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Renditen: Deutsche Bank warnt Branche vor längerer Schwächephase

In der Bankenbranche dürfte die Zeit der hohen Renditen so bald nicht wiederkommen. Jetzt stimmt auch der künftige Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, den Markt auf eine Periode der Bescheidenheit ein.

Jürgen Fitschen, künftiger Co-Vorstandschef der Deutschen Bank. Quelle: dpa
Jürgen Fitschen, künftiger Co-Vorstandschef der Deutschen Bank. Quelle: dpa

DüsseldorfDie kommende neue Führung der Deutschen Bank senkt die Erwartungen. Bisher hatte Vorstandschef Josef Ackermann die Zielrendite von 25 Prozent noch nicht grundsätzlich aufgegeben. Sein Nachfolger dagegen sieht die Branche vor einer längeren Schwächephase. So sagte Jürgen Fitschen, der künftige Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, bei einem Treffen prominenter Bankenvertreter, Ökonomen und Politiker in Berlin: "Wir treten in eine Periode niedrigerer Renditen ein. Es gibt Mutmaßungen in der Branche, die von 10 bis 15 Prozent Eigenkapitalrendite für die Branche sprechen."

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Im Augenblick habe Sicherheit und Liquidität für ein Kreditinstitut wie die Deutsche Bank Vorrang, betonte Fitschen. Der scheidende Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hatte in der Vergangenheit eine Rendite von 25 Prozent angepeilt und im Jahr 2008 auch tatsächlich erreicht. Ackermann hatte allerdings bereits selbst angekündigt, dass diese Größe im laufenden Geschäftsjahr verfehlt werde.

Deutsche-Bank-Aktie Die ernüchternde Bilanz von Josef Ackermann

  • Deutsche-Bank-Aktie: Die ernüchternde Bilanz von Josef Ackermann
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Wegen der europäischen Schuldenkrise hatte die Deutsche Bank ihr ehrgeiziges Gewinnziel bereits im Oktober aufgegeben. Ackermann war da endgültig auf Distanz zu seinem großen Ziel gegangen, in diesem Jahr einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro vor Steuern im Kerngeschäft zu erreichen. Diese Marke sei nach einem enttäuschenden dritten Quartal außer Reichweite, weil Besserung nicht in Sicht sei, hatte er auf einer Investorenkonferenz in London eingeräumt. Vor allem das Investmentbanking leidet unter der lähmenden Angst von Unternehmen und Anlegern vor der Pleite eines Euro-Landes. Im Kapitalmarktgeschäft sollen nun bis März 2012 weitere 500 Stellen abgebaut werden - allerdings vor allem im Ausland.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hatte in den ersten sechs Monaten nach ihrer Ziel-Definition im Kerngeschäft 5,5 Milliarden Euro verdient. Das vierte Quartal ist traditionell eher mau, daher hätte sie im dritten Vierteljahr Analysten zufolge schon 2,5 bis drei Milliarden Euro einfahren müssen, um ihr Ziel noch zu erreichen. Vor einem Jahr waren es 1,3 Milliarden Euro - und damals war lief das Geschäft vor allem im September deutlich besser. Seit Anfang September hatten 13 von 29 Analysten ihre Gewinnerwartungen nach unten geschraubt, und zwar im Schnitt um gut zehn Prozent. Auch über andere im Investment-Banking starke Banken wie Goldman Sachs haben Experten wegen der Krise an den Märkten ihre Daumen gesenkt.

Ackermann hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass das Gewinnziel nur in einem normalen Marktumfeld zu erreichen sei. Angesichts der Verwerfungen als Folge der Schuldenkrise in der Euro-Zone kann davon jedoch keine Rede sein.

  • 05.12.2011, 12:49 UhrNirgendwer

    . . . ach so, und in ein paar Jahren, wenn die Aussichten wieder besser sind, zusätzliche Boni einfordern (OHNE die Festgehälter entsprechend zu reduzieren!). Dazu kommen dann natürlich noch die jährlichen Gehaltsanpassungen (Inflationsausgleich etc.). So dreht sich die Mänätscher-Lohnspirale schön nach oben, auch bei stagnierenden oder rückläufigen Gewinnen, und bei steigenden Gewinnen schöpft man in Form von Boni einfach dauerhaft zusätzlich was ab, was bei wieder schlechter werdenden Aussichten flugs wieder von Boni in Festgehälter gewandelt wird . . .

  • 05.12.2011, 11:20 UhrNirgendwer

    Aber vorher noch schnell die Boni in Festgehälter umwandeln, damit man bei sinkenden bzw. nicht mehr zu erreichenden, aber propagierten Eigenkapitalrenditen nicht auch noch sinkende Mänätscher-Gehälter in Kauf nehmen muss.

  • 05.12.2011, 11:16 UhrNirgendwer

    Aber vorher noch schnell die Boni in Festgehälter umwandeln, damit man bei sinkenden bzw. nicht mehr zu erreichenden, aber propagierten Eigenkapitalrenditen nicht auch noch sinkende Mänätscher-Gehälter in Kauf nehmen muss.

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