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Studie: Bankfilialen rechnen sich in der Regel nicht

Das Filialgeschäft vieler Regionalbanken wird mit zu hohem Aufwand betrieben, es spricht die falschen Kunden an und rechnet sich am Ende nicht. Die schweizerische Beratungsgesellschaft Confidum stellt dem Retail-Banking der Sparkassen und Volksbanken ein vernichtendes betriebswirtschaftliches Urteil aus und zeigt Wege für eine Neuausrichtung auf.

Vor allem die Sparkassen sind stolz auf ihr dichtes Filialnetz. Quelle: dpa
Vor allem die Sparkassen sind stolz auf ihr dichtes Filialnetz. Quelle: dpa

FRANKFURT. Der Service vieler Bankfilialen ist zu teuer und spricht die falschen Kunden an. „Filialen binden immer noch enorme Ressourcen und werden quersubventioniert aus den Eigenanlagen sowie Erträgen aus dem Geschäft mit vermögenden Privatkunden und Firmenkunden. Das Filialgeschäft kann aber zu einer Wachstumsstrategie kaum etwas beitragen“, sagt Hans-Joachim Schettler aus der Geschäftsleitung der Beratungsgesellschaft. Wegen ihrer dichten Zweigstellennetze sind die Volksbanken und Sparkassen hier besonders betroffen.

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Die Beratungspraxis zeige, dass rund 40 Prozent der Kunden nicht rentabel seien. Mit diesen machten die Banken weniger als 100 Euro Bruttoertrag im Jahr. Außerdem kämen immer weniger Kunden überhaupt in eine Filiale. Die Kundenfrequenz in den Zweigstellen lasse nach und sei nur noch halb so hoch wie in den 90er-Jahren.

Rund 90 Prozent der Kapazitäten in den Filialen würden für „nicht wertschöpfende Tätigkeiten“ vorgehalten. Eine Studie aus dem Jahr 2009 habe ergeben, dass beispielsweise 58 Prozent der Kunden in die Filiale kommen, um Geld abzuheben oder einzuzahlen, nur sieben Prozent nähmen an einem persönlichen Beratungsgespräch teil. „Der Trend hält nach wie vor an, das zeigen die Stichproben bei unseren Kunden“, sagt Schettler.

Strategien zum Gegensteuern entsprechen so gar nicht den Marketingbotschaften der Banken. Man müsse die Anzahl der Mitarbeiter reduzieren, die Öffnungszeiten einschränken und den stationären Service zurückfahren. „Um Schließungen insbesondere kleinerer Filialen kommt man nicht herum“, heißt es bei Confidum. Auf den Punkt gebracht: Durch weniger Service für das Massengeschäft vor Ort lassen sich die Kosten deutlich senken, und das Ergebnis lässt sich signifikant steigern.

„Nach unseren Analysen stehen 20 Prozent der Beschäftigten in den Filialen zur Disposition“, sagt Schettler. Das heiße nicht, dass es automatisch zu Entlassungen kommen müsse, weil die natürliche Fluktuation durch die demografische Entwicklung beschleunigt werde. In Zukunft müssten die Regionalinstitute stärker in den medialen und digitalen Vertriebswettbewerb einsteigen und die Beratung im gehobenen Private Banking verbessern. Auch das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung in Hamburg sieht noch Potenzial für das Internet. Knapp jeder dritte Kunde könne sich eine Abwicklung von Wertpapiergeschäften und Depotverwaltung online vorstellen, heißt es in einer Untersuchung.

  • 22.11.2010, 15:34 UhrAnonymer Benutzer: aruba

    Guten Tag,..... Meine 10 Vorredner haben Recht,... nach 35 Jahren in einer Grossbank kann ich ihnen versichern;.... haetten wir anstelle von Picassos und Designermoebeln;.... in das investiert was wir brauchten. ( Das heisst,... anstaendige berater, Kundennahe betreuung, Praesenz, und vor allem bescheidenheit ) Dann ja dann waeren unsere ueber 50 Filialen rentabel geworden. Wir haben es aber vorgezogen die Kunden anzuscheissen, hochnaesig zu behandeln zu betruegen und zu bevormunden. Wir haben unsere Hostessen ( nicht solche wie Sie jetzt meinen ) mit Chanel Kostuemchen ausgestattet. Unsere Werbung war in Oettinger Englisch, die angebotenen " Hauseigenen Produkte " abgekupfert ja unlauter und sogar strafbar, die Direktion " Groessenwahnsinnig ". ich gehe wohl Recht in der Annahme dass es Ueberall so ist. Gut, dann rechnen sich Zweigstellen nicht mehr! bleibt die zweite Frage;.... bei all dem betrug und all der Misere die banken angerichtet haben und noch immer anrichten;....RECHNET SiCH EiN SOLCHER SAULADEN UEbERHAUPT NOCH. bitte ersparen Sie mir die Antwort.besten Dank

  • 22.11.2010, 15:10 UhrAnonymer Benutzer: Liberaler

    Der inhalt mag richtig oder falsch sein, man wird einen Filialbetrieb nie mit einem reinen internetbetrieb von der Kostenseite her vergleichen koennen.
    Was mir immer mehr uebel aufstoesst ist allerdings diese Attitude(die von den Sparkassen und VR munter gefoerdert werden) des soliden und stabilen Geschaeftsgebahren dieser institute.
    Angesichts von bail outs (unter anderem Stadtsparkasse Koeln und Apo), verfilzten Aufsichtsraeten, Falschberatung von Anlegeren(Lehman!, ja nach der Citi bank waren die Sparkassen da ganz vorn dabei) und den desastroesen Verlusten von mehreren Landesbanken, die von den Sparkassenverbaenden mitkontrolliert werden und wurden, waere doch auch gegenueber diesen instituten das gleiche Misstrauen notwendig, wie gegenueber "normalen" Privatbanken.

  • 22.11.2010, 14:57 UhrAnonymer Benutzer: Hermann H

    Man muss sich fragen, ob diese Ergebnisse nicht den Prämissen geschuldet sind, mit denen Filialen betreiben werden.
    Es mag zwar sein, das Filialen teuer sind, doch im breitengeschäft sind sie nach wie vor nur schwer verzichtbar. Das Kostenproblem entsteht vor allem durch falsche Ausrichtung der Filialen. im Zeitalter von Homeoffices genügt lediglich die Option zur persönlichen beratung durch Anwesenheit von Fachkräften, die ansonsten anderen Tätigkeiten nachgehen können, die man üblicherweise in den Zentralen vorfindet. Durh Dezentralisierung des Personals bei gleichzeitiger Zentralisierung der Technik, sollte sich das Problem erledigen.
    Ein Teil dieses schlechten Ergebnisses für Filialen dürfte auch den Overheadkosten geschuldet sein, die letztlich gar nicht durch die Filialen verursacht, aber ihnen aufgedrückt werden.

    H.

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