
hst/jha/mm/yo/zel DÜSSELDORF. Von dem Sicherheitsleck bei Kreditkarten sind europaweit Verbraucher betroffen. Während in Deutschland die Zahl der betroffenen Karten weit über 100 000 Karten liegen dürfte, häufen sich nun auch die Fälle im europäischen Ausland. In Österreich hat die Erste Bank mit dem Austausch von Karten begonnen. In Finnland und vor allem Schweden wurden bereits rund 30 000 Karten aller großen Banken und Kreditkartenfirmen gesperrt. Ebenso wie in Deutschland handelte es sich um Karten, die in Spanien eingesetzt wurden.
In Deutschland werden indes immer mehr Banken bekannt, die Kreditkarten derzeit austauschen. Nach Handelsblatt-Informationen tauschen allein die Sparkassen Tausende Karten aus – Angaben aus Finanzkreisen schwanken zwischen mehreren Zehntausend und 100 000 Karten. Zuvor hatten bereits die Genossenschaftsbanken gesagt, sie würden rund 60 000 Karten auswechseln. Auch Postbank, Deutsche Bank und Commerzbank hatten angegeben, Karten auszuwechseln.
Ein Visa-Sprecher räumte ein, dass nicht nur Deutschland betroffen ist. Er sagte aber nicht, welche Länder von den Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard auf mögliche Sicherheitsprobleme hingewiesen worden seien. Es liege im Ermessen der angeschriebenen Banken, ob sie ihre Kunden informieren und die Karten austauschen wollten, begründete er das.
Die Art des mutmaßlichen Sicherheitslecks macht es sehr wahrscheinlich, dass viele Länder von dem Sicherheitsproblem betroffen sind: „Das Problem liegt bei einem der Prozessoren-Unternehmen in Spanien. Diese Dienstleister stellen die Kartenlesegeräte im Handel oder in Hotels auf, bespielen sie mit der Software, die die Karten erkennt und übermitteln die Transaktionsdaten an die Kartenbetreiber“, erklärte ein Sprecher von American Express (Amex).
Amex selbst ist nach eigenen Erkenntnissen noch nicht von dem Sicherheitsproblem betroffen. „Uns liegen dazu keine Erkenntnisse vor“, sagte ein Sprecher. Das kann damit zusammenhängen, dass Amex-Karten an sehr viel weniger Orten als Zahlungsmittel akzeptiert werden als die Marktführer Visa und Mastercard. Amex wäre nur betroffen, wenn der verdächtige Dienstleister auch Händler betreute, die Amex akzeptieren.