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Überraschend hoher Gewinn: Steuernachzahlung kann Allianz kaum bremsen

Der größte Versicherer Europas hat sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres gut geschlagen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das Konzernergebnis um ein Viertel. Allerdings gab es im dritten Quartal eine teure Steuernachzahlung. Nun steuert Konzernchef Michael Diekmann fürs Gesamtjahr einen Gesamtumsatz von mehr als 100 Milliarden Euro an.

Michael Diekmann, Vorstandschef der Allianz. Quelle: dpa
Michael Diekmann, Vorstandschef der Allianz. Quelle: dpa

FRANKFURT/MÜNCHEN. Erstmals seit fünf Jahren will die Allianz wieder die magische Grenze knacken. 100 Mrd. Euro könnte Europas größter Versicherer in diesem Jahr einnehmen, schätzte Finanzvorstand Oliver Bäte gestern. Vor allem Prämien aus Versicherungsverträgen sind das, aber auch Provisionen aus der Verwaltung von Vermögen.

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Allianz-Chef Michael Diekmann freut sich zwar darüber, dass die Geschäfte so gut laufen. In den ersten neun Monaten kamen bereits vier Mrd. Euro zusammen, also fast der Jahresüberschuss des Vorjahres. Doch als „systemrelevantes Unternehmen“ für die Finanzindustrie wollen die Münchener sich trotz der beeindruckenden Umsatzgröße nicht sehen. Schließlich drohen dann regulatorische Belastungen.

„Häufig werden Größe und Gefahr verwechselt.“

Deshalb attackierte Finanzvorstand Oliver Bäte gestern genauso wie tags zuvor sein Kollege Jörg Schneider von der Munich Re die Pläne von Aufsehern und Politikern innerhalb der Staatengruppe G20, mehrere Dutzend große Finanzinstitute künftig besonders scharf zu beaufsichtigen. Wer dabei als systemrelevant gelten soll, entscheidet wahrscheinlich im kommenden Jahr das Forum für Finanzstabilität (FSB). Bisher stehen nach Informationen des Handelsblatts sowohl Allianz wie Munich Re auf der Liste.

„Häufig werden Größe und Gefahr verwechselt“, streute Bäte gestern weitere Zweifel an den Auswahlkriterien des FSB. Die Systemrelevanz, also die Gefahr für alle, hänge „nicht von der Größe, sondern von der Art der Geschäfte“ ab. „Viele, die uns in die Krise getrieben haben, wären nach ihrer Größe in den jetzt kursierenden Listen nicht aufgetaucht.“

Bäte nannte keine Namen, doch er könnte in Deutschland an den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate gedacht haben, der Milliarden an Staatsgeldern verschlungen hat und weiter verschlingt. Auch ein Spezialist, wie der gerade insolvent gewordene Anleihenversicherer Ambac, wäre wohl durch das nun geplante Raster gefallen. Der Allianz-Vorstand folgerte daraus: Um eine Bedrohung für das Finanzsystem zu finden, müsse man eher nach schwachen Geschäftsmodellen suchen. Dass er die Allianz mit ihrem soliden und breit aufgestellten Geschäftsmodell nicht in solch einer Liste der gefährlichen Institute sieht, versteht sich von selbst.

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