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Schuldenkrise: Spaniens Banken ächzen unter Rekordlast an faulen Krediten

Spaniens maroder Bankensektor kämpft mit notleidenden Krediten. Sie machten im Juni fast zehn Prozent aller Darlehen aus. Das Volumen ist damit auf über 164 Milliarden Euro angestiegen.

Die spanische Nationalbank in Madrid. Quelle: AFP
Die spanische Nationalbank in Madrid. Quelle: AFP

MadridViele Kredite in Spanien werden nicht mehr fristgerecht bedient. Im Juni summierte sich ihr Anteil an den ausstehenden Darlehen auf 9,42 Prozent. Wie aus den am Freitag veröffentlichten Zentralbankdaten aus Madrid weiter hervorgeht, waren es im Mai 8,95 Prozent. Das Volumen der Kredite, deren Rückzahlung im Verzug ist, stieg im Juni um 8,4 Milliarden auf 164,4 Milliarden Euro.

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Seit der jahrelange Immobilienboom in Spanien vor vier Jahren jäh endete, wächst der Berg an faulen Darlehen wächst stetig an. Das Land befindet sich in einer Wirtschaftskrise und hat in Brüssel massive Finanzhilfen zur Stützung des heimischen Bankensektors beantragt. Dafür stehen bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung.

Welche spanischen Banken den Geldhahn zudrehen

  • Kredite in Spanien

    Die spanische Wirtschaft ist in der Rezession und nun sind viele Banken auch noch knauserig mit ihren Krediten. Im vergangenen Jahr verliehen sie im Schnitt vier Prozent weniger Geld.

  • Santander

    Die größte Bank Spaniens hat im ersten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 4 Prozent weniger Kundenkredite vergeben und 1,4 Prozent weniger Kredite an Unternehmen. Im März dieses Jahres stellte Santander 12,8 Prozent aller Kredite in Spanien.

  • BBVA

    Das Geldinstitut hat im Vergleich zum ersten Quartal 2011 zum Jahresauftakt 2,4 Prozent weniger Kredite vergeben. Die Bank beschäftigt 29.065 Mitarbeiter in Spanien.

  • Caixa Bank

    Die spanische Bank muss derzeit mit einem Anteil notleidender Kredite von 5,25 Prozent kämpfen. Trotz der hohen Belastung hat das Institut jedoch versichert, keine staatliche Hilfe zu benötigen. Weniger Kredite vergibt Caixa dennoch. Im ersten Quartal 2012 lieh die Bank ihren Kunden aus dem privaten Sektor insgesamt 1,6 Prozent weniger Geld, 1,4 Prozent weniger bekamen die Unternehmen.

  • Bankia

    Die viertgrößte Bank des Landes musste im Mai dieses Jahres verstaatlicht werden. Im Vergleich zum Dezember 2011 lieh die Bank spanischen Unternehmen 3,7 Prozent weniger Geld.

  • Banesto

    Das Geldinstitut hat den Geldhahn besonders weit zugedreht. Im vergangenen Quartal vergab Banesto 9,6 Prozent weniger Kredite an den privaten Sektor als noch im Vorjahresquartal.

Spanische Banken rangieren damit an der Spitze europäischer Institute, neben griechischen Geldhäusern. Einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zufolge schlummern in den Bilanzen europäischer Banken faule Kredite im Rekordvolumen von mehr als einer Billion Euro. Das waren fast neun Prozent mehr als 2010.

"Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in Südeuropa hat im vergangenen Jahr erwartungsgemäß zu mehr Zahlungsausfällen von Kreditschuldnern geführt", sagte PwC-Vorstand Markus Burghardt. Europaweit habe sich der Anstieg zwar verlangsamt, "von einer Trendwende ist der Finanzsektor jedoch angesichts der erneut verschlechterten Konjunkturperspektiven für 2012 noch weit entfernt".

  • 17.08.2012, 17:23 Uhrdw-seneca

    18,2 Billionen stehen einem Bruttosozialprodukt von 12 Billionen (2011) in der EU gegenüber. Hinzu kommen die Staatsverschuldungen in der EU. Und da gibt es noch Menschen, die an Geldwertstabilität glauben, die eine Inflation verneinen. Der schöne Warenkorb zur Infaltionsberechnung ist eine Milchmädchenrechnung, die weit an der Realität vorbeigeht.

  • 17.08.2012, 17:21 UhrChristian

    Ich habe die Lösung. Die Bankster verkaufen die Kredite einfach an senile Rentner die keinen Durchblick mehr haben.
    Ach Sie meinen das kann man doch nicht machen. Doch - bei meinen über 80 jährigen Eltern haben die das tatsächlich gemacht. 30.000 € in den Sand gesetzt. Vielen Dank.

  • 17.08.2012, 16:20 UhrBuerger67

    Zitat aus der Veröffentlichung der DiePresse.com vom 17.02.2009:

    "18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken
    44 Prozent der Vermögens-Werte der europäischen Banken sind "faul" oder unverkäuflich - in Summe 18,2 Billionen Euro. Dieses systemische Risiko könnte weitere Banken-Hilfspakete notwendig machen.
    Die europäischen Banken sitzen derzeit auf 16,3 Billionen Pfund (18,2 Billionen Euro) giftiger Wertpapiere. Demnach seien derzeit rund 44 Prozent aller Vermögenswerte der europäischen Banken "faul" oder unverkäuflich und könnten für das EU-weite Bankensystem ein "systemisches" Risiko bedeuteten. Das geht aus einem Papier der EU-Kommission hervor, auf das sich die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" beruft..."

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-Billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-Banken

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