
Das habe das Management um Hummler dazu bewogen, vor gut einer Woche, die Raiffeisen-Gruppe zu kontaktieren, um über eine Uebernahme zu verhandeln. In nur einer einer Woche wurde der Deal ausgehandelt. Raiffeisen-Chef Vincenz: "Ein schlechtes Gewissen habe ich definitiv nicht, aber ich empfinde auch keine Schadenfreude." Ueber den Kaufpreis machte er keine Angaben. Normalerweise werden für Vermögensverwalter rund 1 Prozent der verwalteten Gelder bezahlt. Damit würde der Preis bei rund 200 Millionen Franken liegen.
Von acht geschäftführenden Gesellschaftern verbleiben sechs bei der Rest-Wegelin. Künzi sowie der Leiter des Asset Managements, Magne Orgland, steigen aus fangen bei der neuen Notenstein-Bank an.
Das überrascht: So war der neue Notenstein-Chef Adrian Künzi seit 2007 haftender Partner von Wegelin und Mitglied der Geschäftsführung. Der Beschluss, US-Kunden von UBS zu übernehmen, soll Wegelin im Jahr 2008 gefällt haben. Künzi wollte keine Antwort auf die Frage geben, ob er diesen fatalen Beschluss mitgetragen hat oder nicht.
Damit stellt sich die Frage, ob sich die Raiffeisen-Gruppe mit der Uebernahme der beiden Ex-Wegelin-Partner nicht mit dem Steuer-Streit quasi zu infizieren droht. Eine Sorge, die Raiffeisen-Chef Vincenz nicht teilt. "Die Finanzaufsicht Finma hat diese Risiken geprüft und erklärt, dass die Transaktion für Raiffeisen zu verantworten ist." Garantien gäbe es letztlich aber keine, fügte er an. Es habe diesbezüglich Kontakte mit den US-Behörden gegeben. Wer da mit wem gesprochen haben will, dazu blieb Vincenz wolkig.
Ein Sprecher der Finanzaufsicht erklärte auf Anfrage, dass die "getroffenen Maßnahmen die US-Risiken angemessen berücksichtigen." So habe Ex-Wegelin Partner Künzi mit dem umstrittenen US-Geschäft nie etwas operativ zu tun gehabt. Er war für den Aufbau des Geschäfts in der West-Schweiz befasst. Ob die US-Justiz das auch so sieht, wird sich noch zeigen müssen.
Für Wegelin-Chef Hummler ist der Not-Verkauf seiner Bank ein persönliches Desaster. Hummler war stets ein wortgewaltiges Aushänge-Schild des Finanzplatzes Schweiz. So hat er den Posten des Verwaltungsrates der Traditionszeitung "Neue Züricher Zeitung" inne.
Hummler hatte in der Vergangenheit offen sich dazu bekannt, US-Schwarzgeld angenommen zu haben. Er fühlte sich nie schlecht damit, denn laut Schweizer Gesetzen ist das nicht verboten. Und da Wegelin keinerlei US-Präsenz hatte, fühlte Hummler sich dem Zugriff der US-Justiz entzogen. Ein folgenschwerer Fehler, der seiner Traditionsbank nun das Leben kostete. Und ihm seine Reputation.
Hummler liess Anfragen auf ein Interview von seinem Sprecher abweisen. Er wolle sich nun vollständig auf den US-Konflikt konzentrieren, hieß es.
Ich sehe das Problem in einer anderen Richtung und hege Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vertrages hinsichtlich der Aufspaltung der Bank.
Weshalb?
Die Bank wurde in der Forma aufgespalten, dass die US-Kunden in der einen Bank, als Bad-Bank im Artikel bezeichnet und der Rest in eine andere Bank übertragen wurde. Dies sei vor dem Hintergrund eines Steuerstreits mit USA geschehen.
Es ist nicht davon auszugehen, dass die Schweizer Privatbank aus diesem Streit mit einer Gelderstattung rechnen muss. Das Gegenteil scheint angesagt, daher auch die hektische Aktivität. Sollte die zu erwartende Strafe die Leistungsfähigkeit der Restbank übersteigen, stellt sich die Frage, ob die Aufspaltung nicht darauf ausgerichtet war, die beklagte Bank durch diese Massnahme wirtschaftlich zu schwächen. Dies würde einen separaten Straftatbestand begründen, der aus US-amerikanischer Sicht bestimmt nicht so einfach hingenommen werden dürfte.
Das mag man innerhalb der Schweiz wie üblich, intern „unter der Decke halten“ können oder es zumindest versuchen. Bei vorsichtiger Einschätzung der Lage dürfte dies unter Beteiligung amerikanischen Behörden jedoch mit wenigen Erfolgsaussichten beschieden sein.
Das nächste Donnerwetter gegen die Schweiz dürfte im Anzug sein.
Sie haben es sehr drastisch dargestellt. Ob die Darstellung korrekt ist oder nicht, ist unerheblich. Tatsache ist, dass Griechen in dem von Ihnen vorgetragenen Sinne verstanden haben, in massiven Umfang aus diesem einfachem Grund Geld in die Schweiz gebracht haben und dies von der Schweiz, vertreten durch die Schweizer Banken, gerne entgegen genommen wurde.
Da nicht davon auszugehen ist, dass diese Gelder in Griechenland mit entsprechenden Ausfuhrgenehmigungen staatlich freigegeben wurden und die Schweizer Banken sich nicht von dieser Freigabe überzeugt haben, dürfte die Rechtslage relativ eindeutig sein. Es ist daher abzuwarten, ob Griechenland auf die Herausgabe dieses Geldes besteht oder aber gar die EU ein Pfandrecht darauf geltend macht.
Es ist nicht vorstellbar, dass die griechischen Behörden oder die EU bei einem seriösen Lauf der Dinge auf dieses Recht verzichten werden.
Das ungenierte Treiben der Schweiz geht weit hinaus über Fragen der Besteuerung von Kapitalerträgen.
Aktuell zeigen Griechenland und Italien, dass die verdunkelnden
Dienstleistungen der Schweiz komfortable korruptive Strukturen erst möglich machen.
Die resulierende Fehlsteuerung von Wirtschaft und Politik wiegt schwerer, als Verfehlungen bei der Zinsbesteuerung.
So manche "Fehlentscheidung" öffentlicher Entscheider, die (eher verharmlosend) als Dummheit kolportiert werden,ist erst begreifbar vor dem Hintergrund der begleitenden Zahlungeströme in der Schweiz als Back-Office der Korruption.
Erinnert sei hier etwa an abgekartete Finanzwetten des (nun Ex-)Chefs der leipziger Wasserwerke mit Schäden im 3-stelligen Millionenbereichfür die öffentliche Hand. Animiert wurde der Mann
über ein 1-stelliges Millionenbestechungsgeld, abgezweigt aus der
Provision der schweizer Vermittler.
Griechenlands Problem liegt ganz offensichtlich in Staaten wie der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Zypern oder Singapur ... es wird Zeit, solche Rattennester auszuräuchern, bevor sie die Welt endgültig vergiften ...
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