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Time-Sharing: Banker müssen ihre Luxusjachten teilen

Mit der eigenen Jacht unterwegs auf den Weltmeeren - in der Krise ein Luxus, der nur wenigen Managern vergönnt ist. Weil die Boni derzeit nur gering ausfallen, greifen Banker beim Bootskauf immer häufiger auf sogenannte „Time-Sharing“-Modelle zurück - und teilen sich die Kosten.

Eine eigene Luxusjacht ist selbst für erfolgreiche Manager oft ein unbezahlbarer Luxus. Quelle: dpa
Eine eigene Luxusjacht ist selbst für erfolgreiche Manager oft ein unbezahlbarer Luxus. Quelle: dpa

NEW YORK. Für klamme Banker ist Time-Sharing bei Jachten eine neue Option: wer sich keine Luxusjacht für 15 Mio. Euro mehr leisten kann, weil der Bonus zu mager ausgefallen ist, hat die Möglichkeit, ein Teilzeitnutzungsrecht über fünf Wochen für zwei Mio. Euro zu erwerben.

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Die italienische Werft Rodriquez Cantieri Navali will zehn Jachten für ein solches Time-Sharing-Programm bauen, sagt Alberto Castagna, Leiter der Luxusjacht-Sparte. Drei der geplanten zehn Luxusjachten seien bereits an 20 Mit-Eigentümer verkauft.

„Geteiltes Eigentum ist in der heutigen Welt viel sinnvoller, schließlich sind die Bonuszahlungen niedriger, und das Umfeld ist viel schwieriger geworden“, sagt Peter Mallinson, früher Managing Director bei Goldman Sachs und jetzt bei CDK Investments in London. Mallinson hält einen Anteil an der 41-Meter-Jacht Ocean Emerald, einem der drei von Rodriquez geplanten Time-Sharing-Boote. Auch Ruggero Magnoni, Leiter des europäischen Investment-Bankings bei der japanischen Bank Nomura, ist an der Ocean Emerald beteiligt. Mit dem Time-Sharing-Modell möchte die Luxusjacht-Branche die drohende Flaute zumindest abfedern.

Analysten der Universität Tor Vergata in Rom rechnen damit, dass der Umsatz bei Jachten mit einer Länge von mehr als 24 Metern in den zwölf Monaten bis August um 38 Prozent einbrechen wird. In den vorhergehenden acht Jahren kam die acht Mrd. Euro schwere Branche auf ein Wachstum von elf Prozent.

Aber auch bei Millionären hat die Finanzkrise zugeschlagen. Laut einer Studie von Capgemini und Merrill Lynch schrumpften die Vermögen der Millionäre im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf 32,8 Billionen Dollar. Unter den Jachtwerften hat das bereits Opfer gefordert. Beim Jachtbauer Ferretti tauschten die Anleihegläubiger im April ihre Anleihen gegen Aktien und übernahmen die Kontrolle über das Unternehmen.

Aicon hat in der ersten Jahreshälfte einen doppelt so hohen Verlust wie ein Jahr zuvor verzeichnet. Der Wirtschaftsprüfer Pricewaterhouse Coopers verwies auf „massive Unsicherheiten“ hinsichtlich der Zukunft des sizilianischen Jachtbauers. In den USA hat der Motorboothersteller Genmar Holdings am 1. Juni Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des Insolvenzrechts beantragt. Allein in diesem Jahr seien in der europäischen Jacht-Industrie 7 000 Stellen weggefallen, schätzt Nick Hopkinson, Herausgeber des Magazins International Boat Industry.

Im Dezember wolle Rodriquez die zweite Megajacht mit Namen Ocean Sapphire ausliefern, sagt Robert Hersov, Vizepräsident bei Yacht Plus, dem Entwickler des Time-Sharing-Projektes. Die dritte, Ocean Pearl, soll im nächsten Jahr folgen. Bloomberg

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