
LondonAls erste Großbank hat die britische Standard Chartered angekündigt, ihre Kreditbeziehungen zu Instituten in der Euro-Zone zu überdenken. „Wir haben uns das mal angeschaut und festgestellt, dass wir nicht mehr so stark vertreten sein müssen wie in der Vergangenheit“, zitierte die „Financial Times“ am Montag den Asien-Chef der Bank, Jaspal Bindra. „Das beträfe mehr als nur ein oder zwei Banken. Es ist angemessen zu sagen, dass wir insgesamt unser Engagement bei europäischen Banken reduziert haben.“
11,7 Milliarden Euro
Die Summe wie auch die folgenden sind Bruttoforderungen gegenüber der öffentlichen Hand. Die Daten stammen aus dem Stresstest des Europäischen Banken-Vereinigung (EBA). Stand: 31. Dezember 2010.
7,7 Milliarden Euro (mit Postbank, keine Aufgliederung)
7,1 Milliarden Euro
2,7 Milliarden Euro
1,9 Milliarden Euro
1,4 Milliarden Euro
1,4 Milliarden Euro
1,1 Milliarden Euro
700 Millionen Euro
485 Millionen Euro
300 Millionen Euro
300 Millionen Euro
Ungleich größer ist das Engagement bei den italienischen Banken. Intesa Sanpoalo hält gegenüber der öffentlichen Hand Brottuforderungen über 60 Milliarden Euro.
49,1 Milliarden Euro
32,5 Milliarden Euro
Viertgrößter Gläubiger ist eine französische Bank: Die BNP Paribas ist mit 28 Milliarden Euro in Italien engagiert.
Die sich in Auflösung befindende Bank Dexia hält 15,8 Milliarden Euro.
11,8 Milliarden Euro
10,8 Milliarden Euro
10,5 Milliarden Euro
9,9 Milliarden Euro
9,4 Milliarden Euro
8,8 Milliarden Euro
7,7 Milliarden Euro
7,0 Milliarden Euro
Wegen der Euro-Schuldenkrise leihen sich die Banken derzeit untereinander kaum mehr Geld, weil sie sich angesichts drohender Abschreibungen auf Staatsanleihen gegenseitig misstrauen. Sie parken ihr überschüssiges Geld lieber bei der Europäischen Zentralbank - trotz niedriger Zinsen.
Standard Chartered kappt laut Bindra zwar keine bestehenden Kreditverbindungen, überdenkt aber eine Verlängerung des Engagements bei Fälligkeit. Dabei hat die Bank dem Bericht zufolge vor allem die Geldhäuser im Visier, die möglicherweise Kapitalbedarf haben.
Im Gegenzug würden chinesische Banken als Geschäftspartner interessanter. „Wir haben unser Engagement bei einigen der staatseigenen chinesischen Banken erhöht, weil das ja quasi-staatliche Anlagen sind und keine privaten Investments“, zitierte die Bank den Manager. Das Institut selbst war zunächst nicht erreichbar.

Das meiste frische Kapital wird die Royal Bank of Scotland (RBS) brauchen. Da sind sich die Analysten der drei Institute einig. Um die 19 Milliarden Euro wird die Bank anhäufen müssen, schätzen die Experten.

Auch für die Deutsche Bank sieht es nicht gut aus. Während Morgan Stanley einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 12,5 Milliarden Euro sieht, rechnet Credit Suisse sogar mit 14 Milliarden Euro zusätzlichem Kapital. Die unterschiedlichen Werte resultieren aus den verschiedenen Szenarien, die den Berechnungen zugrunde gelegt wurden. Vor allem die Höhe des Haircuts für die europäischen Krisenstaaten ist maßgeblich.

Der Chef der französischen BPCE, Francois Pérol, hat schwere Zeiten vor sich. Auch sein Institut braucht laut Studien rund 12 Milliarden Euro. Die französischen Volksbanken und Sparkassen sind im Sommer 2009 zu der zweitgrößten Bankengruppe Frankreichs zusammengewachsen.

Mit der Société Générale braucht eine weitere französische Bank über 11 Milliarden Euro Kapital. Während Morgan Stanley einen Bedarf von 11,4 Milliarden Euro sieht, schätzt Credit Suisse diesen sogar auf 13 Milliarden Euro. Die Landesbank Baden-Württemberg liegt mit ihren Berechnung im gleichen Rahmen.

Auch beim britischen Institut Barclays gehen die Meinungen etwas auseinander. Während Credit Suisse von einem Kapitalbedarf in Höhe von 13 Milliarden Euro ausgehen, halten die Landesbank Baden-Württemberg und Morgan Stanley rund 11 Milliarden Euro für nötig.

Im Ranking der Credit Suisse schneidet die BNP Paribas am drittschlechtesten ab. Sie soll 14 Milliarden Euro brauchen. Weit weniger schlecht schätzen Morgan Stanley und die Landesbank Baden-Württemberg die Lage des französischen Instituts ein. Sie rechnen mit einem Kapitalbedarf von 9,8 bis knapp 12 Milliarden Euro.

Die italienische Unicredit wird ebenfalls unterschiedlich bewertet. Die Landesbank Baden-Württemberg hält Unicredit nach der Royal Bank of Scotland für am kapitalbedürftigsten. Auch die Analysten von Credit Suisse schätzen immerhin noch einen Kapitalbedarf von rund 12 Milliarden Euro. Morgan Stanley geht von 9,5 Milliarden Euro aus.

Mit der Commerzbank gehört eine zweite deutsche Bank zu den Instituten, die am meisten Kapital benötigen. Während Credit Suisse und die Landesbank Baden-Württemberg rund 11 Milliarden Euro Kapitalbedarf für die Commerzbank errechnet haben. Halten die Experten von Morgan Stanley nur 8,8 Milliarden Euro für nötig.

Das britische Institut Lloyds steht bei Morgan Stanley auf der Liste der zehn kapitalbedürftigsten Banken. Die Experten schätzen 6,8 Milliarden Euro zusätzliches Kapital, um die Bank stabil zu halten. Credit Suisse hält eine ähnliche Größenordnung für wahrscheinlich. Allerdings ist Lloyds laut den Schweizern stabiler als die spanische Bankia und die National Bank of Greece, die bei Morgan Stanley nicht unter den ersten zehn auftauchen.

Die spanische Bankia soll laut Berechnungen der Credit Suisse und der Landesbank Baden-Württemberg rund acht Milliarden Euro an neuem Kapital brauchen.
Das meiste frische Kapital wird die Royal Bank of Scotland (RBS) brauchen. Da sind sich die Analysten der drei Institute einig. Um die 19 Milliarden Euro wird die Bank anhäufen müssen, schätzen die Experten.
Es ist schon seltsam, dass jetzt die Banken in China so wertvoll sein sollen. Die Presse scheint kein Banker in UK zu verfolgen! Aber was soll das auch, denn die britischen Banken haben kein Kapital, das sie verleihen können. By the way, die Deutschen auch nicht. Aber wer hat das heute noch?
Es werden heute keine 15 Prozent Rendite erreicht, damit fällt der Bonus auch entsprechend schmal aus. Ihr armen Banker solltet euch in die City stellen und mit der Sammelbüchse das Geld für euer Mittagessen einsammeln.
Humor hat, wer zuletzt lacht... Cheers...
Ich bin mal gespannt, in welche alternative Währung zum Dollar die Briten investieren wollen? Die Amerikaner haben sie bereits in den Bankrott getrieben mit billigem Geld und Versicherungen. In den Yuan der Chiensen, denen sie schon vor 150 Jahren gegen harte Währung das Opium zwangsverkauft haben oder eventuell den Indern, die auch gut auf den Verein zu sprechen sind :-) Lasst eur Pfund im Pub oder Waitrose, da hat das Volk etwas davon. Aussteigen aus der EU ist bestimmt kein britisches Ziel!! Sie wären dann ohne Einfluß auf einen weltweit sehr wichtigen Marktplatz, der ihnen immer noch viel Geld in die Kassen spült...
Nope, die Old Boys wissen schon, was sie an uns haben... der Rest sind Nebelkerzen, um von den staatlichen Finanzproblemen ab zu lenken. Ca. 150 Prozent Verschuldung ist knapp hinter Griechenland, wenn ich mich nicht täusche!!!
Bei allem Verständnis für die Ausprägung der Finanzwelt, die Berichterstattung wahr schon mal überzeugender.
Für mich ist die beschriebene Reaktion der britischen Banken vollkommen nachvollziehbar. Ihr PM versucht in Brüssel und Berlin für die eigene Sache und das Überleben des Finanzplatz London zu kämpfen und das offensichtliche Scheitern von GB zu kaschieren. Schlicht gesagt, die Briten haben gar kein Geld zum Ausleihen in der Kasse und tun in einer eher peinlichen Aktion so, als wenn sie ganz plötzlich den chinesischen Markt für sich entdeckt haben. Die letzten staatlichen Interventionen mit mehr als 200 Milliarden GBP oder besser gesagt, die der Rothschilds (BoE) haben nicht dazu geführt, dass freies Kapital in den britischen Banken vorhanden ist. Sie sind froh, wenn sie die Fehlspekulationen der letzten Monate gegen den Euro überleben werden...
"No Business is like Show Business" und darin waren die Old Boys schon immer gut. Doch dieses Mal haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wer zuletzt lacht ... the show is off and we can go home... .
Schade, es ist ein tolles Land mit sympahtischen und ehrlichen Menschen, die jetzt wieder für die Fehler zahlen müssen. Gut, dass die Old Boys ihr Geld rechtzeitig im Ausland in Sicherheit gebracht haben...
Good Night Empire... or RIP...
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