_

Spitzengehälter: Was die Landesbanken-Chefs verdienen

Trotz Eigenkapitalspritze von drei Mrd. Euro durch den Bund gewährte die HSH Nordbank ihrem Vorstandsvorsitzenden Dirk-Jens Nonnenmacher Sonderzahlungen von 2,9 Mio. Euro. Und auch für andere Landesbank-Chefs ist trotz finanzieller Stütze durch den Staat bei dem von der Politik geforderten Maximalgehalt von 500 000 Euro noch lange nicht Schluss - manchmal sogar mit Hilfe der Politik.

Die 2,9 Mio. Euro Sonderzahlungen an den HSH-Nordbank-Chef Dirk-Jens Nonnenmacher sorgten für mächtigen Wirbel in der Politik. Quelle: dpa
Die 2,9 Mio. Euro Sonderzahlungen an den HSH-Nordbank-Chef Dirk-Jens Nonnenmacher sorgten für mächtigen Wirbel in der Politik. Quelle: dpa

BERLIN. Der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank, Dirk-Jens Nonnenmacher, hat hart in eigener Sache verhandelt. Als er im November 2008 den Vorstandsvorsitz bei der krisengeschüttelten Bank von Hans Berger übernahm, vereinbarte er nach Informationen des Handelsblatts mit dem damaligen Aufsichtsratschef Wolfgang Peiner ein Sonderkündigungsrecht bis zum 31. Juli 2009. In diesem Fall sollte er eine Abfindung in Höhe von 2,9 Mio. erhalten. Der Aufsichtsrat ließ sich darauf ein – auch weil Nonnenmacher in Personalunion immer noch zuständig ist für die Ressorts Finanzen, Operatives und Risiko.

Anzeige

Nonnenmacher kündigte dann tatsächlich, konnte aber von den Mehrheitseignern, den Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg zum Weitermachen überredet werden. Allerdings bestand Nonnenmacher auf den vereinbarten Sonderzahlungen in Höhe von 2,9 Mio. Euro. Sie wurden ihm gewährt und sorgten für mächtigen Wirbel in der Politik. Schließlich verbuchte die Bank ein Defizit von 2,7 Mrd. Euro und erhielt eine Eigenkapitalspritze von drei Mrd. Euro. Die Bank selbst wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern. Vertragskonditionen unterlägen der Vertraulichkeit, erklärte eine Sprecherin. Es habe leider keine Alternative gegeben, erklärte das Kieler Landesfinanzministerium.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat die Sonderzahlung an Nonnenmacher hart kritisiert. Bei Hilfen des Bundes gebe es eine klare Regelung. Kapital ohne Gegenleistung gebe es nicht. Dazu gehörten neben einer Obergrenze für Vorstandsgehälter in Höhe von 500 000 Euro auch ein Verzicht auf Bonuszahlungen. Die Mehrheitseigner der HSH Nordbank sollten dem Bund folgen, so Steinbrück.

Doch das werden sie auch künftig nicht tun. Zwar sollen die Festgehälter der HSH-Vorstände auf 500 000 Euro beschränkt sein, doch Boni und freiwillige Gehaltsbestandteile sollen auch künftig möglich sein, wenn sich Erfolge als nachhaltig herausstellen und keine Anreize für unverhältnismäßig hohe Risiken setzen.

Die HSH Nordbank ist kein Einzelfall. Bei der Landesbank Baden-Württemberg setzte sich Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) über einen Antrag des Landtags hinweg. Dieser sieht vor, die Vorstandsvergütung bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf 500 000 Euro zu beschränken, solange das Jahresergebis negativ ist. Oettinger war klar, dass er damit Hans-Jörg Vetter, den ehemaligen Chef der Landesbank Berlin, nicht bekommen konnte. Dieser verdiente zuletzt 1,75 Mio. Euro – und wird sich jetzt nicht schlechter stellen. Die LBBW-Eigner stützen die Bank mit einer Eigenkapitalhilfe von fünf Mrd. Euro.

Für den Vorstandschef der BayernLB, Michael Kemmer, brechen allerdings andere Zeiten an. Da der Freistaat eine Eigenkapitalhilfe von zehn Mrd. Euro leistete, pochte das Finanzministerium auf eine Deckelung der Gehälter.

Damit verhält sich Bayern, wie es Bundesfinanzminister Steinbrück gerne hätte. „Bei Organmitgliedern und Geschäftsleitern gilt eine monetäre Vergütung, die 500 000 Euro pro Jahr übersteigt, als unangemessen“, heißt es in Vorschriften für Leistungen des Rettungsfonds Soffin. Sie sehen auch den Verzicht auf Boni vor. Doch die Verordnung ist nur bindend, wenn der Soffin einspringt. Bei Landeshilfen gelten bisher noch eigene Gesetze.

  • Die aktuellen Top-Themen
Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

US-Kaffeehaus: Starbucks setzt auf Kaffeekapseln

Starbucks setzt auf Kaffeekapseln

Vom Siegeszug der Kaffeekapsel will auch die US-Kaffeehaus-Kette Starbucks profitieren: Noch vor dem Weihnachtsgeschäft sollen Kaffeemaschinen für Einzelportionen und Kapseln mit Starbucks-Logo verkauft werden

Amerika immer wichtiger: Deutsche Firmen finden zweite Heimat in den USA

Deutsche Firmen finden zweite Heimat in den USA

In den USA schaffen deutsche Unternehmen derzeit mehr als 30.000 neue Jobs. Amerika wird als Standort immer wichtiger, die Bedeutung des US-Engagement wächst. Nur in einem Land erhoffen sich Firmen noch bessere Chancen.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.