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Stresstest: Zehn Prozent der Banken reißen die Latte

Die Stresstests für die europäischen Banken sind nicht so harmlos, wie bisher angenommen. Aufseher, Notenbankvertreter und Bankvorstände warnten jetzt eindringlich davor, die Belastungsprobe zu unterschätzen. Auch deutsche Institute - vor allem die Landesbanken - seien Wackelkandidaten.

von P. Köhler, R. Landgraf und S. Afhüppe
Soffin kann Instituten helfen, die im Stresstest Probleme haben. Quelle: dpa
Soffin kann Instituten helfen, die im Stresstest Probleme haben. Quelle: dpa

FRANKFURT BERLIN. Die europaweiten Stresstests für Banken seien ein abgekartetes Spiel, bei dem niemand verlieren könne, hieß es unter Kritikern. Doch nun kommt es vielleicht ganz anders. Wer annimmt, alle deutschen Kandidaten würden die Belastungsprobe bestehen, liegt nach Ansicht eines Vorstandsmitglieds einer deutschen Großbank falsch. Der Test sei nicht so konzipiert, dass ihn alle Institute bestehen. Er rechne mit einer „Durchfallquote“ von 10 bis 15 Prozent. Damit seien gut zehn Kreditinstitute in Europa und ein bis zwei Häuser in Deutschland betroffen, sagte der Vorstand. Um Vertrauen in die Märkte zu bringen, müsse der Test glaubwürdig sein. In Finanzkreisen hieß es, die Stresstests seien „keine Show“, sondern simulierten echte Herausforderungen.

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Jürgen Stark, Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) betont, „die Annahmen sind so gestaltet, dass die Testergebnisse glaubhaft sein werden.“ Stark weist damit Kritik an zu laxen Tests von vornherein zurück. Auch der Europäische Bankenverband rechnet mit „harten Kriterien“. Aber nach Angaben aus Finanzkreisen werden die großen börsennotierten deutschen Banken - darunter auch die Postbank - den Test bestehen

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet appellierte erneut an die Kreditinstitute, notfalls die Hilfen des Staates in Anspruch zu nehmen. Für den Franzosen ist die Veröffentlichung der detaillierten Testergebnisse „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung". Die Tests erhöhten die Transparenz und stärkten das Vertrauen der Investoren in den europäischen Bankensektor, sagte Trichet. Auch der Vorstand einer deutschen Großbank warnte gegenüber dem Handelsblatt zu falschen Erwartungen. Der Test sei nicht so konzipiert, dass ihn alle Institute bestehen könnten.

Landesbanken ohne staatliche Kapitalspritzen im Nachteil

Bisher hatten sich die Analysten vor allem auf börsennotierte Banken konzentriert, am Wochenende rückten aber die Landesbanken in den Fokus. „Ich glaube nicht, dass alle Institute durchkommen, bei den Landesbanken gibt es den einen oder anderen Kandidaten, der vielleicht nach dem Stresstest über seine Kapitalausstattung nachdenken muss“, sagte ein Analyst.

Möglicherweise werden dann diejenigen Landesbanken im Vorteil sein, die auf staatliche Kapitalspritzen zurückgegriffen haben, wie etwa die BayernLB. Die Düsseldorfer WestLB dürfte davon profitieren, dass sie die problematischen Staatsanleihen südeuropäischer Länder bereits in eine „Bad Bank“ geschoben hat, von dieser Seite droht hier keine Kapitalbelastung mehr. Relativ niedrige Kapitalquoten haben die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die NordLB mit 8,8 und 8,4 Prozent. Beide Banken haben keine Kapitalspritzen von ihren Eigentümern erhalten, paradoxerweise könnten sie jetzt aber schlechter abschneiden als die gestützten Landesbanken.

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