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Superrendite: Das Ende der Private Equity-Party

Viel zu lange haben viele Private-Equity-Häuser darauf gesetzt, dass ihnen die Banken Kredite zur Verfügung stellen und damit ihre Renditen nach oben gehebelt. Nun ist das Geschäftsmodell vieler Finanzinvestoren am Ende und die Manager suchern einen Weg durch die Krise.

Übernahmen wie die von Hugo Boss durch den Finanzinvestor Permira sind vorerst Vergangenheit. Foto: dpa Quelle: dpa
Übernahmen wie die von Hugo Boss durch den Finanzinvestor Permira sind vorerst Vergangenheit. Foto: dpa Quelle: dpa

BERLIN. Der Name „Superreturn“ hat sich nicht geändert – wohl aber der Ort. Zum ersten Mal trifft sich die Private-Equity-Branche in Berlin. Jener Stadt, in der zuletzt mehrfach über Nacht große Autos der Marken Porsche oder BMW einfach abgefackelt wurden. Der Metropole, die vom regierenden Bürgermeister einmal als „arm, aber sexy“ charakterisiert wurde. „Superreturn“ – zu deutsch: Superrendite – passt da ungefähr so gut hin wie Schnee nach Kalifornien. Vor allem in einer Zeit, in der die Wirtschaft rund um den Globus in eine schwere Rezession abgleitet.

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Im Saal „Charlottenburg“ des Berliner Interconti-Hotels merkt man von diesem Widerspruch zunächst wenig. Sicherlich, es sind weniger Teilnehmer da als in den Vorjahren. Die vielleicht gut 150 Zuhörer, die meisten davon Männer, entsprechen dem Bild der Finanzelite: Teure, gut sitzende Anzüge, frisch rasiert, adretter Haarschnitt. Alleine für den Auftakttag zahlen Teilnehmer 1 499 britische Pfund Eintritt – selbstverständlich zuzüglich Mehrwertsteuer.

Doch etwas ist anders; auch hier herrscht Verunsicherung. Am Vormittag gibt es einen, der sie fast ketzerisch auf den Punkt bringt. „Auch unsere Industrie wurde von der perfekten Welle, die so lange andauerte, mitgerissen“, räumt Thomas Pütter, Chef von Allianz Capital Partners, selbstkritisch ein. Viel zu lange und unkontrolliert hätten viele Private-Equity-Häuser darauf gesetzt, dass ihnen die Banken schier unendlich Kredite zur Verfügung stellten und damit ihre Renditen nach oben gehebelt. Pütter spricht von „Exzessen“ und bricht fast ein Tabu, als er hinzufügt, dass „Leverage“, also der alleinige Einsatz von Fremdkapital, noch keinen Wert schaffe.

Widersprechen mag da niemand, nicht einmal ein Raunen geht durch die Stuhlreihen. „Wir sind in einer Phase massiver Entschuldung“, wird später auch Thorsten Langheim, Managing Director beim US-Schwergewicht Blackstone, einräumen. Was das für sein Haus bedeuten könnte, verschweigt er lieber. Ein Manager meint, diese Frage später im kleinen Kreis beantworten zu können: „Das heißt für die Großen, dass ihr Geschäftsmodell tot ist.“

Die Großen, das sind Fonds wie Blackstone, Cerberus, Permira oder auch Apollo, die zumindest mit einigen ihrer Investments derzeit stark zu tun haben. Cerberus etwa, denen die Mehrheit am krisengeschüttelten US-Autobauer Chrysler gehört. Oder Permira, die in Deutschland mit ihren Beteiligungen Pro Sieben Sat.1 oder Hugo Boss in die Negativschlagzeilen gerieten. Auch bei der Übernahme von Klöckner Pentaplast durch Blackstone wurde – wenn Branchenkenner Recht haben – viel zu sehr auf Kredite gesetzt und damit ein zu hoher Preis bezahlt.

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