
HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die schärferen Anforderungen durch die Finanzkrise und die Belastungen aus dem Kauf der Dresdner Bank haben die Commerzbank unter den Rettungsschirm des Bundes gezwungen. „Wir haben im Moment einen Paradigmenwechsel, der sich vollzieht und Änderungen im Wettbewerbsumfeld“, sagte Vorstandschef Martin Blessing am Montagnachmittag in einer Telefonkonferenz.
Die Märkte verlangten mehr Eigenkapital von den Banken. Viele internationale Wettbewerber hätten in den letzten Wochen ihre Kapitalbasis mit Hilfe des Staates oder Investoren massiv gestärkt. „Entweder mussten wir Wettbewerbsnachteile in Kauf nehmen oder ähnliche Schritte gehen.“
Auf Kapitalseite habe die Bank unter den neuen Vorzeichen Nachbesserungsbedarf gehabt. Mit Hilfe der stillen Einlagen des Bundes in Höhe von 8,2 Milliarden Euro solle die Kernkapitalquote von derzeit 7,3 auf 11,2 Prozent steigen. „Wir sind mit dieser Kapitalzufuhr auf Augenhöhe mit internationalen Wettbewerbern. Wir werden durch die Krise, die andauert, durchkommen“, sagte Blessing.
Als zusätzliche Belastung müsse die Commerzbank neben der Finanzkrise auch noch die Übernahme der Dresdner Bank stemmen. Blessing sprach von „spezifischen Herausforderungen“. Ob die Dresdner Bank ebenfalls Geld vom Staat benötigt, wollte der Banker nicht sagen. Dies sei Sache des Mutterkonzerns Allianz, der bis Jahresende rechtlich für die Bank verantwortlich bleibe.
Die stille Einlage in Höhe von 8,2 Mrd. Euro werde komplett auf das Kernkapital angerechnet. Ferner räume der Fonds der Bank als Option eine Garantie für Schuldverschreibungen über 15 Mrd. Euro ein. "Wir haben das Maßnahmenpaket der Bundesregierung von Anfang an begrüßt", erklärte Vorstandssprecher Martin Blessing. "Wir machen von den Instrumenten des Pakets Gebrauch, weil dies gut für die Bank, ihre Mitarbeiter und Kunden ist." Damit sichere die Commerzbank ihre Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich ab. Die Kapitalzufuhr in Form stiller Einlagen trage auch den Interessen der Aktionäre Rechnung.