsergebnisses mit gut drei Mrd. Dollar fast vier Mal soviel wie vor zwölf Monaten. Die Citigroup konnte von der guten Stimmung an den Kapitalmärkten angesichts von Milliardenabschreibungen nicht profitieren und verbuchte einen Verlust von 3,2 Mrd. Dollar. „Langsam sortiert sich das Feld der Banken in die Gewinner und Verlierer“, sagte Richard Bove, Analyst bei Rochedale Securities.

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Nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers vor gut einem Jahr hatte die Finanzwelt am Rande des Kollaps gestanden. Fast 1,3 Bill. Dollar Abschreibungen musste die Branche hinnehmen. Die beiden am Donnerstag vorgelegten Quartalsberichte zeigen exemplarisch, wie sich die US-Branche ein Jahr danach aufspaltet.

Goldman Sachs folgte am Donnerstag weitgehend dem Beispiel von JP Morgan am Vortag. Die Einnahmen aus dem Handel, vor allem mit Zinspapieren, stiegen deutlich gegenüber dem Vorjahr auf fast sechs Mrd. Dollar an und blieben nur knapp hinter dem Rekord aus dem zweiten Quartal zurück. Analysten warnten jedoch vor zu großer Euphorie. „Die Goldman-Zahlen sind großartig, aber Handelsergebnisse kommen und gehen. Sie sind wenig kalkulierbar“, sagte Peter Jankovskis, Anlagestratege bei Oakbrook Instruments. Einige Experten setzen darauf, dass eine sich anbahnende Erholung im Geschäft mit Firmenübernahmen (Mergers and Acquisitions, M&A) und Börsengängen eine etwaige Abschwächung der Handelsergebnisse im vierten Quartal ausgleichen könnte. Zuletzt hätten sich angesichts der gestiegenen Kurse an den Märkten wieder mehr Interessenten gemeldet, berichteten Investmentbanker in den vergangenen Wochen.

Wie JP Morgan profitierte auch Goldman von Buchgewinnen durch die weltweit gestiegenen Aktienkurse. So verbuchte das Institut einen Gewinn von 344 Mio. Dollar auf seinen Anteil an der chinesischen Bank Commercial Bank of China (ICBC). Besser als im zweiten Quartal fielen die Verluste aus Abschreibungen auf Kredite für Gewerbeimmobilien aus, die mit 66 Mio. Dollar deutlich hinter dem Vorquartalswert zurückblieben.

Die Citigroup wurde besonders heftig von der Krise getroffen und musste mit Staatsgeldern von insgesamt 45 Mrd. Dollar vor dem Kollaps bewahrt werden. Washington hält rund 34 Prozent der Citigroup-Anteile. Im vergangenen Jahr machte das Institut einen Rekordverlust von 28 Mrd. Dollar.

Durch den lange angekündigten Umtausch von Vorzugs- in Stammaktien konnte die Citigroup die Kapitalbasis stärken. Die Eigenkapitalquote (Tangible Common Equity) stieg leicht auf 10,3 Prozent. Zudem profitierte die Bank von gestiegenen Kundeneinlagen. Sie legten 28 Mrd. Dollar zu. Die Citigroup habe nun die Kapazität, damit anzufangen, das Steuerzahlergeld zurückzuzahlen, teilte Finanzchef John Gerspach mit. Institute wie JP Morgan oder Goldman Sachs haben die Milliarden der Regierung bereits vor Monaten zurückgezahlt.

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