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Risiken trägt der Verband: Einlagensicherung bleibt auf Wölbern sitzen

Die Risiken der vor vier Monaten aufgefangenen kleinen Privatbank Wölbern bleiben am Einlagensicherungsfonds der privaten Banken hängen. Das Hamburger Bankhaus M.M. Warburg & Co, die Wölbern im April aufgefangen hatte, übernimmt nur Teile des Privatkundengeschäfts. Damit wird der Fonds, der ohnehin als finanziell strapaziert gilt, weiter belastet.

Gebäude der Privatbank Wölbern in Hamburg: Der Verkauf des Geldhauses in seiner Gesamtheit ist gescheitert. Quelle: Bankhaus Wölbern
Gebäude der Privatbank Wölbern in Hamburg: Der Verkauf des Geldhauses in seiner Gesamtheit ist gescheitert. Quelle: Bankhaus Wölbern

FRANKFURT. „Das Bankhaus Wölbern wird gegenwärtig auf eine Tochtergesellschaft des Einlagensicherungsfonds übertragen, nachdem sich die ursprünglich geplante Veräußerung der Bank in ihrer Gesamtheit an andere Erwerbsinteressenten zerschlagen hat“, bestätigte eine Sprecherin des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) Informationen des Handelsblatts.

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Dazu gehörten die Vermögensverwaltung und das Einlagengeschäft, sagte ein Warburg-Sprecher. „Damit ist eine gute und beständige Betreuung der Kunden gewährleistet.“ Ein Sprecher des Bundeskartellamts bestätigte, dass die Behörde den Kauf von Vermögensteilen des Bankhaus Wölbern durch M.M. Warburg bereits genehmigt habe. Um welche Kaufsumme es geht, wollte keine der Parteien sagen.

Die beim Einlagensicherungsfonds verbleibenden Teile des Bankhaus Wölbern sollen nach Informationen des Handelsblatts abgewickelt werden. Damit wird der Fonds, der ohnehin als finanziell strapaziert gilt, weiter belastet – auch wenn das Bankhaus Wölbern ein kleines Institut ist.

Unter anderem sitzt der gebeutelte Einlagensicherungsfonds seit mehr als einem Jahr auf der Düsseldorfer Hypothekenbank, deren geplanter Verkauf sich immer weiter hinauszögert. Zudem musste er sich an der Rettung der Mittelstandsbank IKB beteiligen und die Insolvenz der deutschen Lehman-Tochter stemmen.

Der Delegiertenversammlung des BdB hatte deshalb beschlossen, die Beiträge der rund 180 angeschlossenen Banken für den Einlagensicherungsfonds von bisher 0,3 Promille der abgesicherten Kundenforderungen auf 0,6 Promille zu verdoppeln.

Der nach der Herstatt-Pleite in den siebziger Jahren eingerichtete Einlagensicherungsfonds garantiert Einlagen von Mitgliedsbanken mit bis zu 30 Prozent des jeweiligen Eigenkapitals je Kunde. Seit der Pleite der fränkischen Schmidt-Bank im Jahr 2001 gilt er jedoch als so gut wie leer.

Wölbern ist mit einer Bilanzsumme von rund 700 Mio. Euro im Jahr 2007 verhältnismäßig klein. Viele Sparkassen sind größer. Das inklusive Vorgängerinstitute fast 200 Jahre alte Bankhaus hatte zuvor dem Arzt und Biotech-Investor Heinrich Maria Schulte gehört. Auch Schulte bestätigte den Übergang auf den Einlagensicherungsfonds.

Der Biotech-Unternehmer hatte Wölbern 2006 von der südafrikanischen Bank Absa gekauft und im Jahr darauf das Geschäft mit geschlossenen Fonds und Private-Equity-Fonds abgespalten. Dieses Emmissionsgeschäft sei sein eigentliches Ziel gewesen, sagt er. Die seither dafür zuständige Wölbern Invest AG ist von der Auffanglösung nicht berührt.

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