
MAILAND WIEN. Der neu ernannte Vorstandsvorsitzende Federico Ghizzoni sagte in seinem ersten öffentlichen Auftritt in Mailand, dass sich Unicredit außerhalb von Italien und Deutschland vor allem auf die Märkte konzentrieren werde, wo das Unternehmen schon jetzt eine starke Präsenz hat. Details will er in einem neuen Strategieplan bis Ende des Jahres vorlegen. "Länder wie Polen, Türkei, Russland und die Tschechische Republik stehen für uns im Vordergrund", betonte Ghizzoni.
Der bisherige Osteuropa-Chef und Vize-Vorstandsvorsitzende Ghizzoni war Donnerstag zum neuen Chef von Unicredit ernannt worden. Er ersetzt damit Alessandro Profumo, der nur neun Tage vorher abrupt seinen Posten räumen musste. Ihm war vorgeworfen worden, die Bank zuletzt zu stark im Alleingang geleitet zu haben.
Um sich davon klar abzusetzen, wird Ghizzoni, der als viel diplomatischer als Profumo gilt, einen oder zwei Generaldirektoren zusätzlich berufen. Entscheidungen sollen so auf mehrere Schultern verteilt werden. "Die Ernennung des Generaldirektors wird eher eine Frage von Tagen und nicht von Wochen sein", sagte er. Gesucht werde intern.
Zur Nachfolge für seinen Posten an der Spitze der Division für Zentral- und Osteuropa sagte Ghizzoni nur: "Mein Nachfolger steht noch nicht fest. Ich habe bisher nicht die Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Aber wir werden bald jemanden finden." Ghizzoni betonte zudem, dass Wien die Zentrale für das Osteuropageschäft bleibt.
Nach der Papierform ist Carlo Vivaldi Favorit für die Nachfolge Ghizzonis auf dem Osteuropa-Chefposten. Vivaldi hatte eng mit Ghizzoni bei der Bank Austria als Finanzvorstand zusammengearbeitet. Fast das ganze Osteuropa-Geschäft von Unicredit wird von Wien aus über die Österreich-Tochter gesteuert.