
Wer plötzlich in seiner Bilanz 55,5 Milliarden Euro wiederentdeckt, dem trauen Deutschlands Satiriker noch mehr zu. So titelt das Magazin „Der Postillon“ heute „Legendäres Bernsteinzimmer in Keller von Hypo Real Estate aufgetaucht“.
Auch bei diesem gewaltigen Kunstfund gab es ein Malheur in der Bilanz: "Dass das Bernsteinzimmer in der Bilanz der Hypo Real Estate nie aufgetaucht ist, liegt ganz einfach daran, dass es zwar auf der Haben-Seite korrekt gebucht war, fälschlicherweise jedoch auch auf der Soll-Seite."
Die FMS Wertmanagement ist eine Abwicklungsanstalt, die die hochriskanten Giftpapiere der Krisenbank HRE als so genannte Bad Bank übernommen hat. Sie ist im Sommer 2010 gegründet worden, damit die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate, die mittlerweile als Deutsche Pfandbriefbank auftritt, nach der Finanzkrise einen wirtschaftlichen Neubeginn starten konnte.
Im Oktober 2010 lagerte die HRE Risikopapiere im Wert von 173 Milliarden Euro in die Bad Bank aus. Diese giftigen Papiere soll die FMS Wertmanagement in den kommenden zehn Jahren möglichst ohne größere Verluste wieder zu Geld machen. Die Abkürzung FMS steht für Finanzmarktstabilisierung.
Für die Verluste der öffentlich-rechtlichen Abwicklungsanstalt kommt der staatliche Rettungsfonds Soffin auf, letztendlich also der Steuerzahler. Im ersten Halbjahr 2011 verhagelte die Griechenland-Krise das Ergebnis. Ausgewiesen wurde ein Verlust von rund 690 Millionen Euro. Insgesamt hatte die FMS Ende Juni griechische Staatsanleihen im Nominalwert von 7,2 Milliarden Euro in den Büchern, plus weitere Engagements in dem Euro-Krisenland über 1,6 Milliarden Euro.
Die HRE-Bad-Bank beschäftigt der Halbjahresbilanz zufolge fast 70 Mitarbeiter. Zudem greift die Abwicklungsanstalt je nach Bedarf auf externe Dienstleister zurück, die auch beratend tätig sind, und kooperiert mit Unternehmen der HRE-Gruppe. Für das eigene festangestellte Personal zahlte die FMS Wertmanagement rund sechs Millionen Euro.
Den Vorstand der FMS Wertmanagement teilen sich Christian Bluhm und Ernst-Albrecht Brockhaus. Bluhm war zuvor im Management der Bank Credit Suisse, Brockhaus kommt von der Bayerischen Landesbank, wo er auch für die Liquiditätsplanung und -sicherung der BayernLB zuständig war. Die FMS hat einen aus sechs Mitgliedern bestehenden Verwaltungsrat.
Inzwischen werde das seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen geglaubte Bernsteinzimmer als Besenkammer genutzt. Kunstliebhaber haben nun Blut geleckt und wollen untersuchen, ob sich in den Gemäuern des Instituts eventuell die Bundeslade oder die die verschollene Bibliothek von Alexandria befindet.
Auch „Titanic“ lässt sich die Steilvorlage nicht entgehen: Das für seine spitze Feder bekannte Satire-Magazin spielt auf die für heute berechnete Geburt des Menschen Nummer sieben Milliarden an: „Bilanzfehler bei Weltbevölkerung: UNO entdeckt 55,5 Milliarden vergessene Menschen!“
Handelsblatt Online schlägt angelehnt an die Werbekampagne von General Electric vor: "Wir sind das HRE in Rechnen!"
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Griechenland soll vom europäischen Krisenfonds für wackelnde Eurostaaten (EFSF) Kredite zu niedrigen Zinssätzen von rund 3,5 Prozent bekommen. Die Laufzeiten der Kredite sollen von bisher siebeneinhalb Jahren auf 15 bis 30 Jahre gestreckt werden. Ein umfangreiches Wachstums- und Investitionsprogramm soll Griechenland in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission wieder auf die Beine bringen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird angehalten, sich am Hilfsprogramm zu beteiligen. Auch die Laufzeiten der Kredite aus dem bereits existierenden Rettungsprogramm von 2010 sollen deutlich verlängert werden.
Der Finanzsektor wird sich auf freiwilliger Basis mit einer Reihe von Optionen an der Rettung Griechenlands beteiligen. Der Nettobeitrag der Banken soll bei 37 Milliarden Euro liegen - für die Zeit von jetzt bis 2014. Zusätzlich wird ein Betrag von 12,6 Milliarden Euro genannt für ein Schuldenrückkaufprogramm. Legt man den Zeitraum von 2011 bis 2019 zugrunde, beträgt der Nettobeitrag des privaten Sektors laut Abschlusserklärung 106 Milliarden Euro.
Der EFSF-Fonds bekommt neue Aufgaben. Er kann künftig zum Ankauf von Staatsanleihen genutzt werden - aber unter strikten Bedingungen. Zudem soll der Rettungsfonds vorbeugende Programme für Wackelkandidaten im Eurogebiet auflegen dürfen. Der EFSF wird nicht aufgestockt.
Auch für Portugal und Irland, die ebenfalls von milliardenschweren Hilfsprogramm der Partner profitieren, sollen die Ausleihbedingungen des EFSF gelten.
EU-weit sollen Budgetdefizite bis 2013 möglichst auf unter drei Prozent gedrückt werden. Das Sparpaket Italiens, mit dem dies bis 2012 erreicht werden soll, fand lobende Worte. Ebenso wurden die Reformanstrengungen von Spanien begrüßt.
Für durchgefallene Banken sollen die Euro-Länder entsprechende Auffangmaßnahmen bereitstellen.
Bei der geplanten Wirtschaftsregierung machen die Staats- und Regierungschefs Druck: Die seit Anfang Juli amtierende polnische EU-Präsidentschaft hat den Auftrag, die festgefahrenen Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament voranzubringen.
Die Regierungschefs sind sich einig, dass die Macht der Rating-Agenturen eingedämmt werden muss. Vorschläge der Kommission zum Umgang mit den Agenturen werden erwartet. Außerdem wollen die Europäer eine eigene international bedeutende Ratingagentur etablieren.
In der Eurozone soll das Krisenmanagement verbessert werden. Bis Oktober sollen EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der Vorsitzenden der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, konkrete Vorschläge machen.
Scotty vom Raumschiff Enterprise würde Augen machen: je nachdem, ob man saldiert oder nicht, können beliebige Personen, Beträge oder Gegenstände auftauchen oder wieder verschwinden. Dann saldieren wir doch einfach unsere Schulden auf diese Weise und lassen Schäuble einfach in den Büchern stehen.
Wer die Hundesteuer nicht bezahlt...
55,5 Milliarden + oder ./. für Herrn Schäuble
kein Problem - die Neuverschuldung beträgt nur ca. 48 Milliarden. Aufhören - Fachleute sind gefragt.
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