
Europas Banken rechnen damit, mindestens fünf Jahre dafür zu benötigen, ihre Bilanzen zu verkleinern. Das geht aus einer Umfrage hervor. Denn die Banken planen, Vermögenswerte eher solange zu halten, bis sie ablaufen, anstatt sie vorher schon zu verkaufen.
Mehr als zwei Drittel der Banken erklärten, dass der Abschluss des so genannten Deleveraging in frühestens fünf Jahren zu erwarten ist, erklärte Deloitte LLP. Die Beratungsfirma hatte insgesamt 18 Finanzkonzerne aus acht europäischen Ländern mit einer Gesamt-Bilanzsumme von etwa 11 Billionen Euro befragt.
Die Aufsichtsbehörden hatten die europäischen Banken dazu aufgefordert, ihre Risiken abzubauen - indem Vermögenswerte verkauft und das Kapital aufgestockt werden. Während des Kreditbooms waren ihre Bilanzen auf das Dreifache des Bruttoinlandsprodukts der Region angeschwollen.
In der Nacht zum Mittwoch hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) erklärt, dass die europäischen Banken bis Ende 2013 unter Umständen Vermögenswerte im Volumen von bis zu 4,5 Billionen Dollar abstoßen müssten. Voraussetzung sei, dass es den Entscheidungsträgern nicht gelinge, ihre Versprechen zur Bewältigung der Finanzkrise umzusetzen.
Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro
Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro
Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro
UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro
BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro
Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro
Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro
Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro
Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro
HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro
„Der Risiko-Aufschlag, der von Investoren für viele europäische Vermögenswerte gefordert wird, ist gestiegen“, heißt es in der Studie von Deloitte. „Die Banken zögern, Vermögenswerte zu Preisen abzustoßen, die sie dazu zwingen würden, Verluste zu realisieren. Stattdessen entscheiden sie sich dazu, die Vermögenswerte auslaufen zu lassen - sie so lange zu halten, bis sich die Bewertungen verbessert haben.“

Die einzig sinnvolle Lösung der Bankenkrise heißt Kapitalerhöhung, selbst zu den heutigen schlechten Kursen, nicht aber Aussitzen auf falschen Investments. Die Kapitalerhöhung zieht auch die Altaktionäre in die Verantwortung, der sie bisher nicht gerecht geworden waren, etwa über Auswahl geeigneter Personen in den Aufsichtsgremien. Schrumpfen hingegen würde zu volkswirtschaftlich schädlichen Kreditklemmen führen, wie sie ja schon durch die neuen Eigenkapitalregeln gefördert produziert wedren. Notfalls muß die Bakenaufsicht Kapitalerhöhungen erzwingen (wie bei Commerzbank gehabt).
Neues Eigenkapital ist der einzige gesamtwirtschaftlich sinnvolle Weg.
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