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Systemumstellung mit Problemen: Hypo-Vereinsbank erlebt IT-Fiasko

exklusiv Die Hypo-Vereinsbank muss die Einführung ihrer neuen IT-Plattform Eurosig zum vierten Mal verschieben. Obwohl zuletzt an die 2 000 Beschäftigte an der Umstellung arbeiteten, bekommt die Unicredit-Tochter die verbliebenen Probleme noch nicht in den Griff. Das ist nicht nur peinlich, sondern auch teuer.

Heinz Laber: Der HVB-Vorstand ist verantwortlich für die Einführung des neuen IT-Systems. Quelle: Frank Rumpenhorst
Heinz Laber: Der HVB-Vorstand ist verantwortlich für die Einführung des neuen IT-Systems. Quelle: Frank Rumpenhorst

MÜNCHEN/FRANKFURT. Fast 2 000 Menschen sind seit Monaten mit dem Mammutprojekt beschäftigt – und gescheitert: Die Hypo-Vereinsbank musste zum wiederholten Mal die Einführung ihrer neuen IT–Plattform Eurosig verschieben. Das ist nicht nur peinlich für die Bank, sondern auch teuer. Die Kosten, die die Bank nie öffentlich beziffert, steigen an. „Natürlich ist Enttäuschung da. Aber wir blicken nach vorne, um Eurosig erfolgreich einzuführen“, sagte Heinz Laber, der als IT-Vorstand das Projekt verantwortet, am Montag dem Handelsblatt.

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Einen neuen Termin gibt es bisher nicht. Die Umstellung ist möglich, wenn der Monatswechsel auf ein Wochenende fällt, in diesem Jahr wäre das noch Ende Juli, Ende Oktober und Ende Dezember.

Trotz aller Pannen steht HVB-Chef Theodor Weimar nach Angaben aus seinem Umfeld hinter Laber. Dieser habe die Probleme von seinem Vorgänger nur geerbt. Zudem habe es noch nie die Einführung eines so komplexen, grenzüberschreitenden IT-Systems bei einer Bank gegeben.

„Menschen und IT sind das Herz jeder Bank, da wollen wir nichts riskieren“, sagte Laber. Der Vorstand entschied einstimmig, die für dieses Wochenende geplante Umstellung zum 1. Mai abzusagen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Mit Eurosig will die italienische HBV-Mutter Unicredit die IT innerhalb des Konzerns vereinheitlichen. Ursprünglich war der Start bei der HVB für Herbst 2008 geplant, im Zuge der Capitalia-Übernahme durch Unicredit wurde er aber um ein Jahr verschoben. Dieser Termin war ebensowenig zu halten wie der am 1. Januar 2010. Auch damals musste die IT-Umstellung wenige Tage vor dem geplanten Termin wieder verschoben werden.

Auch diesmal bekamen die Techniker wieder nicht alle Probleme in den Griff. Die Bank hatte acht Kriterien aufgestellt als Voraussetzung für eine Umstellung. „Was die Kundenseite betrifft, läuft alles reibungslos. Es hakt aber noch etwas bei den Prozessen und Bereichen im Hintergrund“, heißt es im Umfeld der Bank.

Nach Informationen des Handelsblatts hätten wegen der anhaltenden Probleme bei einer Umstellung auf Eurosig zum 1. Mai im schlimmsten Fall bis zu 600 Vollzeitbeschäftigte über Monate hinweg Daten manuell eingeben müssen, bei denen die automatische Umstellung auf Eurosig noch nicht klappt.

Bei der Finanzaufsicht BaFin beobachtet man die Entwicklung. Bei der HVB heißt es, man sei in regelmäßigem Kontakt mit der Bankenaufsicht und mit der Bundesbank. Man müsse nun mit kleineren Investitionen die in die Jahre gekommene alte IT-Plattform reibungsfrei am Laufen halten. Dies könne aber nur eine Übergangslösung sein. Auch Laber sagt: „Die Zukunft kann nur Eurosig sein.“

Auch für Unicredit ist die weitere Verschiebung ärgerlich. Schließlich sind Kapazitäten der konzerninternen IT-Einheit Unicredit Global Information Services (UGIS) mit den HVB-Problemen gebunden. Die Entwicklerressourcen werden nach Angaben von Unternehmenskennern aber eigentlich für das Unicredit-Projekt „One4C“ benötigt, bei dem die mittelständischen Firmenkunden und die vermögenden Privatkunden neu segmentiert werden. Im Unicredit-Umfeld wurde dagegen betont, dass es keinen Zusammenhang zwischen beiden Projekten gebe.

Mit ihren Problemen bei der IT-Umstellung ist die Hypo-Vereinsbank nicht alleine. Dass die Integration von IT-Systemen alles andere als ein Zuckerschlecken ist, erlebt auch die Commerzbank. Sie versucht im Zuge der Dresdner-Übernahme die Plattformen zu vereinheitlichen. Hierbei werden nach Unternehmensangaben alleine 600 IT-Systeme der Commerzbank angepasst und 1 000 Systeme der Dresdner abgeschaltet. Obwohl sich eine vierstellige Zahl von Mitarbeitern mit der Aufgabe seit Monaten beschäftigt, wurde bereits die erste Zielmarke gerissen. Ursprünglich sollte bereits Ende 2010 die Integration abgeschlossen sein. Im Herbst 2009 wurde die Deadline dann vorsorglich bereits um ein halbes Jahr nach hinten verschoben.

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  • 28.04.2010, 18:12 UhrAnonymer Benutzer: ich weiß wovon ich rede

    Tja wenn man etwas einfach nur per Order aus italien auf biegen und brechen einführen will dann kracht es halt irgendwann... Das liegt übrigens nicht an etwaigem Unvermögen der iT die "technischen Probleme in den Griff zu bekommen" sondern eher daran daß die Eurosig Systeme einfach ein technologischer Rückschritt sind, welcher nur mit viel Aufwand in eine teilweise bestehen bleibende Landschaft integriert werden kann bzw. die schlimmsten Hindernisse für die User wenigstens abgemildert werden können. im Endeffekt unterwirft sich die HVb hier dem befehl aus italien mit ungewissem Ausgang für die bank, deren Erträge und deren Kunden!
    in manchen Mitarbeitern keimt nach dem erneuten scheitern die Hoffnung daß man doch noch darum herum kommen könnte... es wäre der HVb zu wünschen...

  • 27.04.2010, 18:09 UhrAnonymer Benutzer: Ex-HVB-ler

    Zum Glück wird verschoben! Das System ist nicht für den Alltag geeignet. Hoffentlich gibt es eine gute alternative Lösung.

  • 27.04.2010, 11:01 UhrAnonymer Benutzer: Weltenbummlerin

    Ein Ergebnis des Sparens an unsinnigen Stellen. Die kranken bWL-Gehirne begreifen nicht, dass iT ein Schlüsselbereich ist. Aber um ein paar Euro zu sparen, begehen sie in den Dienstleistungsabteilungen radikalen Kahlschlag. Die guten Köpfe sind mit ihrer Erfahrung weg. Das Ergebnis ist sichtbar und beschämend.

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