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Stresstest: Warum die deutschen Banken in der Zwickmühle stecken

Für viele Banken ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera: Verweigern sie die Veröffentlichung des Stesstests, nähren sie den Verdacht, etwas zu verbergen. Stimmen sie zu, bestehen den Test aber nur mit Einschränkungen, ist die Not noch größer.

Skyline von Frankfurt. Quelle: dpa
Skyline von Frankfurt. Quelle: dpa

mak/rob/hgn/fmd/oli/pk/HB FRANKFURT/STRASSBURG. Die Fragebögen zum Stresstest sind verschickt, nun wird es ernst für die 16 Institute, die sich in Deutschland diesem Test unterziehen müssen. Das entscheidende Detail: Die Banken müssen gegenüber der Aufsicht eine Erklärung abgeben, ob sie mit der Veröffentlichung der Ergebnisse einverstanden sind. Der in London ansässige Ausschuss der europäischen Bankenaufseher Cebs will anschließend die Liste der Namen von den Banken verteilen, die mit der Veröffentlichung einverstanden sind und damit beim Stresstest definitiv mitmachen.

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In den Kriterien für die Banken-Stresstests sei auch ein Staatsanleihen-Szenario enthalten, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. In den Tests, mit denen die Auswirkungen von Extremsituationen auf die Bankenbilanzen untersucht werden, sei aber kein pauschaler Abschlag auf alle Länder-Bonds in Europa vorgesehen. Gegen ein solches Szenario waren deutsche Banken und die Bundesbank Sturm gelaufen, da deutsche Anleihen als besonders sicher und liquide gelten.

Noch diskutiert wird Finanzkreisen zufolge, ob am Mittwoch auch schon Namen der zu testenden Institute publik gemacht werden. Noch gebe es hier insbesondere für Deutschland keine endgültige Klarheit, sagte ein Insider. Deutsche Banker erwarten Finanzkreisen zufolge in ihren Reihen keine Kandidaten für ein Scheitern bei den Prüfungen.

Die Ergebnisse der Tests sollen am 23. Juli bekanntgegeben werden. Durch die Veröffentlichung der Testergebnisse von rund 100 europäischen Banken soll das seit Ausbruch der Finanzkrise erschütterte Vertrauen in die Branche gestärkt werden. Die Unsicherheit über die Methodik der Tests und darüber, was letztendlich veröffentlicht wird, hat am Markt jedoch neue Skepsis geschürt.

Denn die Institute stecken in einer Zwickmühle. Verweigern sie ihr Einverständnis, dann nähren sie den Verdacht, dass sie etwas zu verbergen haben. Stimmen sie zu, bestehen aber den Stresstest nicht oder nur mit Einschränkungen, dann ist die Not noch größer: Wenn sie nicht im gleichen Atemzug erklären können, wie sie die festgestellten Mängel beseitigen, droht ihnen der Bankrott. Schließlich wird kein Kunde einer Bank länger Geld anvertrauen, die einräumen muss, bestimmten Extremsituationen nicht gewachsen zu sein.

  • 07.07.2010, 14:22 UhrAnonymer Benutzer: Siggi40

    Gott sei Dank gibt es den bankenstresstest - das beruhigt ungemein.

    Deutsche banken haben Forderungen gegenüber verschiedenen Euro-PiiGS Staaten in Höhe von 515,9 Mrd. Euro. (Quelle: bundesamt, Stand 02.2010).
    Der Gewerbeimmobilienmarkt in den USA, viermal so groß wie der Wohnimmobilienmarkt, ist gerade dabei, sich in Luft aufzulösen. Gesamtkredite im Wert von über 5 billionen Dollar sind ausfallgefährdet. Und vor allem die deutschen banken sind massiv involviert. Noch schlimmer geht eigentlich nicht. Oder doch?

    Das ist immer noch Peanuts in Relation zu den aus den bilanzen ausgelagerten Risiken (Derivaten), um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren.

    im Quartalsbericht 06/2008 der biZ geht hervor, dass die bankster weltweit auf über 600 billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel sitzen, Europas bankster auf ca. 22,5 billionen Dollar.
    Auf eine Zuordnung der Risiken auf die einzelnen banken wurde bewusst verzichtet. Die Kunden würden dann ja sofort ihre Sparguthaben in Sicherheit bringen, die ja vom Staat garantiert sind und diese Staatsgarantien wieder von den banken abgesichert sind, die diese Verluste haben.

    Deutsche bankster sitzen auf über 650 Mrd. Euro Risiken, kommentierte die FAZ vor ein paar Wochen. Dank zinsloser Zentralbankgelder alles schon wieder ausgeglichen. Jetzt sitzt die EZb auf den Risiken. Tolle Sache, da staunt der bürger.

    Nicht entscheidend ist, woher die banken ihr Kernkapital haben: Aufsichtsrechtlich ist es völlig egal, ob der Staat das Kapital stellt oder die eigentlichen Eigentümer. Wenn ich mir Geld vom Steuerzahler leihe, dann wird daraus Eigenkapital. Aha. Muss wohl in der Schule nicht immer aufgepasst haben.

    Das Südeuroparisiko der LbbW beträgt weniger als fünf Prozent ihres gesamten Staatskreditportfolios. Muss ich mal glauben, ok.
    Aber wo versteckt die LbbW die bei der SachsenLb in 11 verschiedene Zweckgesellschaften ausgelagerten 64 Mrd. Euro wertloser Papierschnipsel? bereits die SachsenLb konnte über diesen Umweg diese Risiken vor der Finanzaufsicht verstecken.

    Aber Gott sei Dank gibt es den Stresstest bei den banken. Die stupid Germans sind dann alle wieder beruhigt und glauben weiter an den Weihnachtsmann. Und die cleveren Germans die tauschen in weiser Voraussicht ihr Vermögen in Edelmetalle.

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