
HB MADRID. 2009 verzeichnete sie 596 Mio. Euro Verluste, in den ersten drei Monaten dieses Jahres weitere 114 Millionen. „Die Sparkasse blutet von Tag zu Tag mehr aus“, beklagte CajaSur-Präsident Santiago Gómez Sierra, ein Geistlicher.
Dabei hatte es bis zum Pfingstwochenende durchaus noch Hoffnung für das Geldinstitut in der südspanischen Stadt Córdoba gegeben. Die CajaSur sollte sich zusammenschließen mit der Unicaja (Málaga), der größten Sparkasse in Spaniens bevölkerungsreichster Region Andalusien. Die Fusion war so gut wie unter Dach und Fach gewesen, aber die Kirchenmänner um Gómez Sierra ließen das Vorhaben im letzten Augenblick platzen. Die spanische Zentralbank intervenierte, setzte den Vorstand ab und stellte die Sparkasse unter ihre Aufsicht. Der Wirbel um die CajaSur drückte am Montag auch auf die Aktienkurse an den europäischen Börsen.
Die Entscheidung der kirchlichen Manager, die Sparkasse lieber auf Grund laufen zu lassen als einer Fusion zuzustimmen, stieß in der spanischen Finanzwelt auf Empörung und Unverständnis. „Das war ein Selbstmord nach allen Regeln der Kunst“, meinte die Wirtschaftszeitung „Expansión“. „Man könnte auch von einem Harakiri sprechen.“ Der konservative Politiker und bisherige CajaSur- Vizepräsident Juan Ojeda meinte: „Die Priester agierten wie ein verschmähter Liebhaber, der seine Freundin umbringt nach dem Motto: Du gehörst entweder mir oder niemandem.“
Die Kirchenmänner begründeten ihr Veto gegen eine Fusion damit, dass der Zusammenschluss einen Abbau von Arbeitsplätzen bedeutet hätte. Dieses Argument konnte in Spanien jedoch niemanden überzeugen, denn die Zukunft der 3100 Angestellten und 475 Filialen ist nun noch unsicherer als zuvor. Vielmehr hatten die Geistlichen sich mit einer Fusion von Anfang an nicht anfreunden können. Die größere Unicaja steht nämlich unter dem Einfluss der sozialistischen Regionalregierung von Andalusien. Für die Geistlichen hätte eine Fusion bedeutet, dass sie ihre Sparkasse den „Roten“ vermacht hätten.
Zur Rettung der CajaSur wurden aus dem Fonds der spanischen Banken 520 Mio. Euro in die Sparkasse gepumpt. Laut „Expansión“ könnte der Finanzbedarf sich auf insgesamt 2,7 Mrd. Euro belaufen. Die Sparkasse hatte große Summen in die Bauwirtschaft gesteckt und muss nach dem Ende des Baubooms nun um ihre Darlehen bangen. Selbst im vorigen Jahr, als die Krise längst begonnen hatte, gewährte sie Immobilienfirmen noch Millionen-Kredite.
Die Sparkassen gelten als eine Schwachstelle im spanischen Bankensystem. Die Branche ist in mehr als 50 kleine Geldinstitute aufgesplittert. Seit Jahren verlangen die Experten, die Zahl der Sparkassen durch Fusionen auf weniger als die Hälfte zu reduzieren. Dies scheiterte in vielen Fällen aber daran, dass bei den Sparkassen lokale Politik-Größen den Ton angeben, die ihren Einfluss auf die Geldinstitute nicht verlieren wollen.
Dieser Vorgang steht exemplarisch für viele andere, bei denen in der Wolle gefärbte ideologen ihr Konzept durchziehen wollen - koste es was es wolle. "Der Schlaf der Vernunft erweckt die Ungeheuer".
Erst Griechenland, jetzt Spanien, weitere Staaten werden folgen. Die Finankrise geht in die nächste Runde, denn weit mehr banken haben Probleme.
"Die bankenpleite in Spanien sollte nicht verwundern. Sehr viele banken sind akut gefährdet, nicht nur in Spanien, sondern in ganz Europa. im Moment ist Spanien im Fokus der investoren."
Quelle: http://start-trading.de/spanienkrise.htm
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