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Spekulative Lebensversicherungen: Sparkassen droht Klagewelle

exklusivDen Sparkassen drohen hunderte Klagen wegen Falschberatung von Anlegern. Die Vorwürfe: Die Kunden seien nicht auf die hohen Risiken und Provisionen hingewiesen worden. Die Produkte wurden aggressiv in den Markt gedrückt.

Den Sparkassen drohen Klagen wegen des Betrugs von Kleinanlegern. Quelle: dpa
Den Sparkassen drohen Klagen wegen des Betrugs von Kleinanlegern. Quelle: dpa

DüsseldorfVier Jahre nach dem Absturz des Marktes für Lebensversicherungsfonds werden zahlreiche Sparkassen von ihrer Vergangenheit eingeholt. Wie das Handelsblatt (Mittwochausgabe) berichtet, drohen den Sparkassen hunderte Anlegerklagen wegen Falschberatung.

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Sie seien nicht auf Risiken und Provisionszahlungen der heute größtenteils verlustreichen Lebensversicherungsfonds hingewiesen worden, lautet der Vorwurf. Erstinstanzliche Urteile vor den Landgerichten Wuppertal und Bremen geben den klagenden Kleinsparern Recht. Die Sparkassen haben bereits Berufung eingelegt.

Die größten Sparkassen Deutschlands

  • Die Sparkasse Bremen AG

    Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

  • Ostsächsische Sparkasse Dresden

    Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

  • Nassauische Sparkasse

    2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

  • Stadtsparkasse Düsseldorf

    Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

  • Sparkasse Hannover

    Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

  • Stadtsparkasse München

    Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

  • Frankfurter Sparkasse

    Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

  • Kreissparkasse Köln

    Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

  • Sparkasse KölnBonn

    Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

  • Hamburger Sparkasse

    Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Laut Handelsblatt-Recherchen haben Sparkassen-Berater zwischen 2002 und 2008 ihren Kunden Lebensversicherungsfonds für mindestens 365 Millionen Euro verkauft. Bei den Beratern handelt es sich unter anderem um Banker der Hamburger Sparkasse, der Frankfurter Sparkasse und der Sparkasse KölnBonn. Die Finanzprodukte bündelten meist 150 bis 250 Policen deutscher, britischer oder amerikanischer Versicherungen. Seit 2009 ist ein Großteil der Finanzprodukte massiv abgestürzt, wobei Millionenwerte vernichtet wurden.

Beim Verkauf drückten die Sparkassen-Berater die spekulativen Produkte offensiv in den Markt. „Der Vertriebsvorstand traf die Entscheidung, dass wir auf die Lebensversicherungsfonds setzen. Wir bekamen Vorgaben, wie viel wir von den Fonds verkaufen sollten“, sagt ein Sparkassen-Berater.

Rangliste Das sind die Topverdiener unter den Sparkassen-Chefs

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Zahlreiche Kunden-Anschreiben, die dem Handelsblatt vorliegen, belegen den aggressiven Verkauf ebenfalls. Selbst im „Worst-Case-Szenario“ würden die Kunden ihr eingesetztes Geld inklusive Agio zurückerhalten, heisst es im Anschreiben. Dieses Versprechen konnte in zahlreichen Fällen jedoch nicht eingehalten werden.

Die Sparkassen-Finanzgruppe beschwichtigt: „Im Einzelfall kann es vorkommen, dass bestimmten Kundengruppen Lebensversicherungsfonds angeboten werden. Das machen die Institute in ihrer eigenen geschäftspolitischen Verantwortung.“ Sparkassen fragten ihre Kunden stets nach Bedarf und Ziele der Geldanlage. „Die Sparkassen achten zudem darauf, dass Kunden nur diejenigen Produkte angeboten werden, die zu den bisherigen Erfahrungen und der Risikoeignung der Kunden passen“, betont die Sparkassen-Finanzgruppe.

Dossier zum Download Die dubiosen Geschäfte der Sparkassen

Ausgerechnet die Sparkassen: Wie Privatbanken haben sie vor der Finanzkrise hochriskante Geschäfte gefördert. Das holt die Institute jetzt ein. Hunderte Anleger klagen wegen spekulativer Fonds für Lebensversicherungen.

  • 12.03.2013, 18:40 Uhrpappalapapp

    Tja, auch die Sparkassen sind darauf angewiesen, Dumme zu finden, denn mit dem normalen Spread der Zinsen kann man nicht die allseits sich bedienenden Zeitgenossen finanzieren. Wollen wir hoffen, daß die letztinstanzlichen Richter nicht Angst vor der eigenen Courage bekommen und den "normalen" Wirschafts- (Banken) -kreislauf behindern wollen (müssen).

  • 12.03.2013, 18:45 UhrErich-Schlapphut

    Sparkassen sind eben auch Banken, warum sollen deren Berater besser sein als die Anderen und Kunden nicht auch mit Tricks, Produkte aufs Auge drücken wo die Berater und Banken am Meisten verdienen.

  • 12.03.2013, 19:01 UhrUnikum

    Sparkassen waren noch nie kompetente Partner in Gelddingen.
    Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, denn überall
    dort, wo Kommualpolitiker versuchen, mitzureden, wird Quali-tät abgebaut.

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