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Übernahmeboom: Indien zieht Banken an

Ausländische Investmentbanken setzen in Indien auf ein gutes Geschäft mit Übernahmen. Anders als in China müssen westliche Käufer hier nicht mit politischen Widerständen rechnen, selbst in „strategischen“ Branchen. Ein Ende der grenzüberschreitenden Akquisitionen ist nicht in Sicht.

Stahl-Mogul Lakshmi Mittal sagt Indien für 2007 Übernahmen im Wert von 1000 Mrd. Dollar voraus. Foto: AP
Stahl-Mogul Lakshmi Mittal sagt Indien für 2007 Übernahmen im Wert von 1000 Mrd. Dollar voraus. Foto: AP

BOMBAY. Eine Welle von Übernahmen hält Indiens Investmentbanker in Atem. Trotz hoher Bewertungen kaufen sich immer mehr Ausländer in eine Wirtschaft ein, die seit Jahren mit acht bis neun Prozent wächst. Das zeigte das Beispiel Vodafone; der Mobilfunker übernahm den Konkurrenten Hutch für 19 Mrd. Dollar im Frühjahr. Aber Indiens Konzerne kaufen sogar noch häufiger im Ausland zu.

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In diesem Jahr griff Tata nach dem Stahlkocher Corus (zwölf Mrd. Dollar), Hindalco übernahm den Aluminiumhersteller Novelis (sechs Mrd. Dollar), und Suzlon kaufte die Hamburger Windenergiefirma Repower für 1,3 Mrd. Dollar. Für über eine Mrd. Dollar schluckte zudem der Braukonzerns UB Group den schottischen Whiskybrenner Whyte & Mackay. Finanzielle Kraft schöpfen die Inder aus Firmengewinnen, die im Schnitt seit drei Jahren um über 30 Prozent zulegen.

„Grenzüberschreitende Akquisitionen aus Indien werden das Geschäft auch in Zukunft dominieren“, erwartet Sanjay Agarwal. Der Global-Corporate-Finance-Chef der Deutschen Bank in Bombay sieht die Deals nicht abreißen und meint: „Es könnte bald sogar größere als Tata-Corus geben.“

Alleine von Januar bis Mai zählten die Berater von Grant Thornton Fusionen und Übernahmen (M&A) mit indischer Beteiligung im Wert von 47 (2006 insgesamt: 28) Mrd. Dollar. Der Stahlbaron Lakshmi Mittal hat seiner Heimat für 2007 Übernahmen in Höhen von 100 Mrd. Dollar vorausgesagt.

Das wären so viel wie letztes Jahr in China mit seiner mehr als doppelt so großen Wirtschaft. Aber anders als in der Volksrepublik müssen westliche Käufer wie Vodafone in Indien nicht mit ernsten politischen Widerständen rechnen, selbst in „strategischen“ Branchen wie der Telekommunikation. Wegen ähnlicher Kulturen gibt es auch in die Gegenrichtung weniger Probleme. „Unternehmer im Westen fühlen sich beim Verkauf an Inder wohler als etwa bei Russen oder Chinesen“, meint ein Banker.

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