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„Toxische Wertpapiere“: Banken drohen weitere Milliardenverluste

Milliardenlöcher bei den deutschen Banken, die Finanzkrise unaufhaltsam – und am Ende alles noch viel schlimmer? Medienberichten zufolge sitzen heimische Banken noch auf Risikopapieren im Wert von bis zu einer Billionen Euro. Forderungen nach einer „Bad Bank“ werden nun wieder lauter.

Der Bankenbranche könnten noch schlimmere Zeiten bevorstehen als bisher. Foto: AP  Quelle: ap
Der Bankenbranche könnten noch schlimmere Zeiten bevorstehen als bisher. Foto: AP Quelle: ap

HB FRANKFURT/BERLIN. Die deutschen Banken haben einem Magazinbericht zufolge erst einen Bruchteil ihrer faulen Wertpapiere rund um US-Hypothekendarlehen abgeschrieben. Den Instituten drohten daher weitere Verluste in Milliardenhöhe, berichtete der „Spiegel“ am Samstag vorab und berief sich auf eine Umfrage der Bundesbank und der Aufsichtsbehörde BaFin unter 20 großen Kreditinstituten, darunter alle Großbanken und Landesbanken.

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Demnach besitzen diese Institute „toxische Wertpapiere“ im Volumen von knapp unter 300 Mrd. Euro, von denen erst rund ein Viertel abgeschrieben wurde. Der Rest stehe noch immer zu „illusorischen“ Werten in den Büchern. Regierungsexperten rechneten mit einem erheblichen Wertberichtigungsbedarf, berichtete der „Spiegel“. Daher könnten schon bald noch mehr Geldhäuser auf staatliche Kapitalspritzen angewiesen sein. Das Finanzministerium, für das die Umfrage erstellt worden sei, gehe sogar davon aus, dass der gesamte deutsche Bankensektor Risikopapiere mit einer Summe von bis zu einer Billion Euro in den Büchern führe.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums bestätigte die Zahlen des „Spiegel“ am Samstag nicht. Er erklärte lediglich, dass mit erheblichen Summen zu rechnen sei, die noch als Risikopapiere bei den Banken schlummerten. Diese seien auch das Hauptargument gegen die Schaffung einer sogenannten „Bad Bank“.

Bankenvertreter fordern schon seit längerem die Einrichtung einer „Bad Bank“, also einer Art staatlichen Mülldeponie für faule Kredite. Finanzminister Peer Steinbrück bekräftigte seine Ablehnung einer solchen Bank: Eine „Bad Bank“ könne er sich „ökonomisch und vor allem politisch nicht vorstellen“, sagte der SPD-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Gerade diejenigen, die jetzt eine „Bad Bank“ forderten, hätten gleichzeitig kundgetan, dass sie den staatlichen Banken-Rettungsschirm nicht in Anspruch nehmen wollten. „Sie versuchen lieber, über eine globale Bad Bank ihre Bilanzen zu entlasten“, wurde der Minister weiter zitiert. Eine solche Bank müsste aber mindestens mit einem Kapital von 150 oder gar 200 Milliarden Euro unterlegt sein. „Wie soll ich mit einem solchen Vorschlag vor den Deutschen Bundestag treten?“, fragte Steinbrück. „Das Publikum würde uns für verrückt erklären.“

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