
NEW YORK/FRANKFURT. Seit längerem herrscht unter Investoren die Angst, die überschuldete "Taunus Corp." brauche frisches Kapital in Milliardenhöhe. Ein Schreiben der US Federal Deposit Insurance Corporation-Einlagensicherung (FDIC) belegt nun, dass die Ängste begründet sind. Damit stellt sich die Frage nach einer Kapitalerhöhung.
Grund ist die verschärfte Regulierung in den USA. "Wenn uns die Krise überhaupt etwas gelehrt hat, dann den Umstand, dass es wichtig ist, Regulierungsmängel anzugehen, bevor sie zu ausgewachsenen Problemen werden", schrieb FDIC-Chefin Sheila Bair an den Verband der Auslandsbanken in den USA. Die bestehende Möglichkeit, über sogenannte Bank-Holding-Companies die Kapitalanforderungen in den USA zu unterlaufen, sei eine solche Schwäche. Sie müsse "korrigiert werden, bevor weitere Probleme entstehen", heißt es in dem dreiseitigen Brief an das Institute of International Bankers (IBB), der dem Handelsblatt vorliegt.
Damit sind die Deutsche Bank und Taunus nun voll im Visier der US-Behörden. Taunus fungiert als Holding zwischen der Frankfurter Zentrale und den operativen Einheiten in Amerika. Sie ist mit Duldung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) chronisch unterkapitalisiert, was sich letztlich positiv auf die Rendite der Holding auswirkt.
So ergab sich Ende 2009 ein negatives Eigenkapital von 8,1 Mrd. Dollar. Die wichtige Kernkapitalquote (Tier 1) lag bei minus 7,4 Prozent - die Märkte fordern eigentlich einen positiven Wert von rund zehn Prozent. Die Fed hatte das bisher genehmigt, weil eine ausreichende Finanzkraft des Mutterkonzerns eine zusätzliche Eigenkapitalunterlegung von Holdings wie Taunus unnötig mache.
Branchenkreisen zufolge operieren auch andere europäische Häuser wie Barclays, HSBC, BNP Paribas oder UBS mit ähnlichen Konstrukten. Allerdings soll keines dieser Institute das Spiel so weit treiben wie die Deutsche Bank. Experten gehen davon aus, dass eine härtere Regulierung bei der Deutschen Bank Milliarden für Taunus fällig machen würde. "Mit der neuen Entwicklung wächst das Risiko einer Kapitalerhöhung", sagte ein Analyst. Nomura bezifferte jüngst den möglichen Bedarf an Mitteln für Taunus - je nach Regulierung - auf eine Summe zwischen 4,4 und 12,6 Mrd. Dollar.
Dass die FDIC explizit den deutschen Branchenprimus im Visier hat, geht aus dem Schreiben hervor - selbst wenn das Institut nicht mit Namen genannt wird. So weist Bair ausdrücklich darauf hin, dass eine Bank-Holding eines ausländischen Instituts sogar mit "negativem Tier-1-Kapital" operiere. Auch verhehlt die FDIC-Chefin nicht, dass sie hierin ein Problem sieht. Generell führe die aktuelle Regelung praktisch dazu, dass die ausländischen Häuser auf diesem Weg die Kapitalanforderungen für operative Einheiten unterliefen.
Trotz der Kritik ist allerdings noch offen, ob es mit Blick auf den Umgang mit Bank-Holdings am Ende zu Verschärfungen kommt. Zwar befinden sich entsprechende Anträge im Gesetzgebungsverfahren, beschlossen sind sie aber keineswegs. Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab.
Leistung aus Leidenschafft!? oder doch eher
Leistung die Leiden schafft?
Hier der bericht vom April ... die Zahlen sind alle gleich! Ein Schelm der böses dabei denkt :-p
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/deutsche-bank-wenn-der-taunus-den-schlaf-raubt;2568829
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