
DÜSSELDORF. Die US-amerikanische Bank Goldman Sachs plant, ihr Eigenkapital so um fünf Mrd. Dollar (ca. 3,8 Mrd. Euro) zu erhöhen. Die britische HSBC nahm bereits Anfang April 12,5 Mrd. Pfund (ca. 13,9 Mrd. Euro) über eine Kapitalerhöhung ein. Dieser Weg stehe jedoch nur wenigen Banken bei Vorlage guter Quartalszahlen und bei positiver Stimmung an den Aktienmärkten offen, sagt Michael Dawson-Kropf, Bankenanalyst bei der Ratingagentur Fitch. Banken mit erheblichem Kapitalbedarf bleibt oft nur die Option, auf Staatshilfen zurückzugreifen. Doch diese erhöhen nicht immer die Qualität des Eigenkapitals.
Das beste Kapital einer Bank ist das Kernkapital (Tier1-Kapital). Die Tier1-Quote der europäischen Banken lag Ende 2008 laut Morgan Stanley bei durchschnittlich 9,1 Prozent und damit über der aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Quote. Denn Banken müssen ihre Risikoaktiva zu mindestens acht Prozent mit Eigenkapital unterlegen. Wenigstens vier Prozent müssen dabei Tier1-Kapital sein. Diese Regel wird zurzeit überarbeitet: Vermutlich fordern die Regulierer zukünftig mehr Kernkapital.
Unter den europäischen Großbanken wiesen 2008 die Schweizer Banken Credit Suisse und UBS mit 13,3 und 11,0 Prozent eine der höchsten Tier1-Quoten auf. Die Deutsche Bank folgte mit 10,1 Prozent. Die Quote der HSBC stieg durch die Kapitalerhöhung von 8,3 auf 9,8 Prozent.