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Trotz Belastungen: Griechische Banken bestehen Stresstests

Griechenlands Banken stehen auf einem soliden finanziellen Fundament - trotz der globalen Krise und ihres beträchtlichen Engagements in Südosteuropa. Zu diesem Ergebnis kam jetzt die griechische Zentralbank. Sorgen bereiten den Notenbankern allerdings die Kreditbücher.

ATHEN. Der Anteil der notleidenden Darlehen könnte sich im Verlauf dieses Jahres verdoppeln. Für seinen Stresstest, der die Widerstandsfähigkeit der griechischen Banken messen sollte, ließ Notenbankchef Giorgos Provopoulos ein Negativszenario unterstellen, dessen Eintreten "außerordentlich unwahrscheinlich" sei, wie die Zentralbank unterstrich: Die Analysten setzten einen Rückgang des Wirtschaftswachstums von kumulativ drei Prozent in diesem und im kommenden Jahr, einen Anstieg der Arbeitslosenquote um vier Prozentpunkte und vier Prozent höhere Leitzinsen an. Dem Stresstest, an dessen Ausarbeitung auch Fachleute des Internationalen Währungsfonds (IWF) beteiligt waren, wurden neun griechische Banken unterzogen, auf die 80 Prozent der gesamten Bilanzsumme der Kreditbranche entfallen. Die Ergebnisse der Überprüfung seien "ermutigend", teilte die Notenbank diese Woche mit. Sie zeigten, "dass der Bankensektor in der Lage ist, auch besonders intensive Erschütterungen, deren Eintreten sehr unwahrscheinlich ist, zu meistern".

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Auch der IWF stellte jetzt den griechischen Banken ein gutes Zeugnis aus: Die Institute seien wegen ihrer traditionellen Konzentration auf das Privatkundengeschäft, einer soliden Kapitalbasis und des Verzichts auf toxische Finanzprodukte gut aufgestellt. Der IWF sieht allerdings Belastungen durch höhere Finanzierungskosten und drohende Kreditausfälle. Die Sorge um die Qualität der Kreditbücher treibt auch die Zentralbank um. Die zunehmende Zahl der nicht pünktlich bedienten Darlehen erfordere "besondere Wachsamkeit", warnen die Notenbanker. Der Anteil der faulen Kredite ist von fünf Prozent Ende 2008 im ersten Quartal 2009 auf sechs Prozent gestiegen. Analysten rechnen bis zum Jahresende mit einem weiteren Anstieg auf zehn Prozent. Das würde einem Abschreibungsbedarf von rund 23 Mrd. Euro entsprechen.

Höhere Rückstellungen für Kreditausfälle belasteten bereits die Ergebnisse des ersten Quartals. Die EFG Eurobank, Nummer zwei im Markt, verzeichnete in den ersten drei Monaten einen Gewinnrückgang um 62,5 Prozent auf 81 Mio. Euro - vor allem eine Folge der um 107 Prozent erhöhten Rückstellungen für faule Kredite.

Der Branchenführer National Bank of Greece (NBG) übertraf mit einem Quartalsgewinn von 317 Mio. Euro (minus 21 Prozent) die Analystenschätzungen - obwohl das Institut die Rückstellungen für Kreditausfälle mit 235 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr auf das Dreifache erhöhte. NBG-Chef Takis Arapoglu: "Obwohl Ungewissheiten über die Entwicklung der nächsten Quartale fortbestehen, bin ich zuversichtlicher denn je, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen werden." Vergangene Woche überraschte Arapoglu die Finanzmärkte mit der Ankündigung einer Kapitalerhöhung: Das Institut will 1,25 Mrd. Euro neu aufnehmen.

Analysten erwarten, dass der NBG-Chef Zukäufe plant. Dass die NBG aus der Krise als "einer der Gewinner auf dem griechischen Markt hervorgehen wird", schätzt auch Analyst Carlos Berastein Gonzalez von der Deutschen Bank. Er setzte die Aktie der Bank deshalb nach den jüngsten Quartalszahlen von "halten" auf "kaufen" herauf. In den vergangenen drei Monaten legte die NBG-Aktie bereits um 55 Prozent zu.

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