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Referenzzins: Landesbanken wird Euribor-Festsetzung zu heiß

Einige Landesbanken sind nach dem Manipulationsskandal verunsichert, ob sie an der Euribor-Festsetzung festhalten wollen. Ein Ausstieg würde die Pläne von Politikern untergraben, die den Referenzzins reformieren wollen.

Einige große Landesbanken denken über einen Rückzug aus der Festsetzung des Referenzzinses Euribor nach, der durch den Manipulationsskandal in Verruf geraten ist. Quelle: dapd
Einige große Landesbanken denken über einen Rückzug aus der Festsetzung des Referenzzinses Euribor nach, der durch den Manipulationsskandal in Verruf geraten ist. Quelle: dapd

FrankfurtImmer mehr Banken wird das Mitwirken am europäischen Referenzzins Euribor zu gefährlich. Nach der BayernLB erwägen weitere große Landesbanken aus der Erhebung des Euribor auszusteigen, der durch einen Manipulationsskandal in Verruf geraten ist, wie der Branchenverband VÖB am Mittwoch erklärte.

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"Alle Banken haben ein vitales Interesse daran, dass der Euribor funktioniert", sagte VÖB-Präsident Christian Brand. Wenn es klare Spielregeln gebe, würden die Landesbanken weiter im Panel bleiben. "Aber man muss natürlich die Rechtsrisiken beachten." Nach seinen Worten wiegen die Institute derzeit das Für und Wider ab. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Die BayernLB war Anfang Januar als erste Landesbank aus der Erhebung des Euribor ausgestiegen, auch andere Institute prüfen einen entsprechenden Schritt. Die LBBW will künftig nur noch bei der Festsetzung von Indizes mitarbeiten, wenn sie in dem betroffenen Marktbereich genügend Geschäfte macht und aussagekräftige Daten beisteuern kann, wie das Institut kürzlich ankündigte. Die NordLB will zunächst beobachten, wie sich die Lage weiter entwickelt.

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Der Ausstieg von Banken aus dem Erhebungsprozess droht die Pläne von Politikern und Aufsehern zu untergraben, die den Euribor angesichts der jüngsten Manipulationen durch Großbanken reformieren und zuverlässiger machen wollen. Je mehr Institute bei der Festlegung mitmachen, desto schwieriger ist es für einzelne, den Satz durch falsche Angaben zu verzerren.

Ähnlich wie der Londoner Interbankenzins Libor, der im Zentrum des Manipulationsskandals steht, beruht der Euribor auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. Sie melden einmal täglich die Zinsen, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Auf dieser Basis wird dann der Euribor-Referenzzins ermittelt, an dem sich die Preise für viele Finanzprodukte wie Hypotheken oder Tagesgeld orientieren.

Landesbanken

Reuters hatte bereits Mitte Dezember berichtet, dass mehrere Landesbanken einen Ausstieg aus dem Euribor erwägen. Neben den Kosten haben die Institute vor allem Angst vor teuren Prozessen, falls es bei der Erhebung oder Übermittlung der Daten zu Fehlern kommt. "Die Banken übernehmen beim Euribor eine hoheitlich Aufgabe", sagte ein Banker zu Reuters. "Und vielen ist unwohl dabei, dass sie dabei ein Risiko auf sich nehmen."

Auch andere Institute haben sich zuletzt aus der Erhebung des Euribor zurückgezogen - unter anderem der Fondsdienstleister Deka, die US-Bank Citigroup und die niederländische Rabobank. Am Dienstag hatte auch die Schweizer Großbank UBS angekündigt, nicht bei der täglichen Bestimmung des Euribor mitzumachen.

  • 20.03.2013, 21:17 UhrMazi

    Scheinbar haben sich die Aufsichtsbehörden nie um das wichtige Feld gekümmert. Wenn dem so ist, muss die Frage erlaubt sein, was man dort unter Finanzaufsicht verstanden hat. Kontenbfragen sind bestimmt nichts Wesentliches!

    Und die wollen jetzt das Gedankengut in einer europäischen Bankenaufsicht extrapolieren! Wo ist die "Elite" Deutschlands? Weshalb zeigt se nicht die rote Linie auf, die überschritten wurde und uns die Krise geschaffen hat?

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