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Sinneswandel der FSA: Britische Finanzaufsicht will keine Bonusregeln

Die britische Finanzaufsicht FSA wird den heimischen Banken nicht konkret vorschreiben, wie sie ihre Angestellten in Zukunft zu bezahlen haben. In dem mit Spannung erwarteten Bericht der Regulierer zur Reform der Bonussysteme nach der Finanzkrise fehlen einige wichtige Passagen, die im ersten Entwurf des Kodex aus dem vergangenen März noch enthalten waren.

LONDON.

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Damals hatte die FSA gefordert, dass zwei Drittel der Ausschüttungen über drei Jahre gestreckt werden müssen, und dass die Entlohnung der Banker stärker an die wirtschaftliche Gesamtlage der Geldhäuser und weniger an die individuelle Leistung geknüpft sein soll. Hinter beiden Forderungen steht die FSA zwar nach wie vor, allerdings kamen in den vergangenen Wochen Bedenken auf, dass eine strikte Umsetzung der Vorschläge der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes London schaden würde.

Der FSA-Kodex sieht insgesamt acht Bedingungen vor, die sicherstellen sollen, dass die Entlohnungssysteme der Banken dem Prinzip des „effizienten Risikomanagements“ genügen. Der erste Entwurf aus dem März sah noch zehn Bedingungen vor. Die beiden Klauseln, die die Streckung der Boni auf drei Jahre und die Kopplung der Ausschüttung an den Gesamterfolg der Bank regeln, sind jetzt nur noch Empfehlungen.

Hinter den Kulissen hatten die britischen Banken in den vergangenen Monaten massive Lobbyarbeit gegen den Vorstoß der FSA geleistet. Europa und die USA würden bei der Reform der Bonussysteme hinterherhinken. Falls die FSA ihre Pläne im Alleingang umsetze, drohe eine massive Abwanderung vom Finanzplatz London. „Zwar besteht international Einigkeit über den Reformbedarf der Boni, aber wir sind das erste Land, dass konkrete Maßnahmen umsetzt“, betonte FSA-Chef Hector Sants gestern bei der Präsentation des Kodex.

Erst vor kurzem hatte der Chefaufseher der FSA, Adair Turner, noch geklagt, dass angesichts der Erholung der Bankgewinne nicht nur die Boni wieder steigen; einige Geldhäuser hätten auch die Fixgehälter drastisch erhöht, selbst Antrittsprämien ohne Bezug zum Erfolg würden wieder gewährt. Nach Einschätzung der Regulierer haben exzessive Bonuszahlungen der Banken in den Jahren des Booms dazu beigetragen, dass die Akteure in der Finanzbranche auf den schnellen Gewinn fixiert waren und die langfristige Solidität ihrer Geschäfte vernachlässigten.

Trotz der Aufweichung wird der neue Kodex aber doch einige konkrete Ergebnisse bringen. Die ab kommenden November geltenden Regeln sehen ein Verbot von sogenannten Garantieboni vor. Banken, die hochkarätige Kräfte von der Konkurrenz abwerben, haben diesen Angestellten in der Vergangenheit häufig hohe Ausschüttungen über mehrere Jahre hinweg unabhängig von der persönlichen Leistung garantiert. In Zukunft sind solche Garantiezahlungen für länger als ein Jahr untersagt.

Banken, die sich nicht an die Prinzipien halten, will die FSA in Zukunft als besonders riskant einstufen. Dadurch könnten die Institute gezwungen werden, mehr teures Eigenkapital bereit zu stellen.

Großinvestoren begrüßten die neuen Regeln. „Die FSA hält am Prinzip fest, dass die Bonuszahlungen an das Risiko gekoppelt sind, auch wenn die Vorschriften jetzt flexibler ausfallen“, heißt es beim Verband der britischen Versicherer. Die Assekuranzkonzerne zählen zu den größten Investoren am britischen Aktienmarkt. Der Bonus- Kodex gilt für 27 britische Banken. Ausländische Institute, die Niederlassungen am Finanzplatz London betreiben, sind weitgehend von den Regeln ausgeschlossen.

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