
BERLIN. Walter Schuberts Blick wird Bände sprechen, wenn er demnächst seinen Coup ausführlich erläutert. Der 64-jährige Vorstandsvorsitzende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) mit Sitz in Potsdam kann nach mehreren vergeblichen Anläufen endlich einen Fuß auf den Berliner Markt setzen.
Ende vergangener Woche erwarb er die auf reiche Privatkunden spezialisierte Berliner Weberbank von der WestLB. Zum Kaufpreis vereinbarten die Vertragspartner Stillschweigen. Nach der Übernahme der Frankfurter Bankgesellschaft durch die Frankfurter Sparkasse ist es erst das zweite Mal, dass eine Sparkasse ein privates Institut übernimmt.
Unerschütterliche Beharrlichkeit gehört zu Schuberts Tugenden. Als Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Pinneberg bewarb sich Schubert 1991 erfolgreich um den Vorstandsvorsitz in Potsdam. Durch verschiedene Fusionen formte er aus dem eher unbedeutenden Institut die drittgrößte ostdeutsche Sparkasse, die mit einer Bilanzsumme von 8,2 Mrd. Euro auch zu den 20 größten Sparkassen deutschlandweit zählt. Mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,40 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gehört die Sparkasse auch zu den Topverdienern – der bundesweite Durchschnitt liegt bei 0,80 Prozent.