
FRANKFURT. Ein hohes Kleinod ist der gute Name", wusste schon Friedrich von Schiller. Und da ist die Suche nach einem neuen Namen naturgemäß mit ziemlichem Aufwand verbunden. Vor ziemlich genau einem Jahr hat die US-Großbank Citigroup bekannt gegeben, dass ihre deutsche Privatkundentochter Citibank für mehr als fünf Mrd. Euro an die französische Crédit Mutuel geht. Nun, zwölf Monate und zig Entwürfe später, steht der neue Name so gut wie fest: Aus der "Citibank" wird die "Targo Bank". Die Citibank wollte sich auf Anfrage nicht zum neuen Namen äußern. Schließlich soll dieser erst Anfang Februar kommenden Jahres an den Start gehen. Die Bank habe verschiedene Namen und Bildmarken in der Prüfung, sagte ein Sprecher lediglich.
Doch beim Deutschen Patent- und Markenamt ist die Wort- und Bildmarke bereits auf die Citibank eingetragen. Die Frist, in der andere Unternehmen widersprechen können, läuft. Dort sieht man auch, wie sich die neue Targo Bank künftig präsentieren will: Ein kleines Strichmännchen mit rotem Kopf und blau erhobenen Armen steht da zwischen den beiden Worten Targo in Blau und Bank in Rot.
Die Internetseite targobank.de ist auch schon von einem Citibank-Angestellten gesichert. Alles läuft auf Targo hinaus, auch wenn der Name keine Bedeutung hat.
Damit liegt bereits ein gewaltiger Prozess hinter der Citibank, der allein schon daran deutlich wird, wenn man sich die erwogenen Alternativen zum Kunstwort Targo anschaut. Namen wie "Trevit Bank", "Xedio Bank" oder "Prego Bank", die irgendwie eher an Italien als an Düsseldorfer Retailbanking denken lässt, waren wohl die heißen Konkurrenten. Und auch über "Ixera Bank", "Mutuel Bank" und "Livin Bank" haben die Manager nachgedacht.
Was letztlich "Targo" in die Poolposition befördert hat, ist bisher noch unklar. Bisher gibt es im bayerischen Krailling eine Unternehmensberatung namens Targo, auch ein Schweizer Tresorhersteller und ein ebenfalls Schweizer Produzent von Dampfbremsen und Winddichtungen schmücken sich mit diesem Namen.
Klar ist aber, dass auch jetzt, wo der Name so gut wie feststeht, die Arbeit für die Düsseldorfer noch lange nicht vorbei ist. Beispiele wie Evonik oder Arcandor zeigen, wieviele Werbekampagnen und Monate es braucht, bis ein Kunstname zur echten Marke wird. Andererseits mag Vorstandschef Franz Josef Nick den Neustart auch gerne nutzen wollen, um Blessuren am Image durch den Streit um Lehman-Zertifikate heilen zu lassen.