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Rekordzahlen: Wüstenrot verkauft so viele Verträge wie nie

Wüstenrot hat das Neugeschäft im vergangenen Jahr ordentlich gesteigert. Mit einer Bausparsumme von mehr als zwölf Milliarden Euro erreicht die Bausparkasse ein Rekordniveau. Doch in einem Bereich läuft es schlechter.

Die Wüstenrot-Zentrale in Ludwigsburg. Die Bausparkasse hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufgestellt: Sie hat so viele Verträge verkauft wie noch nie. Quelle: dpa
Die Wüstenrot-Zentrale in Ludwigsburg. Die Bausparkasse hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufgestellt: Sie hat so viele Verträge verkauft wie noch nie. Quelle: dpa

StuttgartDeutschlands zweitgrößte Bausparkasse Wüstenrot hat im vergangenen Jahr so viele neue Verträge abgeschlossen wie nie zuvor. Zum fünften Mal in Folge sei das eingelöste Neugeschäft gestiegen, teilte die Tochter des Stuttgarter Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische am Freitag mit. Mit einem Zuwachs um 3,4 Prozent sei 2012 eine Bestmarke von 12,2 Milliarden Euro Bausparsumme erzielt worden.

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Nach eigenen Berechnungen habe Wüstenrot damit den Marktanteil leicht ausgebaut. Das Brutto-Neugeschäft – einschließlich der noch nicht eingezahlten Verträge – habe im vergangenen Jahr bei rund 15,3 Milliarden Euro auf dem Rekordniveau des Vorjahres stagniert.

Renditevergleich: Bausparen versus Banksparplan

  • Vorgaben

    Mann, ledig, älter als 25 Jahre, Angestellter, verdient mehr als 25.600 Euro brutto im Jahr.
    Quelle: FMH Finanzberatung

  • Bausparvertrag

    Sparrate im Monat: 83 Euro – kann aber auch beliebig höher sein, Sparzeit: Sieben Jahre

  • Platz 5

    Deutsche Bank
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.255 Euro, Rendite: 1,12 Prozent

  • Platz 4

    Schwäbisch Hall
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.304, Rendite: 1,31 Prozent

  • Platz 3

    Wüstenrot
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.367 Euro, Rendite: 1,55 Prozent

  • Platz 2

    Alte Leipziger
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.528 Euro, Rendite: 2,16 Prozent

  • Platz 1

    Debeka
    Sparsumme: 6.972 Euro, Guthaben: 7.655 Euro, Rendite: 2,63 Prozent

  • Sparplan der Banken

    Voraussetzungen: sieben Jahre, 100 Euro Sparrate, Neukunde
    Quelle: FMH Finanzberatung

  • Platz 5

    PSD Bank RheinNeckarSaar,

    Angebot: Regional, Rendite: 1,89 Prozent, Zinssatz: fest

  • Platz 4

    Sparda-Bank München,

    Angebot: Regional, Rendite: 1,90 Prozent, Zinssatz: variabel

  • Platz 3

    NordFinanz Bank AG,

    Angebot: Bundesweit, Rendite: 2,14 Prozent, Zinssatz: fest

  • Platz 2

    PSD Bank München,

    Angebot: Regional, Rendite: 2,33 Prozent, Zinssatz: variabel

  • Platz 1

    VTB Direktbank,

    Angebot: Bundesweit, Rendite: 3 Prozent, Zinssatz: fest

Wüstenrot ist in den vergangenen Jahren vor allem über Zukäufe gewachsen, zum Jahreswechsel 2012/13 wurden die Verträge der im Jahr 2010 erworbenen Allianz Dresdner Bauspar integriert. Zwei Jahre zuvor war die Vereinsbank Victoria Bauspar AG eingebunden worden. Außer über den eigenen Vertrieb verkauft Wüstenrot seine Bauspar-Produkte unter anderem über die Commerzbank, die 2012 ein Bausparvolumen von knapp zwei Milliarden Euro beisteuerte.

Schlechter als 2011 lief im vergangenen Jahr das Baufinanzierungs-Geschäft bei Wüstenrot: Die Summe der neu vermittelten Kredite sei auf vier von 4,4 Milliarden Euro gesunken. Die Profitabilität des Neugeschäfts sei aber deutlich gesteigert worden, sagte Vertriebsvorstand Bernd Hertweck.

Warum sollte ich einen Bausparvertrag abschließen?

  • Zinsgarantie

    Weil die späteren Darlehenszinsen bereits bei Abschluss des Bausparvertrages garantiert werden – selbst wenn das Darlehen erst in 20 Jahren oder später ausgezahlt werden sollte.

  • Renovierungen

    Weil Bausparverträge nicht nur bei Bau- oder Kaufvorhaben eingesetzt werden können, sondern auch bei Renovierungen und Modernisierungen.

  • Grundbuch

    Weil Bauspardarlehen auch nachrangig im Grundbuch abgesichert werden können, ohne dass dafür – wie bei einem Bankdarlehen – höhere Zinsen anfallen. Voraussetzung ist, dass Bank- und Bauspardarlehen zusammen nicht mehr als 80 Prozent des Beleihungswertes ausmachen. Das entspricht etwa 72 Prozent des Kaufpreises oder Verkehrswertes.

  • Niedrige Darlehenszinsen

    Weil die meisten Bausparkassen Darlehenszinsen zwischen 2,75 und 4,25 Prozent anbieten. Bei einigen wenigen Bauspartarifen liegen die Kreditzinsen bei fünf Prozent, dafür gibt es aber auch drei Prozent an Guthabenzinsen. Sollte die spätere Bankhypothek billiger sein als das Bauspardarlehen, kann man sich problemlos für das Bankdarlehen entscheiden und auf das Bauspardarlehen verzichten. Folglich sind hohe Guthaben- und Darlehenszinsen beim Bausparen nicht unbedingt falsch.

  • Keine Ansparraten

    Weil man keine festen Ansparraten hat, solange man den Vertrag nicht an eine Bank abgetreten hat. Man kann die Regelsparrate des Tarifs wählen oder jeden anderen beliebigen Betrag monatlich einbezahlen oder in einzelnen größeren Beträgen sein Bausparguthaben ansparen. Selbst wenn der Bausparvertrag jahrelang nicht bespart wird, schickt die Bausparkasse keine Mahnung.

  • Wohnungsbauprämie

    Weil man noch Wohnungsbauprämie vom Staat bekommt, wenn man als Lediger maximal 25.600 Euro zu versteuerndes Einkommen hat. Die Wohnungsbauprämie wird dem Bausparkonto jedoch nur dann gutgeschrieben, wenn das Guthaben für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird. Dazu zählt aber auch die Badrenovierung in einer Mietwohnung oder der Kauf einer neuen Einbauküche.

  • Hohe Rendite

    Wer die oben genannte Einkommensgrenze einhält, erzielt bei der optimalen Sparrate von monatlich 43 Euro nach sieben Jahren Sparzeit eine Rendite von drei bis fünf Prozent – je nach Bausparkasse. Die staatliche Förderung durch die Wohnungsbauprämie beträgt jährlich 45,06 Euro. Das sind 8,8 Prozent auf die maximal geförderte Jahressparrate von 512 Euro. Bei verheirateten Personen verdoppeln sich Einkommenshöhe und Sparrate – die Rendite ist fast identisch.

  • Sparen für Kinder und Enkel

    Wer für seine Kinder oder Enkel sparen will, kann das über einen Bausparvertrag tun. Ist das Kind mindestens 16 Jahre alt, hat es Anspruch auf die Wohnungsbauprämie, ohne dass das geförderte Bausparguthaben später für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden muss. Voraussetzung ist, dass das Kind bei Vertragsabschluss das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Daraus ergibt sich bei optimaler Bausparhöhe eine garantierte Rendite von bis zu fünf Prozent – ein Wert, der derzeit nur selten erzielt wird.

  • Zielgerichtetes Sparen

    Weil ein Bausparvertrag zielgerichtetes Sparen fördert. Man kündigt vermutlich kaum einen Bausparvertrag, um eine Urlaubsreise zu machen, da der Bausparvertrag helfen soll, den Wunsch nach einem Eigenheim zu verwirklichen. 

  • Unterstützung beim Eigenbau

    Weil man damit später seine Kinder oder Enkelkinder beim Eigenheimbau unterstützen kann. Dazu wählt man eine passende Vertragshöhe, die man bequem besparen und tilgen kann, und stellt später die Bausparsumme den Bauherren zur Verfügung.

  • Zinsrisiko absichern

    Man kann damit das Zinsrisiko beim Anschlussdarlehen absichern. Wer bereits ein Hypothekendarlehen hat, das weder eine Sondertilgung noch eine Tilgungsveränderung während der Zinsfestschreibung erlaubt, kann mit einem Bausparvertrag  sein Zinsrisiko beim Anschlussdarlehen reduzieren. Voraussetzung ist, dass der Bausparvertrag zum Ende der Zinsbindung sicher zugeteilt werden wird.

  • Fazit

    Ein Bausparvertrag eignet sich hervorragend zum Ansparen von Eigenkapital für ein späteres Bauvorhaben oder zur Bildung von Renovierungsrücklagen. Wer jedoch erst zum Zeitpunkt der Finanzierung einen Bausparvertrag abschließt, und damit später die Bankhypothek ablösen will, zahlt in aller Regel drauf. Quelle: FMH.

Der Marktführer im deutschen Bauspargeschäft, Schwäbisch Hall, vertreibt seine Policen vor allem über die Volks- und Raiffeisen-Bankgruppe. Der Branchenführer will am Dienstag Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr bekanntgeben. Die Bausparkassen haben wie die Versicherer mit der derzeitigen Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten zu kämpfen: Sie geraten in Schwierigkeiten, die garantierten Renditen zu verdienen.

Viele Kunden halten bei den Bausparkassen noch Verträge mit hohen Zinssätzen von 3,5 bis fünf Prozent aus den 1990er Jahren. 1997 lag der Guthabenzins auf Bausparguthaben noch bei durchschnittlich 3,12 Prozent, 2012 gerade noch bei 1,15 Prozent.

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Wüstenrot hatte daher wie andere Bausparkassen in einer umstrittenen „Beratungsoffensive“ versucht, Kunden vor dem Jahresende zur Kündigung hochverzinslicher Verträge zu bewegen, was bei Verbraucherschützern auf Proteste stieß. Die Bausparkassen verwalten insgesamt einen Vertragsbestand von 786 Milliarden Euro.

Wann sollte man keinen Bausparvertrag abschließen?

  • Anschlussdarlehen mit Bausparvertrag finanzieren

    Wenn der Banker beim Finanzierungsgespräch einen Bausparvertrag empfiehlt, um das spätere Anschlussdarlehen mit einem Bausparvertrag zu finanzieren. Denn: Würden die notwendigen Bausparraten in die erhöhte Tilgung das Bankdarlehens fließen, müsste der Zins des Anschlussdarlehens nach zehn Jahren meist bis auf acht Prozent und mehr steigen, damit sich der Bausparvertrag lohnen würde. Nur wer solche hohen Anschlusszinsen erwartet, ist mit einem zusätzlich besparten Bausparvertrag auf der sicheren Seite.

  • Tilgungsgeschwindigkeit

    Wenn man innerhalb von zwei oder drei Jahren über den zugeteilten Bausparvertrag verfügen möchte. Dann würde die Rückzahlungsrate so hoch ausfallen, dass man diese Rate kaum tragen kann. Bankdarlehen mit hohen Zinsen sollten schnell und Bausparverträge mit niedrigen Zinsen sollten eigentlich langsam getilgt werden.

  • Fehlender Zahlungsplan

    Wenn der Banker oder Vertreter keinen Zahlungsplan für die gesamte angedachte Laufzeit des Bausparvertrages liefert und/oder keinen gesamten Effektivzins für Bauspar- und Bankdarlehen nennt. Ein Beispiel zeigt, warum: Das Bankdarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung  hat einen Effektivzins von 3,87 Prozent,  das Bauspardarlehen einen Effektivzins von 3,78 Prozent. Wer nun vermutet, der gesamte Effektivzins läge bei 3,82 Prozent, der irrt. Tatsächlich ergibt sich ein gesamter Effektivzins von 4,39 Prozent, wenn das Bankdarlehen nach zehn Jahren mit dem Bausparvertrag abgelösten werden soll. Der Grund für die Diskrepanz zwischen Annahme und Realität sind die niedrigen Guthabenzinsen in der Ansparphase.

  • Fazit

    Ein Bausparvertrag eignet sich hervorragend zum Ansparen von Eigenkapital für ein späteres Bauvorhaben oder zur Bildung von Renovierungsrücklagen. Wer jedoch erst zum Zeitpunkt der Finanzierung einen Bausparvertrag abschließt, und damit später die Bankhypothek ablösen will, zahlt in aller Regel drauf. Quelle: FMH.

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