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Spanische Krisenbank: Bankia mit riesigem Quartalsverlust

Das Minus bei der spanischen Krisenbank wird immer größer. In den ersten neun Monaten hat Bankia bereits sieben Milliarden Euro Verlust gemacht. Doch auch die Rückstellungen werden größer.

Bankia ist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Quelle: dpa
Bankia ist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Quelle: dpa

MadridHohe Rückstellungen wegen fauler Kredite haben die verstaatlichte spanische Bankia tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Institut wies am Freitag für die ersten neun Monate des Jahres einen Verlust von 7,05 Milliarden Euro aus. Allein im dritten Quartal hat die Bank damit drei Milliarden Euro Verlust gemacht.

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Die Kernkapital-Quote sei auf 4,7 Prozent gesunken. Um Vermögensverluste abzudecken, hat die Bank fast 11,5 Milliarden Euro an Rückstellungen verbucht.

Europäische Banken

Bankia hatte im April 23,5 Milliarden an staatlicher Hilfe beantragt und dürfte in Kürze die erste Tranche aus einem 100 Milliarden Euro schweren europäischen Fonds für spanische Banken bekommen. Der nationale Rettungsfonds für Banken pumpte im September 4,5 Milliarden Euro in das Institut.

Der Stresstest für die spanischen Banken ergab Ende September eine Kapitallücke von 24,7 Milliarden Euro allein für die Bankia. Insgesamt sind es demnach für alle spanischen Banken 59,3 Milliarden Euro. Die größten drei Geldinstitute Santander, BBVA und La Caixa benötigten keine Hilfen.

Spanische Banken im Herz- und Nierentest

  • Zwei Szenarien

    Die spanische Regierung hat zwei Beratungsunternehmen die Finanzkraft der Banken des Landes unter die Lupe nehmen lassen. Dazu wählten die Berater zwei Szenarien, ein Basisszenario und ein kritisches Szenario.

  • Basisszenario

    Der Kapitalbedarf von Banken richtet sich nach der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Denn läuft die Konjunktur schlecht und steigt die Arbeitslosigkeit ist auch mit geringeren Kreditrückzahlungen zu rechnen. Im Basisszenario ging der spanische Stresstest von folgenden Annahmen aus:

    Wachstum: 2012 -1,7 Prozent, 2013 -0,3 Prozent, 2014 0,3 Prozent

    Arbeitslosigkeit: 2012 23,8 Prozent, 2013 23,5 Prozent, 2014 23,4 Prozent

    Immobilienpreise: 2012 -5,6 Prozent, 2013 -2,8 Prozent, 2014 -1,5 Prozent

  • Kritisches Szenario

    Im kritischen Szenario ging der spanische Stresstest von folgenden Annahmen aus:

    Wachstum: 2012 -4,1 Prozent, 2013 -2,1 Prozent, 2014 -0,3 Prozent

    Arbeitslosigkeit: 2012 25 Prozent, 2013 26,8 Prozent, 2014 27,2 Prozent

    Immobilienpreise: 2012 -19,9 Prozent, 2013 -4,5 Prozent, 2014 -2 Prozent

  • Die spanische Bankenlandschaft

    Marktanteile spanischer Banken (gemessen in Prozent spanischer Vermögenswerte)

    Santander (incl. Banesto) 19%
    BBVA (incl. UNNIM) 15%
    Caixabank (incl. Banca Cívica) 12%
    BFA-Bankia 12%
    Banc Sabadell (incl. CAM) 6%
    Popular (incl. Pastor) 6%
    Ibercaja - Caja 3 – Liberbank 4.2%
    Unicaja – CEISS 2.7%
    Kutxabank 2.6%
    Catalunyabanc 2.5%
    NCG Banco 2.5%
    BMN 2.4%
    Bankinter 2.1%
    Banco de Valencia 1.0%

    Quelle: Oliver Wyman

  • 01.11.2012, 01:31 UhrEuroaustritt-Deutschland

    Unverständlich, dass diese Bankdirektoren noch nicht hinter Schloss und Riegel sicher „verwahrt“ werden.

    Wer Kundeneinlagen so lange leichtfertig als Kredite herausgibt bis die Bank in die Pleite getrieben wird, muss ins Gefängnis wegen Betrug.

    Die Justiz in Spanien taugt so wenig wie die dortigen Bankdirektoren!

    Ich warte nur noch auf den Tag, an dem ein spanischer Bankdirektor bei der EZB zum Chef ernannt wird (mit Draghi haben wir bereits den Bock zum Gärtner gemacht).

  • 28.10.2012, 10:01 Uhrkeeper

    "Der Eindruck von absichtlichen "Schlechtrechnen" drängt sich mir hier auf"

    ja?

    - mir nicht ...

    Im Gegenteil.

    betrachten wir mal nur die letzten 10 Jahre:

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/15630/umfrage/handelsbilanz-von-spanien/

    Ein Handelsbilanzdefizit von 2001 bis 2011 -einfach kummuliert- von: 896 MRD EUR

    mit 4% verzinst (Inflationsausgleich usw.): 1073 MRD EUR.

    (bei 8% wären wir schon bei 1290 MRD EUR.).


    Na ja.
    ... und Spanien ist noch nicht der dickste Brocken in der Eurozone (von USA und U.K. ganz zu schweigen).

    Die gesamte Weltwirtschaft basiert auf dieser "Nachfrage auf Pump".

    ... und die Exportkolonien liefern ...

  • 27.10.2012, 11:00 Uhrlittle_TIGER

    Wenn man sich die nakten Zahlen betrachtet, entstanden 7 Mrd. Euro Verlust (in den ersten 9 Monaten) vor allem durch die neuen Rückstellungen von 11,5 Mrd Euro.
    Allerdings Rückstellungen sind noch keine Forderungsausfälle!!!! Und werden auch häufig benutzt, um die Bilanzen "passend" zu machen.
    Ober andersherum, hohe Verluste (Rückstellungen) ermöglichen den Erhalt von billigen Geld aus Brüssel.
    Der Eindruck von absichtlichen "Schlechtrechnen" drängt sich mir hier auf, mit der Absicht die Geldquelle Europa anzuzapfen.

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