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Subprime-Krise holt Wall Street ein: US-Behörden klagen Goldman Sachs wegen Betrugs an

Die US-Finanzmarktaufsicht SEC hat Goldman Sachs wegen Betrugs an Kunden durch die Vermarktung zweitklassiger Kreditportfolien in der Finanzkrise angeklagt. Die Bank habe den Investoren verschwiegen, dass ein großer Hedge-Fonds gegen die Papiere wettete. Zu den Geschädigten gehört laut Klageschrift die deutsche Mittelstandsbank IKB.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs und ihr Chef Lloyd Blankfein geraten unter heftigen Beschuss. Quelle: Reuters
Die US-Investmentbank Goldman Sachs und ihr Chef Lloyd Blankfein geraten unter heftigen Beschuss. Quelle: Reuters

NEW YORK. Die SEC wirft Goldman vor, die Bank habe zweitklassige Hypothekenkredite (Subprime Mortgages) in Collateralized Debt Obligations (CDO) gepackt, durch die Kunden dann mehr als eine Mrd. Dollar an Verlusten erlitten hätten. Goldman habe den Investoren nicht gesagt, dass der Hedge-Fonds Paulson & Co nicht nur bei der Auswahl der Hypotheken beteiligt war, sondern auch auf den Wertverlust des CDO am Kapitalmarkt wettete. Stattdessen habe man den Kunden erklärt, ein dritter Dienstleister , die ACA Management LLC, habe die der „Abacus“ genannten Konstruktion zu Grunde liegenden Hypotheken ausgewählt. Den Unterlagen zufolge hat der Milliardär John Paulson Goldman 15 Mio. Dollar gezahlt, um das am 26. April 2007 aufgelegte CDO zu strukturieren.

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Neun Monate später waren 99 Prozent der dem Derivat zu Grunde liegenden Hypotheken durch die Ratingagenturen herabgestuft. Paulson soll mit dem Geschäft nach Angaben der SEC eine Mrd. Dollar verdient haben.

CDOs gehörten zu den Wertpapieren, die die Finanzkrise maßgeblich mit ausgelöst haben. Die Beteiligung dieses Hedge Fonds ist deshalb pikant, weil Paulson & Co in der Krise viele Milliarden damit verdient hat, auf den Zusammenbruch des Immobilienmarktes zu wetten. Der Chef des Hedge-Fonds, John Paulson, ist den Angaben der SEC zufolge nicht angeklagt. Goldman habe das Produkt vertrieben, nicht Paulson, erklärte die Behörde.

Goldman steht seit Beginn der Finanzkrise öffentlich unter Druck, weil weltweit kein Institut das Desaster an den Kapitalmärkten so gut überstanden hat. Seit längerem wird der Bank unterstellt, sie habe sich dabei auf Kosten der Kunden bereichert. Die Bank wies die Vorwürfe vehement zurück. "Die Anklage ist rechtlich und der Faktenlage nach vollständig unbegründet. Wir werden sie in Frage stellen und die Firma und die Reputation von Goldman verteidigen", hieß es in einer Erklärung. Die Bank habe selbst in Abacus investiert und dabei 90 Mio. Dollar verloren. Paulson & Co wies in einer Stellungnahme den Vorwurf zurück, man habe die Schaffung des CDO angeregt und haben bei der Auswahl der Hypotheken mitgewirkt.

Deutsche IKB gehört zu den Geschädigten

Zu den Abacus-Investoren gehörten laut Klageschrift auch die deutsche Mittelstandsbank IKB, die im Zuge der Finanzkrise eben wegen der Investition in CDOs von der Bundesregierung vor dem Kollaps gerettet werden musste. Das Institut hat der US-Börsenaufsicht zufolge nahezu das gesamte 150 Mio. Dollar schwere Investment verloren. Hätte die IKB jedoch von Paulsons Rolle und Interessen gewusst, hätte sie gar nicht erst investiert, so die SEC.

Die IKB sei stattdessen davon ausgegangen, dass eine dritte Partei, ACA Management, die unterliegenden Wertpapiere auswähle. ACA habe „Erfahrung mit der Analyse von Kreditrisiken“ bei verbrieften Hypothekenkrediten und sei von Goldman entsprechend als dritte Partei vermarktet worden, heißt es in der Klageschrift. Mit dem Großteil des 150 Mio. Dollar hohen Verlustes „wurde am Ende Paulson bezahlt, in einer Reihe von Transaktionen zwischen Goldman Sachs und Paulson.“

  • 18.04.2010, 10:38 UhrAnonymer Benutzer: Nachdenker

    Wie hatte dieser geniale CEO von Goldman Sachs, Mr. blankfein, noch im November 2009 getönt? "Die banken erledigen einen göttlichen Auftrag." Jetzt wissen wir, was er offensichtlich damit gemeint hat. Aber solange der bankenwelt (inkl. FED) weiterhin die Schöpfung des Papiergeldes alleine überlassen bleibt, wird sich NiE etwas ändern, da können wir Kommentare schreiben und uns aufregen, wie wir alle wollen.

  • 17.04.2010, 20:45 UhrAnonymer Benutzer: k.-h.

    Sollte Fabrice beim Kleingedruckten etwas vergessen haben? bei der Anklage wir es darauf ankommen, ob Paulson -gut beraten- eine vernünftige Spanne Zeit zwischen seiner CDS-Wette und der voraufgegangenen Veräußerung des CDO an Goldman gelegt hat. Dann fehlte es am inneren Zusammenhang und rechtlich relevanter bösgläubigkeit bei Goldman. An guter beratung hat man dort schließlich nie gespart - im Gegensatz zu staatlichen institutionen. Also man langsam mit den jungen Pferden.

  • 17.04.2010, 18:22 UhrAnonymer Benutzer: 3 weiße Tauben sch***** auf's Dach

    Herr blankfein und Herr Ackermann hinterlassen bei mir den Eindruck, dass 6 Millionen wohl doch nicht genug waren.
    Da werden in diesem Jahrtausend bestimmt noch einige folgen - vielleicht noch in diesem Jahrhundert, wenn das so weitergeht wie bisher.

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