
Handelsblatt: Wie beurteilen Sie die Ergebnisse der Finanzmarktregulierung seit Ausbruch der Krise?
Heinrich Haasis: In der Tat ist manches von dem, was die größten Industrie- und Entwicklungsstaaten G20 in Pittsburgh 2009 beschlossen haben, auf der Strecke geblieben. Die USA und Großbritannien haben sich von den damaligen Zielen, dass kein Produkt
Was ist auf der Strecke geblieben?
Es gibt keinerlei Regulierung des Schattenbankensystems. Die Hedge-Fonds sind weiter unreguliert. Wo das hinführt, sieht man gerade wieder in Griechenland: Diejenigen, die insbesondere in letzter Zeit spekulativ investiert haben, könnten am Ende die Nutznießer sein. Dagegen wird das reale Bankgeschäft, das die Finanzmarktkrise nicht ausgelöst hat, immer stärker belastet. Die Stichworte sind mehr Eigenkapital, die Bankenabgabe oder auch die jetzt diskutierte Börsensteuer.
Was die Stabilität ja auf jeden Fall erhöhen wird.
Mehr Eigenkapital ist sicher nicht falsch, aber dass jetzt auch das risikoarme Mittelstandsgeschäft mit höheren Eigenkapitalanforderungen belastet werden soll, erschließt sich uns nicht.
Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind also die Verlierer der Finanzmarktkrise?
Grundsätzlich natürlich nicht. Unser Geschäftsmodell ist eindrucksvoll bestätigt worden. Noch mehr Menschen als vor der Krise vertrauen uns. Aber wenn Sie Ihre Frage nur auf die Regulierung beziehen, dann ist da sicherlich etwas dran. Es ist wie so oft: Die, die man packen kann, die werden auch als Erste gegriffen. Das bilanzwirksame Geschäft ist nun mal leichter erfassbar als jenes, das außerhalb stattfindet, also beispielsweise im Derivatebereich.
Dann ist die größte Finanzgruppe Deutschlands mit ihren Argumenten offensichtlich nicht durchgedrungen.
Das stimmt so nicht. Wir stoßen bei Bundesregierung und Parlament durchaus auf Verständnis für unsere Positionen. Aber Deutschland steht bei diesen Fragen oft allein gegen den angelsächsischen Einfluss. Hier erwarten wir weiteren Einsatz der Bundesregierung, um Schaden von der Realwirtschaft und der Stabilität des Finanzplatzes abzuhalten.
Mit einer Bilanzsumme von 10,8 Milliarden Euro (2010) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.580 Menschen bei der Sparkasse.
Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2010 auf eine Bilanzsumme von 11,4 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.782 Angestellte in 143 Filialen.
Mit einer Bilanzsumme von etwas weniger als 11,9 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf rund eine halbe Milliarden Euro vor dem Dresdner Sparkassenableger.
2010 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 234 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.
Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat in der Bilanz 2010 eine Summe von 12,6 Milliarden Euro ausgewiesen.
Die Stadtsparkasse München ist - wenig überraschend - das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,5 Milliarden Euro für Rang fünf.
Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,3 Milliarden Euro - mit 1.835 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3.170 Angestellte.
Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25 Milliarden Euro ausgewiesen.
Auch Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,7 Milliarden Euro (2010) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.
Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2010 auf eine Bilanzsumme von 38,7 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5.625 Mitarbeiter.
Servus!
Können Sie mir sagen, zu welchem Zeitpunkt der Geschichte der BRD Städte, Gemeinenden, Kreise, die Bundesländer und der Staat als ganz jemals dauerhaft Schulden abgebaut haben??
Mir fällt auf, das die genannten bisher lediglich immer neue Schulden für die Wohlfahrt (und vor allem die Wiederwahl der "Würdenträger") gemacht haben! Und zwar mittlerweile über 50 Jahre lang...
Und jetzt sind die bösen Banken Schuld, das Geld geliehen zu haben?? Meines Sie das ernst??!
Trennt das Zocken vom Banking.
Keiner ist traurig, wenn die Zocker Pleite gehen.
Alles andere ist noch nur Dummes Gerede, mit der Absicht, uns über den Tisch zu ziehen, wenn die City oder die FED mal wieder Geld haben wollen. Ok, wir sind kein souveräner Staat, sondern nur eine Fima, die den Allierten gehört, aber wir sind dennoch keine Sklaven.
Wer als Banker immer noch behauptet, die Finanzkrise wurde durch eine Staatsschuldenkrise abgelöst, sagt bewusst die Unwahrheit. Er tradiert den gelungenen Versuch der Finanzlobby, die Politiker für etwas allein verantwortlich zu machen, was gemeinsam, allerdings auf Druck der Finanzwirtschaft, mit der Deregulierung des Kapitalmarktes verursacht wurde. Die sogenannten strukturierten Finanzprodukte, sind eine Erfindung der Finanzwirtschaft im Schulderschluss mit den Ratingagenturen. Die Verschuldung der Staaten ist gar nicht das Problem, sondern eine Folge der Finanzkrise. Auch Herr Hassis weiß, dass 2008 die Schulden der Staaten deshalb explodierten, weil sogenannte systemrelavante Institute gerettet werden mussten. Allein die Deutsche Bank hat von den deutschen und amerikanischen Steuerzahlern 30 Milliarden kassiert. Hinzu kamen Landesbanken, Commerzbank, HRE und IKB, die mit weit über 100 Milliarden gerettet wurden. Hinzu kommt eine Verschuldung des Staates durch Steuererleichterungen für Unternehmen und Reiche in Höhe von 500 Milliarden. Und das alles bei Kürzung der Renten und Sozialleistungen und der Einführung eines Niedriglohnsektors durch die Agenda 2010 und Hartz IV. Wenn heute dann diejenigen, die am meisten davon profitiert haben, den Menschen erzählen wollen, der Staat hätte über seine Verhältnisse gelebt, betreibt in geradezu unverschämter Weise Volksverdummung. Vor den Abbau des Schuldenbergs gehört die Implementierung einer nachhaltigen Wirtschafts- Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Das, was dazu bis heute von unseren sogenannten Eliten geleistet wurde, ist erbärmlich und unter makroökonomischen Gesichtspunkten kontraproduktiv. Ein weiter so unter der Prämisse "Deutschland geht es gut" wird scheitern. Nicht nur auf europäischer, auch auf nationaler Ebene.
5 Kommentare
Alle Kommentare lesen