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RBS Sempra: JP Morgan bringt Ackermann schmerzhafte Niederlage bei

Nach monatelangem Ringen ist die Übernahme von weiten Teilen des Rohstoffhändlers RBS Sempra durch die US-Großbank JP Morgan Chase perfekt. Das ist eine empfindliche Niederlage für die Deutsche Bank und ihren Vorstandschef Josef Ackermann.

Unerfreuliche Neuigkeiten für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Quelle: ap
Unerfreuliche Neuigkeiten für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Quelle: ap

HB LONDON. JP Morgan übernimmt große Teile des Rohstoffhändlers RBS Sempra. Die US-Investmentbank lässt sich den weltweiten Öl- und Metallhandel sowie den Strom- und Gashandel des Gemeinschaftsunternehmens in Europa 1,7 Mrd. Dollar (1,25 Mrd. Euro) kosten, wie die Beteiligten am Dienstag mitteilten. Der Energiehandel in Nordamerika könnte an den kalifornischen Versorger Sempra Energy fallen, der 49 Prozent an RBS Sempra hält. Sempra erklärte, noch verschiedene strategische Alternativen zu prüfen. Als Berater dafür wurde JP Morgan angeheuert.

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JP Morgan will in dem attraktiven Geschäftsfeld zu den drei Branchenführern Goldman Sachs, Morgan Stanley und Barclays aufschließen. Die Investmentbank hatte den Rohstoffhandel erst durch die Übernahme des heimischen Rivalen Bear Stearns vor zwei Jahren ausgebaut. Sparten-Chefin Blythe Masters ist eine der erfolgreichsten Frauen an der Wall Street.

Der Chef der Investmentsparte, Jes Staley, sagte, mit der Übernahme verdoppele sich der Kundenstamm der Bank im Rohstoffhandel nahezu. In den ersten elf Monaten 2009 hat RBS Sempra rund 300 Mio. Dollar verdient.

JP Morgan hatte zunächst rund vier Mrd. Dollar für RBS Sempra als Ganzes geboten. Das geplante Verbot des Eigenhandels von Banken in den USA hatte aber einen Sinneswandel gebracht. An dem Unternehmen hatte auch die Deutsche Bank Interesse gezeigt, die im Rohstoffhandel expandieren will. Sie hatte sich aber im Januar aus dem Bieterprozess zurückgezogen.

Händler bei RBS Sempra zeigten sich nach vier Monaten der Unsicherheit erleichtert: „Das alles sieht vielversprechend aus.Ich erwartet keine Stellenstreichungen“, sagte einer von ihnen. „Das bringt uns in eine ganz andere Liga.“

Der Verkauf von RBS Sempra ist Teil der EU-Auflagen für die Staatshilfe an die Royal Bank of Scotland (RBS), die inzwischen zu 84 Prozent dem britischen Staat gehört. RBS hält 51 Prozent an dem 2008 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen, Sempra Energy 49 Prozent. Der RBS fließen nach eigenen Angaben rund 800 Mio. Dollar zu, Sempra Energy rechnet mit 940 Mio. Dollar. RBS-Finanzchef Bruce Van Saun sprach von einem „fairen Preis“, RBS werde einen kleinen Gewinn aus dem Verkauf ziehen.

JP Morgan zahlt 468 Mio. Dollar mehr als den Buchwert des Gemeinschaftsunternehmens.

Die RBS hatte vor zwei Jahren rund 1,7 Mrd. Dollar für ihre Beteiligung bezahlt, Sempra steckte zugleich 1,6 Mrd. in das Unternehmen. Für das kalifornische Unternehmen ist der Rohstoffhandel eine der wichtigsten Erlösquellen. In den ersten neun Monaten kam von dort ein Drittel des Gewinns. Analyst Lasan Johong von RBC Capital Markets sagte, der Rückkauf des Geschäfts in den USA könnte Sempra rund 88 Mio. Euro kosten.

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