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Schadensersatz: Deutsche Banken fordern Milliarden von Island

Institute machen Forderungen gegen die pleitegegangene Kaupthing Bank geltend: Stolze 7,3 Trillionen Kronen, das sind mehr als 43 Mrd. Euro, wollen die Gläubiger zurück haben. Diese Summe entspricht etwa dem Fünffachen von Islands Inlandsprodukt. Die Chancen auf Schadenersatz gelten als gering.

Demonstrantin vor der isländischen Botschaft in Berlin vor knapp einem Jahr. Die Entscheidung über eventuelle Rückzahlungen wird wohl erst in einigen Monaten fallen. Quelle: dpa
Demonstrantin vor der isländischen Botschaft in Berlin vor knapp einem Jahr. Die Entscheidung über eventuelle Rückzahlungen wird wohl erst in einigen Monaten fallen. Quelle: dpa

STOCKHOLM. Noch verhandelt Islands Finanzminister Steingrimur Sigfusson in Den Haag mit seinen Amtskollegen aus den Niederlanden und Großbritannien über Entschädigungszahlungen an niederländische und britische Sparer der pleitegegangenen isländischen Icesafe-Bank. Schon braute sich zuhause auf Island ein neues Unwetter zusammen. Am Freitag trafen sich Gläubiger der zusammengebrochenen Kaupthing Bank aus 119 Ländern im in Reykjavik. Stolze 7,3 Trillionen Kronen, das sind mehr als 43 Mrd. Euro, wollen die Gläubiger zurück haben, etwa das Fünffache von Islands Inlandsprodukt.

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Nachdem das sogenannte Abwicklungskommitee der Kaupthing Bank bereits am 22. Januar eine Liste der Gesamtforderungen aller Gläubiger veröffentlicht hatte, machten nun vor allem deutsche Institute Druck, denn sie stehen für mehr als die Hälfte der mehr als 28  000 Einzelforderungen. Dabei handelt es sich größtenteils um Sparer der Kaupthing Edge, die zwar ihre Einlagen nach einem monatelangen Hickhack im vergangenen Jahr zurückerhalten haben, jetzt aber auf die Zahlung der zugesagten Zinsen warten.

Auch bei der Höhe der Forderungen dominiert ein Institut aus Deutschland: Die Deutsche Bank hat knapp 50 Einzelforderungen geltend gemacht, Wert rund 5,3 Mrd. Euro. Isländische Medien haben Einblick in die Forderungsliste gehabt.

Insgesamt haben deutsche Finanzinstitute wie die Deka, die West LB, Bayern LB, die HSH Nordbank, die Commerzbank und die DZ Bank gut 22 Mrd. Euro in Island investiert. Damit steht jeder der knapp 320 000 Isländer mit 68 700 Euro bei deutschen Banken in der Kreide. Die Deka Bank hat bereits Schadenersatzforderungen in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe gegen die Landsbanki, das zweitgrößte Institut auf der Vulkaninsel, angemeldet.

Die Chance, das Geld zurückzuerhalten, bewerten Experten als gering. Denn Island, dass alle Banken im Herbst 2008 in Folge der Finanzkrise verstaatlichte, kämpft an mehreren Fronten mit den Folgen des Kollaps: Der immer noch nicht gelöste Konflikt mit Großbritannien und den Niederlanden verzögert die Auszahlung der zweiten Tranche eines Notkredits des internationalen Währungsfonds (IWF) und bremst damit die dringend notwendige Sanierung der Staatsfinanzen. In der Bevölkerung wächst der Unmut. Die Isländer sehen nicht ein, dass sie für die Fehler einiger Privatbanken haften sollen. Deshalb werden sie in einer Volksabstimmung am 6. März über die Entschädigung der Icesave-Sparer entscheiden.

Eine Entscheidung über die eventuellen Rückzahlungen an die Kaupthing-Gläubiger wird noch deutlich länger dauern. Erst am 18. Mai findet eine neue Gläubigerversammlung statt. Bis dahin wollen die Insolvenzverwalter die Forderungen sichten. Gleichzeitig bauen sie bereits vor: Eine weitereres Treffen, so teilten sie mit, könne im Herbst dieses Jahres stattfinden.

  • 07.03.2010, 14:56 UhrAnonymer Benutzer: k.o.pthing

    Mit einem Monat Abstand möchte hier aus Sicht eines Vertreters der betroffenen anhand einer Antwort an @bernard S. noch einmal klarstellen:

    Die Deutschen Kaupthing-Sparer hatten Tagesgeldkonten.
    Der gebotene Zinssatz zum Markteintritt lag 0,75% unter dem Werbeangebot der Commerzbanktochter Comdirect (Tchibo-Vertriebsschiene).
    Der Kapitaleinsatz ist aufgrund von rechtlichen bestimmungen zurückgezahlt worden, nicht aus Glück.
    Die Restforderungen sind aus Sicht der betroffenen ebenfalls aus rechtlichen Gründen vollständig zu bezahlen, diese gehen zu Lasten der Restvermögensmasse, d.h. der institutionellen Großanleger, die weitgehend ungesicherte spekulative Anleihen gezeichnet haben.

    Diese institutionellen Anleger haben entweder Steuermittel vernichtet (KfW-bank) bzw. sind mit
    massivsten Finanzhilfen gestützt worden (ja auch die
    Commerzbank, s.o.)

    Steuergelder werden nur dann fällig, falls sich analog zur Situatuon in Großbritannien und in den Niederlanden herausstellen sollte, dass die bAFiN ihre Kontroll- und Einflussmöglichkeiten nicht hinreichend wahrgenommen hat und dieses für den Fall der nicht vollständigen Entschädigung der Kaupthing-Sparer gerichtlich überprüft werden müsste.

  • 05.02.2010, 09:56 UhrAnonymer Benutzer: Bernard S.

    @bernd:
    Neidisch? Auf was? Daß Sie ihr Geld aufs Spiel setzten, es in den Abgrund beförderten, es dank unglaublichem Glück zurückerhielten und aktuell der Phantasierendite ihres Schneeballsystem kläglich hinterherbrüllen? bestimmt nicht...

    @bernd, mariaC, dagobert, volker und die anderen, die bei ihrer Geldanlage leichtfertig auf den schnellen Rubel setzen:

    Sollte @opa recht haben und Sie nur Tagesgeldkonten haben, kann man sagen ok.
    Daß Sie nicht erkannt haben, daß ein 300.000 EW-Staat nicht die Spareinlagen ganz Europas aufbringen kann, kann man sagen gut, sollten Sie sich als vernünftiger Anleger denken können... jetzt sind Sie wenigstens schlauer.

    Aber daß Sie immer noch ihre Phantasiezinsen aus unschuldigen isländischen bürgern herauspressen wollen, sagt mir, Sie haben rein gar nichts gelernt. Das ist unbelehrbare Zockerei, die immer wieder in den Abgrund führen muss und Sie auf die Nase fallen lässt. Zu meinem bedauern bin ich ebenso sicher, daß Sie dann wieder nach meinen Steuergeldern rufen werden, wenn es wieder mal soweit ist...

  • 04.02.2010, 20:40 UhrAnonymer Benutzer: Bernd

    Die Konten bei Kaupthing waren nach deutschem Recht sogar mündelsicher.
    Der Vorwurf der Gier ist also so absurd, absurder gehts kaum.

    Übrigens der Gier-Vorwurf gegen Kaupthing-Sparer kommt meineswissens nur aus Deutschland, so viel zum Thema Neiddebatte.

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