_

Regulierung: Banken fürchten neuen Nationalismus

Nicht erst seit dem neuesten Alleingang von US-Präsident Barack Obama fürchten sich die internationalen Großbanken vor einer Fragmentierung der Finanzwelt. Immer eindringlicher warnen die Institute, dass der Reformeifer der Politiker zu einer Zersplitterung und Renationalisierung der globalen Märkte zu führen droht. Die Banken sehen dadurch sogar die konjunkturelle Erholung gefährdet.

Barack Obamas Alleingang gibt der Furcht vor einer Regulierungsfragmentierung der Banken neue Nahrung. Quelle: dpa
Barack Obamas Alleingang gibt der Furcht vor einer Regulierungsfragmentierung der Banken neue Nahrung. Quelle: dpa

NEW YORK/LONDON/ZÜRICH. Als sich die Spitzen der Finanzmarktaufsicht der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer Anfang Januar zur Sitzung des Financial Stability Board (FSB) in Basel trafen, stand auch eine diskrete Konsultationsrunde mit führenden Bankenchefs auf dem Programm. Unter Führung von Josef Ackermann, dem Präsidenten des weltweiten Lobby-Verbandes Institute of International Finance, unterbreiteten die Geldhäuser den Aufsehern vor allem eine Forderung: "Stoppt den Rückfall in die Renationalisierung unter dem Deckmantel von Bankenrettung und Finanzmarktreform".

Anzeige

Die Einigkeit scheint zu zerbrechen

Tatsächlich hat bereits vor dem jüngsten Obama-Vorstoß eine Reihe von Alleingängen in Sachen Regulierung die Einigkeit der G-20 in Sachen Finanzmarktreform untergraben. Gerade das Beispiel der USA zeigt, dass der auf internationalen Konferenzen gefasste gute Vorsatz zu koordiniertem Vorgehen schnell an der innenpolitischen Realität scheitern kann.

So ist es US-Präsident Obama bislang nicht gelungen, in Washington einen Konsens über die künftige Finanzmarktaufsicht in den USA herzustellen. Bislang ist völlig unklar, ob die Notenbank Fed in Zukunft die Hauptverantwortung für die Bankenaufsicht tragen wird und ob im Gegenzug eine neue Verbraucherschutzagentur Kompetenzen der Zentralbank übernehmen wird. Experten erwarten, dass das Weiße Haus am Ende die Lösung wählen wird, von der sich der Präsident den größten innenpolitischen Vorteil verspricht. Ob dies in die internationale Landschaft passt, spielt dabei zunächst keine Rolle.

Das zeigt das Beispiel der Sondersteuer für Banken, die Obama Anfang des Jahres aus dem Hut zauberte. Erst nach Verkündigung der Pläne schickte der US-Präsident Finanzminister Tim Geithner mit der Aufforderung an die internationale Gemeinschaft vor die Kameras, Europa möge sich doch am US-Vorbild orientieren. Dass vor allem Großbritannien mit einer ebenfalls im Alleingang verabschiedeten Bonussteuer bereits einen eigenen Weg gefunden hatte, die Banken zur Kassen zu bitten, spielte dabei keine Rolle. Aber auch die Briten sorgen für Verärgerung bei den internationalen Großbanken. Das gilt vor allem für ihren Plan, mit einer drastischen Verschärfung der Kapitalanforderungen für das globale Liquiditätsmanagement der in der Londoner City operierenden Töchter von Auslandsbanken voranzupreschen.

  • 22.01.2010, 09:21 UhrAnonymer Benutzer: Tasse im Schrank

    Sicher besteht die Gefahr "irrationaler" politischer Entscheidungen (die besteht bekanntlich immer). Aber eine branche, die jedes Schamgefühl verloren hat und sich immer noch aufführt wie eine durchgeknallte Gangsterbande, deren Kritik beeindruckt nicht wirklich. Wer ohne Hemmungen ganze Gesellschaften in Geiselhaft genommen und demokratisch gewählte Regierungen erpresst hat, der muss sich über "irrationale" Reaktionen kaum wundern.

  • Die aktuellen Top-Themen
Intercontinental Hotels Group: „Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

„Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

Intercontinental Hotels Group will in Deutschland expandieren und die Branchenspitze erklimmen. Erstmals gibt der Weltmarktführer Einzelheiten des geplanten Projekts bekannt.

Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

Die teuerste Werbefläche: Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

Der Werbeplatz auf dem Bundesliga-Trikot ist beliebt - und kostspielig. Und die Preise dürften weiter steigen. Derzeit ist bei Werder Bremen wieder ein Fleckchen zu haben. Interessenten gibt es genug.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.