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Reform: Bilanzen sollen Risikostrategien besser zeigen

Jahresabschlüsse sollen Investoren künftig besser über die Risikostrategie von Banken und Unternehmen aufklären. Das internationale Bilanzgremium IASB legte gestern Vorschläge für eine Reform der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vor. Für Unternehmen erhält die für 2013 geplante Reform aber auch einen Wermutstropfen.

Das internationale Bilanzgremium IASB hat Vorschläge für eine Reform der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vorgelegt. Quelle: www.bilderbox.com
Das internationale Bilanzgremium IASB hat Vorschläge für eine Reform der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen vorgelegt. Quelle: www.bilderbox.com

FRANKFURT. „Investoren sollen dadurch besser verstehen können, wie das Risikomanagement eines Unternehmens arbeitet“, sagte das IASB-Mitglied Elke König dem Handelsblatt.

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Das IASB ist ein Expertengremium, das die Regeln für die internationale Rechnungslegung (IFRS) erstellt. Das gestern veröffentlichte Papier ist der dritte Teil einer Reform zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten. In den anderen Teilen ging es um Bewertungsfragen und die Risikovorsorge.

Dieser dritte Teil ist für Banken und Industriekonzerne relevant, weil sich viele Industriefirmen vor Preisschwankungen bei Rohstoffen schützen. Künftig sollen die Bilanzen direkter zeigen, in welchem Umfang Wertpapiere oder Rohstoffe gegen Preisrisiken abgesichert sind und wie effektiv diese Absicherung ist. Experten bewerten die Neuerungen positiv.

Für Banken enthält die Reform aber auch einen Wermutstropfen. Denn die Frage, wie man künftig Absicherungsinstrumente bilanzieren soll, die ganze Wertpapierportfolien vor Wertschwankungen schützen, verschob das IASB auf einen späteren Zeitpunkt. „Das ist für die Finanzindustrie bedauerlich, denn genau diese Frage taucht in der Praxis besonders häufig auf“, sagte Burkhard Eckes, Leiter für Banken und Kapitalmarkt bei der Wirtschaftsprüfergesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC).

Erleichterungen gibt es vor allem für Industriekonzerne, die Waren- und Rohstoffgeschäfte mit Derivaten absichern. Für sie wird es künftig leichter, solche Absicherungsstrategien in der Bilanz transparent zu machen. Bislang war es kompliziert und zum Teil sogar unmöglich, dies in der Bilanz abzubilden. „Gerade Fluglinien und Energieversorger hatten darüber geklagt, dass sie mit den aktuellen Rechnungslegungsvorschriften ihre Absicherungsstrategien nicht angemessen abbilden können“, sagte König.

Viele Fluggesellschaften sichern sich zum Beispiel gegen einen Preisanstieg des Flugbenzins dadurch ab, dass sie sich gegen Schwankungen des Rohölpreises absichern. Dieser Vorgang ließ sich bisher nicht transparent in der Bilanz abbilden, denn Rohöl ist nur ein Teilrisiko des Flugbenzinpreises. Die neuen Regeln berücksichtigen dies. „Gerade vor dem Hintergrund schwankender Rohstoffpreise sind die zukünftigen Regelungen für Industrieunternehmen eine deutliche Verbesserung“, sagte PwC-Partner Guido Fladt.

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