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Untreueverdacht: Sechs amtierende LBBW-Vorstände im Visier

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist wieder in das Visier der Staatsanwaltschaft geraten. An einer Razzia beteiligten sich neben Staatsanwälten 240 Einsatzkräfte des Landeskriminalamts sowie der Landes- und der Bereitschaftspolizei. Die Vorwürfe, die zu der Aktion führten, richten sich gegen den ehemaligen Bankchef Siegfried Jaschinski und gegen sämtliche amtierende Vorstände – mit einer Ausnahme.

Polizeifahrzeug vor der LBBW-Zentrale. Quelle: ap
Polizeifahrzeug vor der LBBW-Zentrale. Quelle: ap

mwb/pk/dah/sos/HB STUTTGART. Paukenschlag in Stuttgart. Am Montag durchsuchten Staatsanwaltschaft und 240 Einsatzkräfte des Landeskriminalamts und der Polizei die Hauptverwaltung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Im Zuge der Finanzkrise ermitteln sie gegen die Topmanager des Instituts wegen des Verdachts der schweren Untreue. Neben den sechs amtierenden Vorständen ist nach Angaben aus Bankkreisen auch der ausgeschiedene Vorstandschef Siegfried Jaschinski ins Visier der Ermittler geraten. Nicht betroffen ist nur der Vorstandsvorsitzende Hans-Jörg Vetter. Er hatte esrt im Juni 2009 den Vorsitz der größten deutschen Landesbank von Jaschinski übernommen. Durchsucht wurden auch die sieben Hauptwohnungen der Beschuldigten sowie drei Nebenwohnsitze. Die LBBW unterstütze das Ermittlungsverfahren vollumfänglich, um zu einer raschen Aufklärung des Sachverhalts beizutragen, sagte ein Bank-Sprecher.

Anzeige

Die Staatsanwaltschaft wirft den sieben Beschuldigten vor, „das Vermögen der Bank pflichtwidrig durch Geschäfte mit US-Hypothekenanleihen gefährdet oder geschädigt zu haben“. Es bestehe der Verdacht, dass die Manager seit Ende 2006 pflichtwidrig Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in hoch riskante Finanzgeschäfte getätigt oder nicht untersagt hätten, obwohl der Markt für Hypothekenanleihen damals unmittelbar vor dem Zusammenbruch gestanden habe. Zum Ankauf der Finanzprodukte habe das Kreditinstitut auch mehrere Zweckgesellschaften im Ausland unterhalten. Der Schaden stehe noch nicht fest, dürfte aber in Millionenhöhe liegen, erklärten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt in einer gemeinsamen Mitteilung.

Nach Angaben aus Finanzkreisen konzentrieren sich die Ermittlungen darauf, ob die Vorstände „Blindgeschäfte“ betrieben haben. Sie hätten dabei das Risiko auf den Verbriefungsmärkten nicht hinreichend im Auge gehabt und seien nicht rechtzeitig ausgestiegen, lauten die Vorwürfe. „Es reicht nicht, sich auf Top-Bonitätsnoten der Ratingagenturen zu verlassen und auf die komplexe Materie zu verweisen“, hieß es in Finanzkreisen. Man hätte sich die Zinsentwicklung und die Immobilienpreise in den USA und in Spanien genau ansehen und das Risikomanagement anpassen müssen, statt die Volumina zu erhöhen. Das hätten die Vorstände bei vernünftiger Marktbeobachtung spätestens ab dem Jahr 2006 sehen müssen, hieß es weiter.

Anlass der Ermittlungen sei keine konkrete Anzeige gewesen, man habe nach verschiedenen Veröffentlichungen über die Verluste der Bank reagiert, erklärte die Stuttgarter Staatsanwältin Claudia Krauth. Sollte es zu einer Anklage und Verurteilung kommen, drohen den Beschuldigten zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Eine Vernehmung der Beschuldigten war nach Ermittlerangaben zunächst nicht geplant. Zuerst müsse das gefundene Material bewertet werden, hieß es weiter. Weder der baden-württembergische Sparkassenverband noch die Stuttgarter Landesregierung wollten eine Stellungnahme zu dem Ermittlungsverfahren abgeben.

Auch im laufenden Jahr wird bei der größten deutschen Landesbank wieder ein Minus von rund zwei Mrd. Euro erwartet. Nach den ersten neun Monaten steht unter dem Strich ein Minus von 620 Millionen Euro in den Büchern. Belastet haben die Bilanz vor allem die wegen der Wirtschaftskrise notwendig gewordene hohe Absicherung gegen die zunehmende Gefahr von Kreditausfällen. Außerdem schlugen sich die Kosten für den Umbau der angeschlagenen Bank nieder.

  • 08.12.2009, 09:23 UhrAnonymer Benutzer: Christian

    bitte auch mal meine Kommentare veröffentlichen oder
    herrscht hier Zensur! Mal sehen?

    Was sich diese Herrschaften erlauben, grenzt an Hochverrat gegenüber des Staates und der bevölkerung!

    Erst wenn alles an die Wand gefahren ist, dann wachen alle wieder auf!

    Respekt vor soviel ignoranz.

  • 08.12.2009, 00:22 UhrAnonymer Benutzer: G8

    bingo, den Nerv der bevölkerung getroffen,die Täter
    werden von der Staatsanwaltschaft überprüft. Mehr nicht, jeder zweiklassige Anwalt holt alle wieder raus. Ein Weihnachtsgeschenk der Regierung und am Ende gegen alle mit grossen Abfindungen in den Ruhestand oder zu neuen Ufern.

  • 07.12.2009, 23:03 UhrAnonymer Benutzer: Christian

    Das ist langsam zum kotzen! Die die an der Quelle sitzen bedienen sich, als wäre es ihr eigenes Geld und
    verprassen es. Danach fliegen die ehrenwerten Herrn eine Stufe höher und bekommen noch eine fette Abfindung! Wie lange will sich ein souveräner Staat noch weiter so vorführen lassen? Es ist wirklich eine Schande und die schämen sich nicht einmal!
    Wenn dieses Land einmal nicht mehr hochkommt, dann wissen wir wenigstens wem wir es zu verdanken haben!
    Es ist auch sehr verdächtig, dass solange nichts aufgefallen ist, aber eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus! Wann hört das denn mal auf? Wollen die Deutschland gegen die Wand fahren?

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