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Royal Bank of Scotland: Bondgläubiger sollten Banken mitsanieren

Die Londoner Filiale der Royal Bank of Scotland. Quelle: dpa
Die Londoner Filiale der Royal Bank of Scotland. Quelle: dpa

LondonStephen Hester will Verantwortlichkeiten für Bankenverluste ausweiten.

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Geht es nach Stephen Hester, dem Chef der teilverstaatlichten Royal Bank of Scotland (RBS), dann müssen in Zukunft auch die Gläubiger von Bankanleihen bei der Sanierung angeschlagener Institute bluten. „Im Prinzip ist es völlig normal, dass eine Bank, der das Eigenkapital ausgeht, auch ihre Anleihegläubiger in die Pflicht nimmt, und es ist wichtig, dass wir am Ende auch zu diesem Punkt kommen“, sagte Hester im Interview mit dem Handelsblatt und drei anderen europäischen Zeitungen.

Bislang wurden in der Finanzkrise nur die Aktionäre an den Verlusten maroder Banken beteiligt, während die  Investoren erstrangiger Anleihen außen vor blieben. Der Sieger der irischen Parlamentswahl Enda Kenny droht jetzt damit, erstmals auch die Gläubiger von Senior Bonds der Banken in die Pflicht zu nehmen.

Bislang stößt der Plan allerdings bei der Europäischen Zentralbank und  der EU auf hartnäckigen Widerstand. Notenbanker wie Lorenzo Bini Smaghi  warnen vor  einem Run auf die maroden irischen Banken und fürchten, dass die Panik auch auf andere Krisenstaaten der Eurozone übergreifen könnte.

Hester räumt ein, dass man mit den Märkten sensibel umgehen müsse, und den Investoren Zeit geben müsse, sich auf die neue Realität und die neuen Risiken einzustellen. In diesem Fall gebe es einen Konflikt zwischen dem langfristigen strategischen Ziel und der kurzfristigen Taktik.

In diesem Jahr will der Vorstandschef die RBS wieder in die Gewinnzone führen. „Wir haben unser Ergebnis bereits deutlich verbessert und erwarten, dass sich das 2011 fortsetzt. Unser Ziel ist es, in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben“, sagte Hester.

Die RBS gehört zu den prominentesten Opfern der Finanzkrise. Die Großbank war nach einem waghalsigen Wachstumskurs 2008 in akute Finanznot geraten, und musste vom britischen Staat mit rund 46 Milliarden Pfund gerettet werden. Noch immer hält der Staat 83 Prozent der Anteile.

Seit Hester die Führung von seinem gescheiterten Vorgänger Fred Goodwin übernahm, konnte er die Verluste deutlich reduzieren. 2008 sorgte die RBS mit einem Minus von über 24 Milliarden Pfund für einen Negativ-Rekord in der britischen Wirtschaftsgeschichte. 2010 lag der Nettoverlust nur noch bei 1,1 Milliarden Pfund.

Trotz der geplanten Rückkehr in die Gewinnzone hält Hester aber eine schnelle Reprivatisierung für unwahrscheinlich. Zunächst müsse die von der britischen Regierung eingesetzte Bankenkommission ihre Arbeit abschließen, die einen erheblichen Unsicherheitsfaktor darstelle. 

Die Kommission prüft im Auftrag von Premierminister David Cameron bis Herbst 2011, ob die britischen Großbanken aufgespalten werden müssen, um für mehr Stabilität und für mehr Wettbewerb zu sorgen.

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