_

Übernahmepläne: Banken entdecken den Osten neu

Obwohl die Krise in Osteuropa noch nicht ausgestanden ist, denken einige westeuropäische Banken schon wieder an Zukäufe und Übernahmen in der Region. Die Angst vor Staatsbankrotten ist gewichen und die Institute überzeugt, dass sich der Osten erholen und auf Dauer bessere Wachstumschancen als der Westen bieten wird.

Klagenfurter Hypo Alpe Adria: Stark in Ex-Jugoslawien. Quelle: dpa
Klagenfurter Hypo Alpe Adria: Stark in Ex-Jugoslawien. Quelle: dpa

PARIS/MADRID/WIEN. Neue Zukäufe in Osteuropa, wenn auch etwas selektiver als in der Vergangenheit, werden wieder von westlichen Banken vorbereitet. „In Ungarn würden wir gerne eine stärkere Position haben“, verkündet etwa Andreas Treichl, Chef der Ersten Bank in Wien, der Nummer drei in Osteuropa.

Anzeige

Damit hat sich der Wind im Bankensektor gedreht. Noch vor einem Jahr herrschte großer Katzenjammer in der Branche – vor allem bei Geldhäusern aus Österreich, Italien, Belgien und Frankreich, die das Geschäft im Osten dominieren. Die Angst vor dem Zusammenbruch osteuropäischer Staaten beherrschte das Geschehen. Milliardenhilfen des Währungsfonds und der EU haben diese Gefahr gebannt. Banken werden jetzt wieder mutiger. „Vor einem Jahr hätte niemand offen solch ein Kaufinteresse geäußert“, unterstreicht Marion Swoboda-Brachvogel, Bankenexpertin beim Brokerhaus Cheuvreux.

In Osteuropa ist der Bankenmarkt bereits aufgeteilt. Übernahmen werden jetzt vor allem deshalb möglich, weil sich einzelne kleinere Spieler vom Markt zurückziehen wollen und damit den größeren Spielern das Feld überlassen. Einen klaren Rückzug aus Osteuropa hat die BayernLB mit dem Abschied bei der Klagenfurter Hypo Alpe Adria angetreten. Die Kärntner sind stark in Ex-Jugoslawien vertreten, das war vor drei Jahren auch der Grund für den Einstieg der Bayern. Die Wiener Raiffeisen-Gruppe hat bereits ihr Interesse angemeldet, sollten aus ihrer Sicht interessante Teile der Hypo Alpe auf den Markt kommen. Nach der Verstaatlichung der Klagenfurter Bank muss jetzt der Wiener Finanzminister über den Verkauf von Hypo-Alpe-Töchtern in Osteuropa entscheiden.

Der BayernLB gehört auch die MKB, die drittgrößte Bank in Ungarn. Nun wird spekuliert, die Münchener würden auch auf diese Tochter verzichten und sie an einen etablierten Konkurrenten verkaufen. Etwa an die Erste Bank, die noch Lücken auf dem ungarischen Markt hat und dort zum größten ausländischen Kreditinstitut aufsteigen will.

EU-Kommission übt Druck aus

Die belgische KBC ist die zweite Bank, die ihren Rückzug aus Osteuropa angetreten hat. Sie macht das allerdings nicht ganz freiwillig. Wie die BayernLB muss sie auf Druck der EU-Kommission Tochtergesellschaften verkaufen, weil sie Staatshilfen in Milliardenhöhe bekommen hatte. Bereits beschlossene Sache ist der Teilbörsengang der tschechischen KBC-Tochter. Von ihr sollen etwa 40 Prozent an die Börse gebracht werden, was der belgischen Mutter zwei Milliarden Euro in die Kasse spülen sollte. Im nächsten Jahr könnte nach demselben Muster auch ein Teil der ungarischen Tochter an die Börse gebracht werden. Es sei denn, Erste-Bank-Chef Andreas Treichl kann die Belgier überreden, ihm das Ungarn-Geschäft zu überlassen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Intercontinental Hotels Group: „Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

„Wir wollen in Deutschland die Nummer eins werden“

Intercontinental Hotels Group will in Deutschland expandieren und die Branchenspitze erklimmen. Erstmals gibt der Weltmarktführer Einzelheiten des geplanten Projekts bekannt.

Frauen gefragt: Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Dax-Aufsichtsräte werden weiblicher

Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Konzerne ist gestiegen. In ein paar Jahren könnten sie bereits knapp ein Drittel ausmachen. Das ist allerdings nicht der einzige Trend, der in den Gremien auffällt.

Die teuerste Werbefläche: Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

Der Werbeplatz auf dem Bundesliga-Trikot ist beliebt - und kostspielig. Und die Preise dürften weiter steigen. Derzeit ist bei Werder Bremen wieder ein Fleckchen zu haben. Interessenten gibt es genug.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.