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Überlebenskampf: Die dubiosen Tricks der WestLB

Die Westdeutsche Landesbank kämpft ums Überleben, auch mit unschönen Methoden. Ihre Bilanz enthält Ungereimtheiten, die nun von der Europäischen Kommission überprüft werden. Die WestLB bleibt risikoreich.

Zentrale der WestLB in Düsseldorf, gesehen in einem Motorradspiegel: Im Überlebenskampf bekommt die Landesbank Ärger mit der Europäischen Kommission. Quelle: dpa
Zentrale der WestLB in Düsseldorf, gesehen in einem Motorradspiegel: Im Überlebenskampf bekommt die Landesbank Ärger mit der Europäischen Kommission. Quelle: dpa

DÜSSELDORF/BRÜSSEL. Die Brüsseler EU-Kommission ist nicht gut auf die Düsseldorfer Staatsbank WestLB zu sprechen. Die Kommission kämpft für mehr Marktwirtschaft im Bankensektor. Die WestLB aber findet immer neue Wege, sich an Brüssel vorbei mit Geld aus der deutschen Staatskasse zu versorgen. So habe die WestLB toxische Papiere – also Kredite und andere Wertpapiere, die stark im Wert gefallen sind – rückwirkend zum 1. Januar 2010 „eher zum Buch- als zum Marktwert“ in ihre Bad Bank ausgelagert, heißt es in der EU-Kommission.

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Das bedeutet: Die Schrottpapiere im Volumen von 77,5 Mrd. Euro wurden mit einem Wert angesetzt, den viele bei einem Verkauf nie erzielen können. Dadurch entlastet die WestLB ihre eigene Bilanz. Bereits 2008 wendete sie diese Methode an und konnte deshalb statt eines hohen Verlusts 18 Mio. Euro Gewinn ausweisen.

Die Bad Bank selbst legte gestern ihre erste Bilanz vor – mit tiefroten Zahlen. Versprochen war der Öffentlichkeit ein Ende mit Schrecken. Doch nun wird daraus ein Schrecken ohne Ende: Allein in den ersten sechs Monaten 2010 musste die Bad Bank der WestLB wegen der Risikovorsorge für drohende Verluste ein Minus von einer Milliarde Euro verkraften. In den nächsten Jahren drohen Belastungen von sechs Milliarden Euro.

Das Kernproblem: Die Garantien für die toxischen Papiere in dem betroffenen Portfolio („Phoenix“) reichen nur für Verluste über fünf Mrd. Euro. „Phoenix“ umfasst vor allem Papiere aus der US-Immobilienkrise. Schon die bisherigen Garantien und Kapitalspritzen gehen der EU-Kommission zu weit. Damit habe die öffentliche Hand der WestLB „ein Geschenk“ gemacht, heißt es in hochrangigen Kommissionskreisen.

Auf Umwegen organisiert sich die Bank dauernd neues Staatsgeld. Es handele sich dabei um staatliche Beihilfen, die nicht genehmigt seien. Brüssel will mit neuen Auflagen reagieren: „Die Bank muss noch kleiner werden als bislang angepeilt“, erfuhr das Handelsblatt aus EU-Kommissionskreisen.

Die Düsseldorfer haben sich selbst in eine ausweglose Position manövriert. So sprachen WestLB und BayernLB ihre Fusionspläne nicht mit Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia ab. Der hat nämlich den Verkauf der WestLB angeordnet. Eine Fusion führe „nicht automatisch“ zur Wiederherstellung der „langfristigen Lebensfähigkeit“ der Bank, sagt Almunia, begründe also einen neuen, womöglich noch größeren Bedarf an Steuergeld.

Berlin ist gewarnt, das Brüssel der WestLB womöglich komplett die Geschäftsgrundlage entzieht. Der Generaldirektor der EU-Wettbewerbsbehörde, Alexander Italianer, schrieb in einem vertraulichen Brief an das Finanzministerium, der dem Handelblatt vorliegt: „Wir haben wiederholt deutlich gemacht, dass ein Verkauf der Bank ohne weitere tiefgreifende Umstrukturierung nicht geeignet ist, die Vereinbarkeit mit den EU-Beihilferegeln herbeizuführen.“ Die WestLB habe bislang nicht bewiesen, dass sie ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln kann, so der EU-Beamte.

  • 12.10.2010, 09:53 UhrAnonymer Benutzer: Poldi 0824

    Tatsache ist:
    1. Die vielen netten Mitarbeiter der West Lb haben ein riesiges Kontingent deutschen Volksvermögens leichtfertig vernichtet.
    2. Die West Lb hat sich lt. EU ein bischen verschätzt und ohne böse Absicht die falschen Zahlen verwendet.
    3. Die West Lb braucht Nachschlag, wobei die Selbstbedienung an Steuergeldern durch boni gering ist. Nur einige Millionen.
    Gefühlsduselei a la Juliane ist in diesem Fällen völlig un angebracht, da nur wenige wissen wieviel und wieoft Nachschläge vom Steuerzahler aufzubringen sind.
    Man sollte dieser Dreistigkeit jetzt ein Ende setzen, auch zur Abschreckung!
    Schönen Tag noch.

  • 10.10.2010, 16:36 UhrAnonymer Benutzer: Walter Haefeker

    Zum besseren Verständnis der Ursachen sollte man das gerade erschienen buch "The big Short" von Michael Lewis lesen. Dort ist die Rolle der Deutschen bank detailliert beschrieben. in New York schnürte Ackermann's bank wertlose Papiere, über deren Vermarktbarkeit sich einige US-Experten wunderten. "Wann immer wir ihn (Greg Lippmann, Deutsche bank) fragten, wer denn diesen Schrott kaufe, antwortete dieser immer nur 'Düsseldorf' ". im weiteren Verlauf des buches ist immer wieder nur von "den idioten in Düsseldorf" als ahnungslosen Kunden die Rede. Vielleicht wäre es ja eine schöne Aufgabe für einen investigativen Journalisten, mal ganz im Detail der Frage nachzugehen, wer den idioten in Düsseldorf die Papiere verkauft hat. Das Ergebnis dieser Recherchen könnte man Herrn Ackermann dann bei seiner nächsten Geburtstagsfeier im Kanzleramt überreichen.

  • 08.10.2010, 19:05 UhrAnonymer Benutzer: Klaus

    @Juliane und Julio:

    Dann stellt doch die Fakten so dar, wie sie eurer Meinung nach sind und setzt wenigstens euren üppig vorhandenen Verstand dafür ein!
    Klärt mich auf: was soll ich "gerne mal Freitagabend zum Feierabend am Stammtisch zum besten" geben - also heute?

    inwiefern "ein blick ins Gesetz" bei irgendetwas die Meinungsfindung erleichtern kann, erschließt sich mir nicht.

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