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Umbau des Top-Managements: Citigroup-Chef Pandit kämpft um sein Amt

Der angeschlagene US-Finanzriese Citigroup hat am Donnerstag die größte Personalrochade seit Beginn der Finanzkrise angekündigt. Citi-Chef Vikram Pandit reagiert damit auf wachsende Kritik auch an seiner Person durch die Aufsichtsbehörden und die Regierung in Washington.

Citigroup-Chef Vikram Pandit versucht, den Konzern neu zu erfinden. Quelle: ap
Citigroup-Chef Vikram Pandit versucht, den Konzern neu zu erfinden. Quelle: ap

NEW YORK. Der Citigroup-Finanzvorstand Edward Kelly wechselt in den Aufsichtsrat und die Tochter Citibank wird vom neu verpflichteten Privatkundenexperten Eugene McQuade geführt. Der Finanzkonzern wollte sich zu den Gründen der umfassenden Personalmaßnahmen am Donnerstag allerdings nicht äußern.

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Spätestens seit den amtlichen Stresstests bei den 19 größten Banken des Landes im Frühjahr drängt die US-Regierung darauf, dass die Institute ihre Führungsriegen qualitativ besser besetzen. So hatte zum Beispiel die Bank of America (BoA) jüngst ihren Aufsichtsrat massiv umgebaut.

Im Falle der Citigroup gibt es zudem zwei Sonderfaktoren. Der im Winter 2007 als Retter zur Bank geholte Vorstandschef Pandit steht unter massivem Druck zumindest eines Teils der Aufsichtsbehörden. Ihm wird vorgehalten, nicht radikal genug durchgegriffen zu haben. In den vergangenen sechs Quartalen hat das Institut 36 Mrd. Dollar an Verlusten geschrieben und brauchte 45 Mrd. Dollar Staatshilfe. Daher soll Zeitungsberichten zufolge die mächtige Chefin der Einlagesicherung FDIC, Sheila Bair, zeitweise seine Ablösung gefordert haben. Offenbar versucht Pandit nun mit dem Managementumbau den Druck auf sich selbst zu mildern.

Zudem hat kaum ein anderes Institut die Regierung derart direkt im Nacken sitzen. Durch die anstehende Umwandlung der staatlichen Kapitalspritzen in Stammaktien dürfte Washington bald 34 Prozent an dem Finanzkonzern halten. „So etwas hat sich seit langem abgezeichnet“, sagte Chris Whalen, Bankenexperte Institutional Risk Analytics. „Schließlich ist das Haus von der Regierung kontrolliert.“

Größte Überraschung ist die Verpflichtung des angesehenen Privatbankers McQuade als Chef des Filialnetzes der Citibank. McQuade war bis Februar stellvertretender Aufsichtsratschef von Merrill Lynch und Präsident bei Bank of America. Zuvor war er Organisationsvorstand beim Immobilienfinanzierer Freddie Mac. Es wird erwartet, dass McQuade – den viele Experten auch als Kandidaten für die Chefposition eines Konzerns gesehen hatten – Citi bei der wichtigen Weiterentwicklung des klassischen Endkundengeschäfts helfen wird.

Der erst seit März amtierende Finanzvorstand Kelly kehrt wieder zurück auf seine Position als Chefstratege und ist damit vor allem für die Zu- und Verkäufe des Konzerns verantwortlich. Zudem wird der Vertraute Pandits zum stellvertretenden Aufsichtsratschef ernannt. Anders als Pandit gilt Kelly als geschickter Verhandler, wenn es um Gespräche mit der Regierung geht. Auch für diese wird er wieder zuständig sein. Kellys Vorgänger, Gary Crittenden, dem Teile der missratenen Strategie der vergangenen sechs Quartale angelastet werden, scheidet endgültig aus dem Unternehmen aus. Er war zuletzt für das Geschäft zuständig, das der Konzern nicht auf Dauer fortführen will. Finanzvorstand wird der bisherige Chefkontroller John Gerspach.

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