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Soffin-Chef: „Banken stehen vor schweren Zeiten“

Als Retter der Banken hat Hannes Rehm sein Amt angetreten. Im Handelsblatt-Interview verrät der Soffin-Chef wie er die Hypo Real Estate sanieren möchte, wie er die Gehälter von Bankvorständen künftig reguliert werden sollten und wie die Landesbanken nach der Krise umgebaut werden müssen.

Soffin-Chef Rehm soll Deutschlands Banken retten. Quelle: Reuters
Soffin-Chef Rehm soll Deutschlands Banken retten. Quelle: Reuters

Handelsblatt: Nur noch wenige Tage, dann gehört die Hypo Real Estate(HRE) vollständig dem Bankenrettungsfonds. Geht das ohne Ärger ab? Zuletzt war der Aufschrei von Anlegern recht laut.

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Hannes Rehm: Ja, der Aufschrei war laut und es wird sicher weitere Begleitmusik vor der 100-prozentigen Übernahme der HRE geben, die von der außerordentlichen Hauptversammlung am 5. Oktober beschlossen werden soll. Natürlich können wir Klagen von Anlegern nicht ausschließen ...

... bis zum Verfassungsgericht?

Klagen, die bis zum Verfassungsgericht gehen, sind durchaus möglich. Wir leben in einem Rechtsstaat und es ist nicht vorwerfbar, seine Interessen entsprechend zu verfolgen, wenn man sich im Recht fühlt. Das heißt nicht, dass wir diese Auseinandersetzungen in der Sache fürchten. Der Gesetzgeber hat auf die Verfassungskonformität der Finanzmarktstabilisierung geachtet, das gilt auch für das Rettungsübernahmegesetz. Dieses legt die Regeln des Verkaufs für die restlichen außenstehenden Aktionäre fest. Wir sehen keinen Angriffspunkt bei dieser Maßnahme.

Den Ärger hätte sich der Bund doch durch ein höheres Kaufangebot sparen können?

Nein. Mit welcher Begründung hätten wir dem Steuerzahler sagen sollen, dass er mehr Geld für eine Bank ausgeben soll, die nach Bewertungsgutachten keinen Cent mehr Wert ist? Ich sehe keine.

Trotzdem, bei der ersten Offerte an die freien Aktionäre im April haben Sie noch 1,39 Euro je Aktie angeboten, jetzt sind es nur 1,30 Euro. Warum?

Die persönliche Enttäuschung der Betroffenen über ein fehlgeschlagenes Investment kann ich nachempfinden. Doch es hilft nichts. Wir können Aktionäre, die bis zur letzten Sekunde zögern und auf ein höheres freiwilliges Übernahmeangebot spekulieren, nicht besser stellen. Die Aktionäre hatten ihre Chance im April. Wir sind mit dem Angebot von 1,39 Euro pro Aktie an die Obergrenze des EU-rechtlich Zulässigen gegangen. Ich möchte auch betonen, dass beide Angebote, auch die jetzigen 1,30 Euro pro Aktie, über dem gesetzlich vorgegebenen Mindestpreis liegen. Wir haben stets die für die Anleger günstigste Berechnungsvariante gewählt.

Zieht sich die HRE von der Börse zurück?

Ja, der Rückzug von der Börse wird der vollständigen Übernahme folgen.

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